26.07.08 14:06

ALfA-Newsletter 29/08 vom 26.07.2008

Rubrik: Newsletter

 

Themenübersicht

  1. Erstes Retortenbaby der Welt: Louise Brown feiert 30. Geburtstag
  2. Italien: Gerichtsurteil zu Komapatientin erneut Sterbehilfedebatte
  3. Was sonst noch lief: Weitere lesenswerte Artikel zum Lebensrecht

ALfA-Terminkalender

  • 09. / 16. / 23. / 30. August und 06. September Köln: Infostand des ALfA-RV Köln auf der Domplatte
  • 20. September, Berlin: Marsch "1000 Kreuze für das Leben" (Bundesverband Lebensrecht e.V. und Pro Life Berlin)
  • 10. Oktober, Uetersen: Segensfeier für Frauen / Familien, die ein Kind erwarten (ALfA-Tornesch)
  • 11. Oktober, Kassel: Herbstforum des Treffen Christlicher Lebensrecht-Gruppen
  • 13. - 17. Oktober, Woltersdorf b. Berlin: Kooperationsseminar KALEB & ALfA e.V. "Stärkung und Ermutigung für Beziehungen und Familien"
  • 07. - 08. November, Eichstätt: 3. Eichstätter Gespräch zu Biomedizin und Bioethik: "Menschenwürdig sterben - aber wie?"
  • 14. Dezember 2008: Weltweites Kerzenleuchten für verstorbene oder verloren gegangene Kinder
  • 08. Mai 2009, Köln: Festakt 25 Jahre Juristen-Vereinigung Lebensrecht

Den ausführlichen Terminkalender mit Details zu diesen und weiteren Veranstaltungen finden Sie unter Termine

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1. Erstes Retortenbaby der Welt: Louise Brown feiert 30. Geburtstag

Bristol (ALfA). Am 25. Juli 1978 wurde das erste Retortenbaby der Welt geboren. Erstmals war es damit vor dreißig Jahren dem Gynäkologen Patrick Steptoe und den Physiologen Robert Edwards aus Großbritannien gelungen, Ei- und Samenzellen im Reagenzglas zu verschmelzen. Zwei Tage später wurde der Embryo in die Gebärmutter von Leslie Brown aus Bristol eingepflanzt. Neun Monate später brachte sie eine gesunde Tochter namens Louise zur Welt. Die Eltern von Louise Brown hatten Medienberichten zufolge neun Jahre vergeblich versucht, auf natürlichem Wege ein Kind zubekommen. Ihre Geburt markierte den Beginn der Reproduktionsmedizin und sorgte damals für weltweite Schlagzeilen und hitzige Diskussionen. Seitdem wurden weltweit etwa 3,5 Millionen Babys durch künstliche Befruchtung außerhalb des Mutterleibs, der so genannten in-fitro Fertilisation, gezeugt. Im Schnitt werden es jedes Jahr ca. 200 000 mehr. Allerdings ist die Methode der künstlichen Befruchtung nach wie vor nicht unumstritten. Kritiker meinen, dass damit bereits eine Schwelle überschritten wurde, die besser nicht hätte überschritten werden sollen, angesichts der immer größer werdenden Auswüchse in der Wissenschaft, wie z.B. Klonierungsversuche oder die Schaffung von so genannten Hybrid-Embryonen, d.h. Embryonen aus menschlichem Erbgut und den Eizellen von Tieren, zu Forschungszwecken. Zudem ist die Methode der künstlichen Befruchtung nach wie vor mit Risiken behaftet, z.B. bei der Eizellenentnahme oder wegen häufig auftretenden Mehrlingsschwangerschaften.

Louise Brown ist mittlerweile selbst Mutter. Ihr Kind kam Ende 2006 zur Welt und wurde auf natürlichem Wege gezeugt. Ihren eigenen Geburtstag werde Brown "ruhig" angehen. Sie selbst ist Medienberichten zufolge eher öffentlichkeitsscheu und sieht sich nicht als etwas Besonderes. Lediglich in der Schule habe sie sich damals die Frage gefallen lassen müssen, "wie sie denn ins Reagenzglas gepasst" habe.

Weitere Informationen:

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2. Italien: Gerichtsurteil zu Komapatientin entfacht erneut Sterbehilfedebatte

Mailand (ALfA). In Italien ist erneut eine Debatte über Sterbehilfe entbrannt. Hintergrund ist der Fall der 37-jährigen Eluana Englaros, die nach einem Autounfall seit 16 Jahren im Koma liegt. Ihr Vater hatte vor Gericht beantragt, die künstliche Ernährung einstellen zu dürfen und sie sterben zu lassen. Denn es sei ihr Wunsch gewesen, in einem derartigen Zustand nicht weiter gepflegt zu werden. Insgesamt hatte Beppino Englaro sieben Prozesse geführt, hat einen Brief an den Präsidenten geschrieben und ist in zahlreichen Fernsehshows aufgetreten, berichtete die Welt in der Online-Ausgabe vom 22. Juli. Nun hat ein Mailänder Berufungsgericht dem Vater das Recht zugestanden, über den Abbruch der lebenserhaltenden Maßnahmen entscheiden, da ihr Wille durch Zeugen habe gültig ermittelt werden können.

Kirchenvertreter, italienische Lebensschutzbewegungen und diverse Politiker protestierten gegen dieses Urteil. Auch die Nonnen des katholischen Pflegeheimes in Lecce, wo Eluana Englaros versorgt wird, hatten laut einem Bericht der Tagespost vom 25. Juli bekräftigt, dass sie ihre Patientin nicht sterben lassen wollen. Sofern der Vater für den Abbruch der lebenserhaltenden Maßnahmen entscheidet, würde seine Tochter innerhalb von ca. zwei Wochen verhungern und verdursten. Wie das Blatt weiter ausführt, hat unterdessen der italienische Senat das Urteil des Mailänder Berufungsgerichts an sich gezogen. Der Senat will es von seiner Verfassungs-Kommission prüfen lassen, da das Gericht eine neue Gesetzeslage geschaffen habe. Gesetzesänderungen seien allerdings nicht Aufgabe der Judikative, sondern des Parlaments. Es sei jedoch kaum damit zu rechnen, dass der italienische Senat den Fall noch vor der Sommerpause abschließen kann, so die Tagespost.

Weitere Informationen:

  • Italien: Breite Debatte über Sterbehilfe
    Senat will Gerichtsurteil über Komapatientin prüfen
    Von Guido Horst
    DIE TAGESPOST 24.07.08
     
  • Sterbehilfe in Italien: Protest gegen Hungertod einer Koma-Patientin
    Von Martin Zöller
    Ein italienisches Gericht hat entschieden, dass die künstliche Ernährung einer Koma-Patientin nach 16 Jahren beendet werden darf. Der Vater von Eluana Englaro hofft nun, dass seine Tochter in Frieden sterben kann. Doch das Urteil spaltet das Land, denn Eluana muss dafür verhungern und verdursten.
    WELT Online 22.07.08
     

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3. Was sonst noch lief: Weitere lesenswerte Artikel zum Lebensrecht

Auf der Webseite der Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA) finden Sie in der Rubrik Presse/Publikationen unter "Pressespiegel" wöchentlich aktualisiert zahlreiche Links zu interessanten Online-Artikel zu sämtlichen Themen des Lebensrechts. Dort gibt es u.a. folgende Artikel:

  • Essay - "Ihr werdet meine Zeugen sein"
    Die Kirche sucht nicht die Macht, sondern will den Menschen Orientierung geben. Christen sind schließlich Weltverbesserer / Von Robert Zollitsch
    Der Autor ist Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
    WELT Online 21.07.08
    Anm.: Im dritten Teil des Beitrages geht es um Stammzellen, Sterbehilfe und den Schutz des menschlichen Lebens in allen seinen Phasen.
     
  • Wissenschaft & Öffentlichkeit: Von Zensur ist nicht die Rede
    Von Hans Schöler
    FAZ.NET 22.07.08
     
  • Wissenschaftsbetrug
    Von Stefan Rehder
    Wer mit Stammzellen hantiert, am Erbgut forscht oder Embryonen klonen will, beruft sich gerne auf die Freiheit der Wissenschaft und hehre Ziele des Heilens. Dass dabei im Kampf um Ansehen und Geld Ergebnisse gefälscht werden, behauptet jetzt eine Studie der US-Gesundheitsbehörde. So ist das mit der Wissenschaftsfreiheit aber wohl eher nicht gemeint.
    DIE TAGESPOST 19.07.08
     
  • Weltjugendtag: Papst predigt gegen Abtreibung
    Zum Abschluss des Weltjugendtages in Sydney hat Papst Benedikt XVI. vor hunderttausenden Gläubigen dazu aufgerufen, den christlichen Glauben zu verbreiten und sich gegen Abtreibungen zu stellen.
    TAGESSPIEGEL 20.07.08
     
  • Dr. Tod lässt auf sich warten
    Evangelischer Arbeitskreis der CDU diskutiert über Sterbehilfe - Der Stargast des Abends, Roger Kusch, propagiert seine
    Kultur des Todes
    Von Hinrich E. Bues
    DIE TAGESPOST 24.07.08
     

Weitere lesenswerte Artikel finden Sie im ALfA-Online-Pressespiegel

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