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ALfA-Newsletter 10/10 vom 13.03.2010

Rubrik: Newsletter

 

Themenübersicht

  1. Jahresbilanz 2009: Zahl der Schwangerschaftsabbrüche leicht rückläufig - Anstieg bei Spätabtreibungen
  2. Salzburger Frauenpreis verliehen: Klarer Sieg für das Lebensrecht
  3. Aktuelle Umfrage zur Vorsorge: Frauen verfassen häufiger Patientenverfügungen als Männer
  4. Was sonst noch lief: Weitere lesenswerte Artikel zum Lebensrecht

ALfA-Terminkalender

  • 07. - 08. Mai, Fulda: ALfA-Bundesdelegiertenversammlung
  • 08. Mai, Würzburg: Jahrestagung der Juristen-Vereinigung Lebensrecht
  • 14. - 16. Mai, Bildungszentrum Kloster Banz: 15. Kooperationsseminar zum Thema "Ärzte müssen am Schutz des menschlichen Lebens von Anfang an festhalten" (Ärzte für das Leben e.V. und Hanns-Seidel-Stiftung)

Den ausführlichen Terminkalender mit Details zu diesen und weiteren Veranstaltungen finden Sie unter Termine.

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1. Jahresbilanz 2009: Zahl der Schwangerschaftsabbrüche leicht rückläufig - Anstieg bei Spätabtreibungen

Wiesbaden (ALfA). Im Jahr 2009 wurden dem Statistischen Bundesamt (Destatis) rund 110.700 Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland gemeldet und damit 3,3 Prozent oder 3.800 weniger als 2008. Dies gab das Amt am 11. März in einer Pressemitteilung bekannt. Demnach waren knapp drei Viertel, d.h. 73 Prozent der Frauen, die 2009 Schwangerschaftsabbrüche durchführen ließen, zwischen 18 und 34 Jahren alt, 15 Prozent zwischen 35 und 39 Jahren und fast 8 Prozent 40 Jahre und älter. Die unter 18-Jährigen hatten einen Anteil von 4 Prozent. Ihre Anzahl ging im Vergleich zum Jahr 2008 um 400 auf rund 4.900 zurück. 40 Prozent der Schwangeren hatten vor der vorgeburtlichen Kindstötung noch keine Lebendgeburt. Die Anzahl der Schwangerschaftsabbrüche je 10.000 Frauen im Alter von 15 bis unter 45 Jahren, d.h. die Quote der Schwangerschaftsabbrüche bezogen auf die Frauen im gebärfähigen Alter, lag 1996 bei 76 und 2009 nach vorläufiger Berechnung bei 70. In der Altersgruppe der 15- bis unter 18-Jährigen lag der vergleichbare Wert 1996 bei 33 und im Jahr 2009 bei 35.

Über 97 Prozent der gemeldeten Schwangerschaftsabbrüche im vergangenen Jahr wurden nach der Beratungsregelung vorgenommen. Medizinische und kriminologische Indikationen, d.h. wenn das Leben der Mutter bedroht ist bzw. eine Vergewaltigung vorlag, waren in weniger als 3 Prozent der Fälle die Begründung für den Abbruch. Die meisten Schwangerschaftsabbrüche, d.h. 73 Prozent, wurden mit der Absaugmethode durchgeführt. Bei 14 Prozent der Abtreibungen wurde das Mittel Mifegyne verwendet. Die vorgeburtlichen Kindstötungen erfolgten in rund 97 Prozent der Fälle ambulant, und zwar zu 79 Prozent in gynäkologischen Praxen und 18 Prozent ambulant im Krankenhaus.

Leicht gestiegen ist dabei die Zahl der Spätabtreibungen, d.h. Abtreibungen nach der 12. Schwangerschaftswoche. Dem Statistischen Bundesamt zufolge wurden 2009 zwischen der 13. und 23. Schwangerschaftswoche 2.219 Abbrüche vorgenommen, das sind 5,7 Prozent mehr als im Jahr davor. Nach der 23. Woche waren es 237, was einer Steigerung um 2,6 Prozent entspricht. Schwangerschaftsabbrüche nach der 12. Schwangerschaftswoche bleiben straflos, wenn bei einer vorgeburtlichen Untersuchung festgestellt wird, dass das Kind voraussichtlich schwer körperlich oder geistig geschädigt ist. In diesem Fall sind Abtreibungen bis kurz vor der Geburt möglich, ungeachtet dessen, dass Kinder ab der 23. Woche bereits lebensfähig wären. Im Mai letzten Jahres hatte der Deutsche Bundestag eine Neuregelung zu Spätabtreibungen beschlossen, um die Zahl der Spätabbrüche einzudämmen. Das Gesetz trat allerdings erst Anfang dieses Jahres in Kraft (siehe ALfA-Newsletter 48/09 vom 19.12.2009).

Kritik an den neusten Abtreibungszahlen kam vom Bundesverband Lebensrecht. Dieser sieht trotz des Rückgangs der gemeldeten Abtreibungen keinen Grund zur Entwarnung. Jede Abtreibung sei eine zuviel. Es gebe nur ein Recht zum Leben, aber kein Recht zum Töten, erklärte der Vorsitzende des Verbandes, Martin Lohmann, gegenüber der evangelischen Nachrichtenagentur idea. Lohmann warf die Frage auf, wie viel Schuld die Männer an der hohen Zahl der vorgeburtlichen Kindestötungen tragen. Abtreibung sei nicht nur ein Frauen-, sondern auch ein Männerthema. Lebensrechtsgruppen gehen von einer hohen Dunkelziffer bei der Abtreibung aus, da Ärzte nicht alle Schwangerschaftsabbrüche melden müssten. Es wird geschätzt, dass die tatsächliche Zahl zwischen 200.000 und 250.000 pro Jahr liegt.

Weitere Informationen:

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2. Salzburger Frauenpreis verliehen: Klarer Sieg für das Lebensrecht

Salzburg (ALfA). Entgegen berechtigter Befürchtungen ging bei der Verleihung des Troll-Borostyàni-Preises 2010 in Salzburg am 8. März, dem Weltfrauentag, nicht die nominierte Abtreibungsambulanz "Gynmed" oder das abtreibungsverharmlosende Frauengesundheitszentrum "ISIS" als Gewinner hervor, sondern das Salzburger Frauenhaus, das Frauen und Kindern in Not Unterkunft und Hilfe bietet. Dies teilte der Verein "Jugend für das Leben" in Österreich mit. Carina Broucek, Pressesprecherin der Lebensrechtsorganisation, begrüßte das Ergebnis der Salzburger Frauenpreis-Debatte als "ein eindeutiger Sieg für das Leben." Mit dem Preis ausgezeichnet werden laut Webseite der Stadt Salzburg "Frauen, Frauenprojekte oder Einrichtungen, die sich für eine emanzipatorische Frauenpolitik einsetzen, Zivilcourage zeigen und damit beitragen, Barrieren zu überwinden." Er wurde benannt nach der 1847 geborenen Irma von Troll-Borostyani, die als die erste Salzburger Frauenrechtlerin gilt.

Erstmals in der Geschichte des seit 1995 jährlich verliehenen Preises bestimmte in diesem Jahr nicht eine Jury, sondern die Salzburger Bevölkerung den Gewinner per Straßenbefragung und Online-Voting. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit aus sechs nominierten Einrichtungen ihren Favoriten zu wählen oder eine weitere Einrichtung vorzuschlagen. Diesem Umstand sei es zu verdanken, dass das Frauenhaus "Mirjam" in Hallein nicht nur zusätzlich nominiert wurde, sondern mit 17 Prozent sogar auf Platz 2 landete, so die "Jugend für das Leben". Auf die Abtreibungsklinik "Gynmed" fielen nur 161 der insgesamt 1513 Stimmen und landete damit auf Platz 4, während "ISIS" lediglich 9 Prozent der Stimmen erhielt. "Die Salzburger Bevölkerung hat durch ihre Wahl und Kritik im Vorfeld ein klares Zeichen für die unantastbare Würde der Ungeborenen gesetzt", kommentierte Broucek das Wahlergebnis. Sie hofft, dass die Politik dieser eindeutigen und lebensbejahenden Richtung folgt. Die Salzburger Landesregierung sei - vor allem nach einem eindeutigen Ergebnis wie diesem - verpflichtet, endlich die Interessen der Bevölkerung zu vertreten und nicht irgendwelche eigenen Ideologien voranzutreiben.

Im Vorfeld der Entscheidung hatte die Nominierung der Abtreibungsklinik "Gynmed", die seit 2005 in den Salzburger Landeskliniken angesiedelt ist, starke Proteste seitens der Bevölkerung und Politik ausgelöst. So gaben etwa in einer Online-Umfrage der Salzburger Nachrichten bis 15. Februar 91 Prozent der knapp 1300 Teilnehmer an, dass sie die Nominierung für nicht berechtigt erachteten und sie für eine frauenpolitische Fehlentscheidung hielten. Neben "Jugend für das Leben" meldeten sich andere Gruppierungen, sowie namhafte Politiker gegen die Nominierung von "Gynmed" zu Wort. Salzburgs ÖVP-Landesrätin Doraja Eberle kritisierte die Nominierung als "ein völlig falsches Signal für moderne Frauenpolitik". Dr. Marie-Luise Zuzan vom Katholischen Familienverband Salzburg betonte: "Eine Abtreibungsklinik (...) als frauenpolitische Errungenschaft zu bezeichnen (...) ist keineswegs ein gesellschaftspolitisch richtiges Signal, sondern ein ausgesprochener Fehlgriff."

Weitere Informationen:

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3. Aktuelle Umfrage zur Vorsorge: Frauen verfassen häufiger Patientenverfügungen als Männer

Nürnberg (ALfA). In Deutschland haben mehr Frauen als Männer für den Krankheitsfall eine so genannte Patientenverfügung verfasst. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Gesundheitsmagazins "Apotheken Umschau" herausgefunden, deren Ergebnisse am 8. März veröffentlicht wurden. Befragt wurden dazu von der GfK Marktforschung Nürnberg 1.973 Personen ab 14 Jahren, darunter 1.016 Frauen und 957 Männer. Demnach hat jede fünfte Frau bzw. 19,2 Prozent festgelegt, welche medizinischen Maßnahmen gewünscht werden, oder ob sie unterlassen werden sollen, für den Fall, dass sie ihren eigenen Willen einmal nicht mehr kundtun kann. Bei den Männern ist dies nur jeder sechste, d.h. 16,2 Prozent.

Vor allem bei den 50- bis 59-Jährigen ist der Geschlechterunterschied sehr deutlich. Nur jeder neunte Mann in dieser Altersstufe, d.h. 10,9 Prozent, hat eine Patientenverfügung unterzeichnet, bei den Frauen sind es mit 20,1 Prozent fast doppelt so viele. Auch bei den 60- bis 69-Jährigen gibt es noch deutliche Differenzen. Hier lag das Ergebnis bei den Männern bei 26,3 Prozent, bei den Frauen waren es 30,8 Prozent. Erst bei den Ab-70-Jährigen herrscht dann Gleichstand: Knapp vier von zehn Frauen, d.h. 37,6 Prozent, und auch genau so viele Männer, d.h. 38,0 Prozent, haben für den Fall der Fälle entsprechende Vorkehrungen getroffen.
 

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4. Was sonst noch lief: Weitere lesenswerte Artikel zum Lebensrecht

Auf der Webseite der Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA) finden Sie in der Rubrik Presse/Publikationen unter "Pressespiegel" wöchentlich aktualisiert zahlreiche Links zu interessanten Online-Artikel zu sämtlichen Themen des Lebensrechts. Dort gibt es u.a. folgende Artikel:

Weitere lesenswerte Artikel finden Sie im ALfA-Online-Pressespiegel

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