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ALfA-Newsletter 17/12 vom 05.05.2012

Kategorie: Newsletter

Themenübersicht

  1. Neues aus der Stammzellforschung: Verjüngung adulter Stammzellen gelungen
  2. Palliativversorgung in Deutschland weiter ausbauen: Neue Projektphase zur Umsetzung der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland
  3. 20 Jahre Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung: Recht auf Teilhabe umsetzen und Barrieren beseitigen
  4. Was sonst noch lief: Weitere lesenswerte Artikel zum Lebensrecht

ALfA-Terminkalender

  • 18. - 20. Mai, Celle: Vita L Seminar - Schulung für Telefonberatung bei Schwangerschaftskonflikten
  • 01. - 02. Juni, Fulda: Bundesdelegierten-Versammlung der Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA)
  • 01. - 03. Juni, Fulda: Jahrestagung "Ärzte für das Leben e.V." zum Thema "Technische Manipulationen am Lebensanfang: Bedeutung für die Menschenrechte" (Im zweiten Teil der Tagung wird im Austausch mit anderen Lebensrechts-Organisationen im deutschen Raum Möglichkeiten einer zukünftigen Zusammenarbeit gesucht.)
  • 22. September, Berlin: Marsch für das Leben (Bundesverband Lebensrecht)

Den ausführlichen Terminkalender mit Details zu diesen und weiteren Veranstaltungen finden Sie unter Termine.
 

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1. Neues aus der Stammzellforschung: Verjüngung adulter Stammzellen gelungen

Ulm / Cincinnatti (ALfA). Wissenschaftler aus Ulm und Cincinnatti haben einen Weg gefunden, adulte Stammzellen des blutbildenden Systems zu verjüngen, so dass diese ihre Aufgaben im Körper wieder genauso gut erfüllen können wie junge Zellen. Ihre Erkenntnisse zeigen in bisher einmaliger Form, dass bestimmte Alterungsprozesse in diesen Zellen rückgängig gemacht werden können und geben Hinweise darauf, dass dies auch für andere Zellen gelten könnte, teilte das Universitätsklinikum Ulm am 3. Mai in einer Presseaussendung mit. Langfristig könnten demnach ihre Forschungen helfen, altersbedingten Erkrankungen wie Blutarmut oder verminderte Immunabwehr besser zu begegnen, Die Forschungsergebnisse erschienen am selben Tag im rennommierten Fachjournal Cell Stem Cell (doi: CELL-STEM-CELL-D-11-00519R2, Geiger).

Wie es in der Mitteilung weiter heißt, haben mit der Verjüngung der adulten Stammzellen die Wissenschaftler der Klinischen Forschergruppe 142 der Ulmer Universitätsmedizin und des Cincinnatti Children's Hospital Medical Center ermöglicht, was man lange für unmöglich hielt. Bekannt war, dass die adulten Stammzellen des blutbildenden Systems, aus denen sich beispielsweise die roten und weißen Blutkörperchen bilden, eine erhöhte Konzentration eines bestimmten Eiweißstoffes (RhoGTPase Cdc42) aufweisen, wenn sie altern. "Uns ist es nun gelungen, mit Hilfe einer speziellen pharmakologische Substanz, genannt CASIN, die erhöhten Werte dieses Eiweißstoffes abzusenken", berichtete Prof. Dr. Hartmut Geiger, Leiter der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Klinischen Forschergruppe KFO 142, die über Molekulare und zelluläre Mechanismen der Alterung forscht.

"Die Absenkung des Eiweißstoff-Pegels in Stammzellen der Maus führte dazu, dass die Stammzellen wieder so funktionierten wie junge, der Alterungsprozess also an diesem Punkt rückgängig gemacht werden konnte", so Geiger, der in diesem Teilprojekt mit Kollegen um Dr. Yi Zheng aus Cincinnatti zusammenarbeitet. Bedeutsam daran sei, dass die Untersuchungen ohne genetische Eingriffe mit normal gealterten Stammzellen durchgeführt worden.

Sichtbar werde die Verjüngung der Zellen u. a. an ihrer Struktur: In jungen Zellen sind bestimmte Funktionen und Stoffe an festgelegten Stellen angeordnet. Altern die Zellen, löst sich diese Ordnung auf - ein Grund, so die Vermutung, für das schlechtere Funktionieren gealterter Stammzellen. "Durch die Absenkung des Eiweißstoff-Pegels, die wir durchgeführt haben, wurde die Ordnung wieder hergestellt, die in jungen Zellen herrscht", berichtete Dr. Carolina Florian, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Arbeitsgruppe um Professor Geiger. Da die Zusammenhänge von Alter, Ordnung und Funktionalität in Bezug auf den untersuchten Eiweißstoff nicht nur für Stammzellen des blutbildenden Systems gelten, lassen sich die neuen Erkenntnisse möglicherweise auch auf weitere Bereiche übertragen, so die Forscher.

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2. Palliativversorgung in Deutschland weiter ausbauen: Neue Projektphase zur Umsetzung der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland

Berlin (ALfA). Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, der Deutsche Hospiz- und Palliativverband und die Bundesärztekammer (BÄK) haben mehr Palliativstationen und Hospize für die Versorgung sterbenskranker Menschen gefordert. "In den vergangenen Jahren hat es in diesem Bereich zwar große Fortschritte gegeben, doch noch immer werden viele der schwerstkranken und sterbenden Menschen von den Angeboten nicht erreicht", sagte Bundesärztekammer-Präsident Dr. Frank Ulrich Montgomery am 3. Mai bei einem Treffen der Steuerungsgruppe der "Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland" in Berlin. Die Palliativmedizin könne dazu beitragen, das Vertrauen der Menschen in eine fürsorgliche Medizin am Lebensende zu stärken, so Montgomery laut Pressemitteilung.

Der Steuerungsgruppe obliegt die grundsätzliche Ausrichtung des 2008 angestoßenen Charta-Prozesses. Unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes und der Bundesärztekammer haben mehr als 50 Verbände, Ministerien sowie die beiden großen Kirchen die Charta erarbeitet und genehmigt. Sie thematisiert die Rechte, Bedürfnisse und Wünsche von Schwerstkranken und Sterbenden. In fünf Leitsätzen plädierten die Verbände und Organisationen für eine Verbesserung der juristischen, medizinischen und ethischen Rahmenbedingungen. Versorgungsstrukturen müssten stärker miteinander vernetzt, Aus-, Weiter- und Fortbildung ausgebaut und Forschungsvorhaben gefördert werden.

Nachfolgeprojekt "Charta II"

Im Nachfolgeprojekt "Charta II", das bis Ende 2013 läuft, steht nun die Umsetzung der in dem Papier formulierten Ziele im Mittelpunkt. "Wir möchten die Planung und Umsetzung konkreter Projekte durch Organisationen und Einrichtungen, die am Runden Tisch beteiligt waren, transparent machen sowie Möglichkeiten für weitere Initiativen ausloten", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, Prof. Dr. Friedemann Nauck. "Ein weiteres Ziel ist die Initiierung einer nationalen Strategie zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland", berichtete Dr. Birgit Weihrauch, Vorstandsvorsitzende des Deutscher Hospiz- und PalliativVerbands. Dazu würden Gespräche mit der Politik und verschiedenen gesellschaftlichen und gesundheitspolitischen Gruppen geführt.

Die drei Trägerorganisationen haben sich bis Dezember 2013 zum Ziel gesetzt, 5000 Unterstützer zu finden und rufen alle Interessierten auf, sich an diesem Prozess zu beteiligen. Die Finanzierung des Projektes "Charta II" erfolgt über die Robert Bosch Stiftung, das Bundesfamilienministerium und die drei Trägerorganisationen.

Weitere Informationen:

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3. 20 Jahre Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung: Recht auf Teilhabe umsetzen und Barrieren beseitigen

Berlin (ALfA). Am 5. Mai fand zum 20. Mal der "Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung" statt. Ziel des Protesttages ist es, auf die Situation von Menschen mit Behinderung in Deutschland aufmerksam zu machen und sich dafür einzusetzen, dass alle Menschen gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben können. Dazu veranstalten zahlreiche Verbände und Organisationen der Behindertenhilfe und -selbsthilfe rund um den 5. Mai überall in Deutschland Informationsgespräche, Podiumsdiskussionen, Demonstrationen und andere Aktionen.

Der Protesttag sei "ein Zeichen für eine starke Bewegung behinderter Menschen", so der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, in einer Pressemitteilung am 4. Mai. "Ohne sie wären die Erfolge der letzten 20 Jahre - von der Grundgesetzänderung im Jahr 1994 bis zur UN-Behindertenrechtskonvention - nicht denkbar gewesen", erklärte Hüppe. Insbesondere die UN-Behindertenrechtskonvention habe den Perspektivwechsel von der Fürsorge zur Teilhabe von Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft getragen.

"Heute setzen sich Menschen unterschiedlichster Organisationen und Ebenen mit Inklusion auseinander. Mit dieser Entwicklung hatte vor Jahren noch niemand gerechnet", betonte der Behindertenbeauftragte. Allerdings müssten Veränderungen auch konkret bei den Menschen ankommen. Neben vielen guten Beispielen gebe es immer noch Barrieren in allen Lebensbereichen, von der Kindertagesstätte und Schulen, über Ausbildung und Beschäftigung bis zum Bereich Wohnen und Freizeit. "Teilhabe ist ein Menschenrecht. Das scheint aber noch nicht überall, insbesondere nicht in jeder Behörde, angekommen zu sein. Proteste sind deshalb weiter nötig", so Hüppe.

Teilhabe in der Gesellschaft scheitere immer noch oft an bestehenden Barrieren. Dabei sei Barrierefreiheit, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, eine Investition in die Zukunft, gab Hüppe zu bedenken. Er unterstütze deshalb den Aktionstag "Jede Barriere ist eine zu viel! " der Aktion Mensch, ihrer Mitgliedsverbände, der Verbände behinderter Menschen, weiterer Organisationen und von örtlichen Akteuren am 5. Mai. "Die deutschlandweit mehreren Hundert Veranstaltungen und Aktionen werden das Bewusstsein für bestehende Probleme schärfen und können Handlungsdruck erzeugen. Sie sind ein deutliches Signal an diejenigen, die Belange behinderter Menschen immer noch ignorieren", so der Behindertenbeauftragte.

Weitere Informationen:

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4. Was sonst noch lief: Weitere lesenswerte Artikel zum Lebensrecht

Auf der Webseite der Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA) finden Sie in der Rubrik Presse/Publikationen unter "Pressespiegel" wöchentlich aktualisiert zahlreiche Links zu interessanten Online-Artikel zu sämtlichen Themen des Lebensrechts. Dort gibt es u.a. folgende Artikel:

Weitere lesenswerte Artikel finden Sie im ALfA-Online-Pressespiegel

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