Vergebung gefunden
"Du musst abtreiben. Es ist nichts als ein Klumpen Gewebe"
von Denise Mountenay
Bis zum Alter von 13 Jahren hatte ich eine normale Kindheit. Dann geschah etwas, das meine Eltern nicht unter Kontrolle hatten. Als ich eines Tages bei einer Freundin übernachtete, vergewaltigte mich ihr älterer Bruder. Ich hatte nicht den Mut, jemandem von dieser Verletzung zu berichten. Aber innerlich fühlte ich mich wie Abfall, wie Müll. Kein anständiger Mann würde mich jemals mehr wollen, dachte ich. Und ich begann zu trinken, rauchte und nahm Drogen. Unter dem Einfluss von Alkohol und anderen Rauschmitteln war ich ein leichtes Opfer von Kerlen, die ihren Vorteil herausschlagen wollten.
Als ich 16 Jahre alt war, beschlossen meine Eltern, die sich Sorgen um mich machten, mich in die Schweiz zu schicken. Dort sollte ich leben und für meinen Großvater und meine Tante, die eine Restaurant führten, arbeiten. Kurz nach der Ankunft stellte ich fest, dass ich schwanger war. Aus Scham konnte ich niemandem davon erzählen. Meine Tante war zufällig zur gleichen Zeit schwanger. Ich begann, ihre Babykleidung zu stehlen und plante, nach Liechtenstein zu gehen und dort zu arbeiten, bis mein Baby geboren wäre.
Nach einem Motorradunfall rief ich jedoch weinend bei meiner Mutter an. Sie nahm das nächste Flugzeug. Widerwillig berichtete ich ihr von meiner Schwangerschaft. Sie überzeugte mich, dass ich nach Kanada zurückgehen und diese "Operation" machen lassen sollte, die mich von dem Problem befreien würde. Dann könnte ich mit meinem Leben fortfahren... Ich dachte, wenn diese "Operation" nach Ansicht meiner Mutter in Ordnung ist, und nach Ansicht der Regierung, und nach Ansicht der Ärzte, dann musste sie schon in Ordnung sein.
Ich versuchte, es hinter mich zu bringen und trank weiter und suchte nach Liebe an den falschen Orten. Die Antibabypille verursachte bei mir üble Nebenwirkungen, die Spirale brachte mich wegen einer Infektion ins Krankenhaus, und die Männer liebten es nicht, Kondome zu benutzen.
Dann, ich war Mitte 20, traf ich Glenn, meinen Traumprinzen. Er war so stattlich, ein sehr hübscher Mann. Wir verliebten uns bis über die Ohren ineinander. Bereits nach zwei Wochen fragte er mich, ob ich mit ihm zusammen leben und ihn heiraten wolle. Es war wie im Märchen. Bald nachdem ich zu ihm gezogen war, stellte ich fest, dass ich schwanger war. Aber das Dilemma war, dass Glenn nicht der Vater sein konnte.
In meiner Angst, ihn zu verlieren, rief ich meine Mutter an. "Denise, Du musst abtreiben", rief sie aus. "Glenn wird Dich sicher verlassen, wenn er herausfindet, wie es um Dich steht", warnte sie. Auch meine Freundin Stacey überredete mich zur Abtreibung und bot mir an, mich in die Klinik zu begleiten.
Dieser schreckliche Tag hat sich in mein Gedächtnis unauslöschlich eingeätzt. Niemand hatte mir über die Folgen einer Abtreibung berichtet, niemand hatte mir die Wahrheit gesagt. Der Arzt belog mich hinsichtlich der Entwicklung des ungeborenen Kindes. Er zeichnete einen Punkt auf ein Blatt Papier und sagte, es sei "nichts als ein Klumpen Gewebe."
Ich durchlebte den schlimmsten Schmerz, den man sich vorstellen kann. Während ich bei Bewusstsein war, nahm der abtreibende Arzt eine Kürette und drang gewaltsam in meine Gebärmutter ein. Schmerz wie mit einem Rasiermesser durchbohrte meinen Bauch, und ich schrie, er solle aufhören. "Bitte stoppen Sie, machen Sie es nicht", rief ich in Todesangst. Es fühlte sich an, als würde ich erneut vergewaltigt. Es schien ewig zu dauern, bis er endlich Schluss machte. Ich rollte mich in Embryohaltung auf dem Tisch und verfiel in eine Art Schock. Ich konnte nicht reden oder mich bewegen, ich war wie gelähmt. Die Schwester befahl mir, mich zu beeilen und den Raum zu verlassen, sie hatte kein Mitleid.
Ein paar Tage später machten Glenn und ich Schluss. Ich fiel in eine tiefe Depression. Sie hatten es ein "ungefährliches" Verfahren genannt. Das ist eine Lüge. Von dieser Abtreibung bekam ich eine Infektion. Sie erzählten mir nie etwas über die möglichen körperlichen Komplikationen, die auftreten können; nichts von einem verletzten Gebärmutterhals, einer perforierten (durchstoßenen) Gebärmutter oder Narben und Infektionen, die zu Unfruchtbarkeit führen können.
Sie erwähnten nie das "Post Abortion Syndrom", eine traumatisch-seelische Erkrankung. Wussten Sie, dass die meisten Frauen früher oder später nach einer Abtreibung unter Depression, Schuldgefühlen, Gewissensnöten, Trauer, Selbstmordneigung, selbstzerstörerischem Verhalten, Albträumen und Ängsten leiden? Neuere Studien beweisen, dass Frauen nach einer Abtreibung mit einer fünffach gesteigerten Wahrscheinlichkeit Probleme mit Alkohol- oder Drogenmissbrauch haben. Eine andere Studie vom Juli 2000 bestätigt, dass bei diesen Frauen auch ein größeres Risiko für ihre psychische Gesundheit besteht. 27 von 34 weltweiten Studien beweisen jetzt, dass ein großer Zusammenhang zwischen Abtreibung und Brustkrebs besteht. Der Forscher Dr. Joel Brind ist der Ansicht, dass sich das Risiko durch eine Abtreibung verdoppelt!
Statistiken zeigen, dass Abtreibungen in Kanada in nahezu zehn Prozent der Fälle zu einem Krankenhausaufenthalt führen infolge starker Blutungen, Infektion, nicht abgegangener Plazenta oder Teilen des Babys, perforierter Gebärmutter usw. Brent Rooney hat in einer weiteren Untersuchung viele Studien gefunden, die direkte Zusammenhänge aufzeigen zwischen Abtreibung und späterem niedrigem Geburtsgewicht, das beim Neugeborenen Hirnlähmung verursachen kann.
Wie viele andere Frauen in dieser Generation wurde ich dahingehend getäuscht zu glauben, es sei kein Baby, sondern bloß ein Tropfen Gewebe. Falsch! Wenn es kein Baby ist, dann sind Sie auch nicht schwanger! Die wissenschaftliche Offensichtlichkeit der fötalen Entwicklung ist fast erschreckend. Im Augenblick der Empfängnis ist der gesamte genetische Code vorhanden. Nach drei Wochen schlägt das Herz, nach acht Wochen haben sich perfekte winzige Finger und Zehen entwickelt. In der zehnten Woche individuelle Fingerabdrücke.
Dass etwas legal ist, bedeutet nicht, dass es auch richtig ist. Sklaverei war in der Regel legal. Farbige Menschen hatten weder ein Lebensrecht, noch Freiheit oder Eigentum. 1936 erklärte das höchste Gericht Deutschlands, Juden hätten keine Rechte. Das Grauen der Judenvernichtung folgte. Heute sind es Ungeborene, die vollkommen wehrlos, aber ganz Mensch und ganz lebendig sind, die im Mutterleib getötet werden.
Abtreibung ist eine gewaltsame Form der Geburtenkontrolle. Wenn es eine "medizinische Notwendigkeit" ist, dann ist eine Seuche über unser Land gekommen! Alle Menschen der Erde passen bequem in den Staat Texas: Glauben Sie nicht an den Mythos von der Überbevölkerung. Die Kanadier sind mit ihren hohen Abtreibungszahlen, hoher Unfruchtbarkeitsrate und einer älter werdenden Bevölkerung zu einer "gefährdeten Spezies" geworden. In 20 Jahren wird der volkswirtschaftliche Verlust gewaltig sein.
Mein Buch Forgiven of murder... A true Story (Vergebung für den Mord - Eine wahre Geschichte) ist ein Augenzeugenbericht: Eine Abtreibung verletzt die Frau und tötet das Kind. Das Buch möchte aufklären, die Öffentlichkeit unterrichten, Lebensrechtler ermutigen, Abtreibungsbefürworter zur Umkehr bewegen, Frauen warnen und Leben retten. Wir wissen, dass drei Babys aufgrund dieses Buches gerettet wurden. Bedenken Sie: Abtreibung ist kein Schwarz-Weiß-Thema. Sie ist blutrot. Mit meiner Mission möchte ich ein teuflisches Verfahren aufdecken und junges Leben retten.
Anmerkung der Redaktion: Das Buch von Denise Mountenay kann über das Internet unter www.amazon.com oder www.chapters.ca oder direkt beim Verlag C. Reality Publishers, 10602-89th St. Morinville, Alberta, Canada, bestellt werden.
Die Autorin ist gerne bereit, zum Thema Vorträge zu halten. Anfragen richten Interessenten bitte direkt an Frau Mountenay. Sie ist unter folgender eMail-Adresse dwmountenay@lycos.com oder über die oben genannte Verlagsanschrift erreichbar. Die Autorin hat zudem die Erlaubnis erteilt, vorstehenden Text auch in anderen Zeitschriften und Zeitungen abzudrucken.
Hilfe für Mutter und Kind
ALfA unterstützte zehn Jahre lang eine junge, alleinerziehende Mutter
Frau B. kommt zu uns über das Frauenhaus unserer Stadt. Sie hat keine Einkünfte und ist im vierten Monat schwanger. Nachdem sie schon einmal abgetrieben und dies als sehr schmerzhaft erfahren hat, will sie das Kind diesmal unbedingt behalten. Sie sucht Hilfe.
Durch die Schwangerschaft hat sie ihre Arbeitsstelle und zugleich die Unterkunft verloren. Zusammen mit der Beratungsstelle können wir ihr immer wieder Unterstützung geben und veranlassen dann die notwendigen Schritte, damit sie das ihr zustehende Arbeitslosengeld bekommt. Sie sammelt mühsam die Papiere; die türkische Beratung in München muss eingeschaltet werden. Frau B. braucht einen neuen Pass.
Sozialhilfe wurde auch beantragt. Sie wohnt inzwischen in A (sehr notdürftig in einem Dachzimmer) und ruft fast jeden Tag an, weil sie Angst hat. Ich muss sie beruhigen, denn sie hat immer wieder Depressionen. Ich suche nach einer Unterkunft. In der Nachbarstadt kenne ich ein Bildungshaus, das von Klosterschwestern betreut wird. Ich rufe dort an und werde an das Altenheim verwiesen, das auch von den Schwestern betreut wird. Die Frau Oberin ist bereit, ein kleines Zimmer zur Verfügung zu stellen. Wir sind erleichtert.
Frau B. lacht, weil sie als Muslimin in ein Kloster zieht. Am 10. Februar 1991 kann sie einziehen. ALfA bezahlt eine geringe Miete. Frau W. hat hohe Schulden und gesteht, dass sie mit Geld nicht umgehen kann und deshalb in ein Mutter-Kind-Haus möchte. Ich telefoniere mit verschiedenen Städten; Plätze sind in solchen Häusern nur schwer zu bekommen. Nun stellt sich die Frage, wer den Aufenthalt im Mutter-Kind-Haus bezahlt. Das Sozialamt weigert sich.
Ich nehme Kontakt mit dem Jugendamt in T. auf, und nach vielen Telefonaten ist das Amt bereit, die Kosten zu übernehmen. Frau B. bekommt etwas Arbeitslosengeld bzw. Mutterschaftsgeld. Gleichzeitig stehen wir in Kontakt mit dem Mutter-Kind-Heim (SKF) in T. Frau B. muss sich dort vorstellen. Ein Einzugstermin kann noch nicht festgelegt werden.
Inzwischen ruft mich die Schwester Oberin immer wieder an, da sie ab Mai das besetzte Zimmer für eigene Bedürfnisse brauchen. Ich beruhige sie mit der Aussicht, dass Frau B. bald in das Mutter-Kind-Heim kommt. Frau B. wohnt nun 2 1/2 Monate bei den Schwestern und ist im 7. bis 8. Monat schwanger. Anfang Mai 1991 kann sie endlich in das Mutter-Kind-Heim einziehen - mit ständiger Unterstützung durch die ALfA. Im Juli kommt ihe Tochter zur Welt - ich besuche sie und stelle fest, dass sie sehr glücklich ist. Nach der Entbindung kann Frau B. im Mutter-Kind-Haus wohnen; ALfA gewährt eine Patenschaft und in den folgenden Jahren immer wieder Zuschüsse für Kleidung.
Frau B. wohnt drei Jahre im Mutter-Kind-Haus. Über das Arbeitsamt kann sie verschiedene Schulungen mitmachen und bekommt 1994 eine eigene Wohnung zugewiesen. Vier Jahre später habe ich ihr privat noch einmal Hilfe zukommen lassen. Sie will in einem Reisebüro eine Stelle antreten. In ihren zahlreichen Briefen drückt sie immer wieder ihre große Dankbarkeit aus. Der letzte Brief ist bereits mit Computer geschrieben; die Umschulung hat offensichtlich geklappt.
Gerda Fink, Memmingen

