Eine Lizenz zum Töten
"Ich bin Ihr Arzt und ich bin hier, um Sie zu töten"
von Barbara Simpson
Ich mache Radio-Interviews und schreibe. Ich spreche mit Reportern und Wissenschaftlern, Experten und Bürgern, die mir Geschichten zu erzählen haben. Die meiste Zeit diskutieren wir über Probleme und Situationen, die andere berühren. Es kommt nicht oft vor, dass ein Thema mich oder meine Familie betrifft.
Vor etwas mehr als zwei Wochen interviewte ich einen Mann, mit dem ich schon zuvor ein Interview geführt hatte. Er hat ein Buch über Euthanasie, über den so genannten "Gnadentod", geschrieben.
Wesley Smith hat nun eine neues Buch veröffentlicht, "The Culture of Death: The Assault on Medical Ethics in America" (Die Kultur des Todes: Der Angriff auf die medizinische Ethik in Amerika). Es ist ein unterkühlter Bericht über versteckte Änderungen in der medizinischen Versorgung in unserem Land und, noch wichtiger, die absichtlichen Änderungen in der Ausbildung der Ärzte, Schwestern, ethischen Berater usw.
Erinnern Sie sich, wie die meisten von uns besorgt waren über die Wunder der medizinischen Technologie, die uns künstlich am Leben hält und uns zu Sklaven von Schläuchen und Maschinen macht? Erinnern Sie sich, wie uns allen empfohlen wurde, Patientenverfügungen zu verfassen, die bestimmen sollten, welche Maßnahmen wir in letzter verzweifelter Leidensnot ablehnen? Erinnern Sie sich an das viele Geld, das wir Anwälten zahlten, um solche Dokumente abzufassen und wie wir uns schließlich sicher fühlten, als es getan war?
Vergessen Sie es. Sie sind nicht sicher. Sie sind gefährdeter denn je. Nicht etwa gefährdeter in der Weise, dass Sie länger am Leben gehalten werden, als Sie es wünschen, sondern in der Weise, dass Ihr Leben eher beendet wird, als Ihre Natur es vielleicht vorgibt, und tatsächlich auch eher, als Sie oder Ihre Familie es wollen.
Ich will keine beschönigenden Worte gebrauchen. Was ich sagen will: Sie und Ihre geliebten Angehörigen sind mehr in Gefahr, dass Ihr Leben von Ärzten beendet wird, die medizinische Hilfe verweigern, als dass es künstlich verlängert wird.
In seinem Buch beschreibt Smith die so genannte "Vergebliche Sorge Theorie". Vereinfacht ausgedrückt, bedeutet sie, dass Ärzte die Behandlung verweigern werden, jegliche Behandlung, falls sie beschließen, dass es Zeit für Sie zu sterben ist. Dabei ist es unerheblich, ob der Patient Hilfe will. Es ist unerheblich, ob die Familie Hilfe will. Die Antwort wird "nein" sein.
Als ich Smith interviewte, konnte ich mir im Traum nicht vorstellen, dass ich selbst innerhalb von Tagen diese Situation erfahren sollte. Doch es war so. Es ist die schlimmste Erfahrung, die Sie sich vorstellen können. Diese Erfahrung ließ mich zurück voller Gefühle der Wut, des Ärgers und der Enttäuschung. Sie ließ mich zurück mit dem Verlust meines Vaters. Er starb vor ein paar Nächten. Er befand sich im Spätstadium von Prostatakrebs. Er hatte lange Zeit vorher entschieden, auf Bestrahlung, Chemotherapie und Operation zu verzichten. Dies war seine Entscheidung. Man behandelte die Krankheit mit Hormonen und Kräutern, und sie war zahlreiche Jahre unter Kontrolle. Aber schließlich breitete sie sich aus, und wir wussten um das nahe Ende.
Vor einer Woche wurde er wegen einer Blutdrainage in ein größeres Krankenhaus eingeliefert. Er war bei klarem Bewusstsein, konnte selbst essen und trinken und hatte nur geringe Schmerzen. Die einzige medizinische Behandlung bestand in einem Blutdruckmedikament, leichten Schmerzmitteln und der Infusion einer Salzlösung. Das war kaum das, was man unter "Endstadium" versteht. Er sollte zur Rekonvaleszenz in sein ursprüngliches Krankenhaus zurückverlegt werden. Da geschah alles so schnell, dass uns der Kopf schwirrte.
Die Ärzte beschlossen, dass wir lediglich Hilfe gegen den Schmerz wollten, deshalb hörten sie auf, ihm seine Medikamente zu geben, einschließlich der Infusion. Sie fragten die Familie gar nicht erst; es war eine willkürliche Entscheidung. Meine arme Mutter, die allein mit Vater war, glaubte ihnen, als sie sagten, es sei das "Beste" für ihn. Sie waren ja schließlich Ärzte! Außerdem, so sagte sie mir, fürchtete sie sich, sie zu befragen, aus Angst, sie könnten Vater Schmerz zufügen.
Es war ein Wochenende. Als ich herausfand, was sie getan hatten, verlangte ich einen Arzt zu sprechen, bekam aber nur zur Antwort, dass er nicht erreichbar sei. Und die Schwestern konnten die Infusion ohne Anordnung eines Arztes nicht wieder anbringen. Ich flehte die Oberschwester an, erfuhr von ihr aber nur, dass Vater sich in "einem Prozess" befinde! Ein Prozess? Ja, allen Ernstes wurde mir gesagt, mein Vater sei in einem "Prozess". Dies ist also die neue Art und Weise um zu sagen, dass Vater im Sterben lag. Die Schwester sagte auch, es sei gut, Vater nicht mehr mit Flüssigkeit zu versorgen, denn dies würde seinen Körper zwingen, Endorphine zu produzieren, die seinen Schmerz lindern würden. Ich konnte meinen Ohren nicht trauen!
Nach langer Diskussion brachte ich sie dazu, dass sie den Arzt veranlasste, mich anzurufen. Er verweigerte die Infusion. Sie zwangen meine Mutter zuzustimmen, bis Montag zu warten, um dann zu sehen, wie es Vater gehe. Sie sagten ihr sogar, die Infusion richte mehr Schaden an.
Vater aß und redete bis zum Schluss. Er aß sogar mit Genuss zwei Desserts. Ich sprach einige Stunden früher mit ihm, und er war ganz der Alte. Zwei Tage zuvor hatte ich ihn gefragt, ob er sterben wolle, und er hatte nein gesagt.
Sie können ein paar Wochen ohne Nahrung leben, aber nur etwa zwei Tage ohne Wasser. Die Ärzte entfernten die Infusion Freitag Nacht. Vater starb Sonntag Nacht. Nach zwei Tagen. Der Arzt drückte Mutter gegenüber sein Bedauern aus und sagte, es täte ihm leid, dass ich so durcheinander sei. Er sagte: "Das geschieht oft mit Familienmitgliedern, die es nicht verstehen und dann sehr emotional reagieren." Ich weiß nicht, wie er nachts schlafen kann. Ich kann es kaum erwarten, seine Rechnung zu bekommen. Ich habe mehr Tröstung vom Tierarzt erhalten, als mein Hund starb.
Seien Sie gewarnt. Dies ist nicht einfach nur meine Tragödie, dasselbe Schicksal erwartet Ihre Familie, denn dies ist es, was das Gesundheitssystem seine Leute zu tun lehrt - uns gegenüber, ihren Patienten, unter der Maske der Medizin. Gott helfe uns.
Bei dem Beitrag von Barbara Simpson handelt es sich um eine gekürzte Übersetzung aus dem Amerikanischen. Was die Autorin schildert, ist auch hierzulande kein Einzelfall. Als die Großmutter des Übersetzers vor ein paar Monaten im Sterben lag, wurde auch ihr eine Flüssigkeitsinfusion vorenthalten, obwohl sie nichts mehr trinken konnte. Auch hier sagten die Krankenhausärzte auf Anfrage, sie benötige die Infusion nicht. Aufgrund des dringenden Rates einer befreundeten Ärztin konnte der Hausarzt überredet werden, ihr nach Entlassung aus dem Krankenhaus eine Infusion anzulegen. Das linderte ganz offensichtlich die Todesqualen. (Anmerkung der Redaktion)
"Ich habe Angst: Ich bin erst 16, meine Freundin ist schwanger"
Den folgenden Bericht schrieb ein 16jähriger Hauptschüler. Wir veröffentlichen ihn leicht gekürzt.
Als ich vor zwei Monaten erfahren habe, dass meine Freundin schwanger ist, ist für mich die Welt zusammen gebrochen. Erstmal hatte ich total Angst. Als ich mich mit meiner Freundin darüber unterhalten habe, wie es sein wird mit dem Baby, hatte ich noch mehr Angst, dass ich es finanziell nicht schaffe, und dann das mit meinen Eltern.
Eine Woche später habe ich es meinen Eltern erzählt und sie haben es nicht akzeptiert und dazu kam noch, dass es meine ganze Klasse erfuhr. Ich dachte es wird noch schlimmer, dass sie mich zum Beispiel fertig machen. Aber es war nicht so.
Da habe ich mich total gefreut. Ein paar aus meiner Klasse haben mir auch geholfen und die Familie von meiner Freundin stand auch hinter uns. Das war eine Erleichterung für mich und sie. Es gibt zwar immer ein paar Bekloppte, aber an denen störe ich mich nicht, weil ich den Kopf dazu nicht habe. Es gab nämlich viel zuviel Stress mit meiner Familie. An einem Tag haben die Mama von meiner Freundin und ich alles geregelt. Die Mama hat danach bei uns zu Hause angerufen und erzählt wie es sein wird.
Nach einigem hin und her zwischen meinen Eltern und ihren haben es meine endlich verstanden. Sie haben sich um uns gekümmert und waren auch stolz, dass sie schon so jung Oma und Opa werden. Wir bekommen einen gesunden Jungen (Nico). Alle haben es später zum Glück verstanden und haben uns total geholfen. Meine Freundin und ich haben an die Zeit zurück gedacht wie es so war am Anfang mit dem ganzen Stress und so.

