Damit jedes Leben eine echte Chance hat
Die Patenschaftsaktion der ALfA braucht Ihre Hilfe um helfen zu können
Die ALfA hat schon vor vielen Jahren eine Patenschaftsaktion mit Sitz in Augsburg ins Leben gerufen. Diese hat den Zweck, schwangeren Müttern und Familien mit Kleinkindern in besonderen Notlagen finanzielle Unterstützungen zu gewähren. Dank der vielen Spender, die diese Aktion möglich machten, konnten wir bisher in zahlreichen Fällen helfen. Diese Hilfen verhinderten Abtreibungen und erleichterten so mancher Mutter das "Ja" zum Kind.
Der ALfA ist es nach wie vor ein großes Anliegen, in Notfällen auch künftig helfen zu können. Die Hilferufe werden nicht weniger, zumal sie nicht nur aus Bayern, sondern aus allen Bundesländern kommen.
Zur Zeit hat die Patenschaftsaktion monatlich ca. DM 3.000,— mehr Ausgaben als Spendeneinnahmen. Bitte, helfen Sie uns durch großherzige finanzielle Unterstützungen, damit die ALfA ihre Hilfen in besonderen Notlagen nicht einschränken muss.
Die ALfA unterstützt beispielsweise allein stehende schwangere Mütter, die wegen der Schwangerschaft und auch nach der Entbindung längere Zeit nicht mehr berufstätig sein können und auch keine Hilfen von Angehörigen zu erwarten haben.
Die ALfA hat ferner Unterstützungen gewährt, wenn z.B. der Familienvater eine Freiheitsstrafe antreten musste und die Mutter, völlig mittellos, die Kinder allein zu versorgen hatte. Die Sozialhilfeleistungen reichen in solchen Fällen meistens nicht aus, um auch die mit dem Strafverfahren und der Strafverbüßung zusammenhängenden außergewöhnlichen finanziellen Belastungen auszugleichen.
Ein weiteres Beispiel: Nach einem Umzug einer kinderreichen Familie in eine größere Wohnung stirbt die Mutter von 4 kleinen Kindern. Der berufstätige Vater musste zu Hause bleiben, um die Kinder zu versorgen. Finanzielle Hilfen waren auch hier dringend geboten.
Ein weiterer Fall: Eine drogenabhängige junge allein stehende Frau wurde schwanger. Vom nichtehelichen Vater waren auf Grund seiner Verhältnisse keine Unterhaltsleistungen zu erwarten. Durch den Drogenkonsum war auch der Schuldenstand dieser Frau, die nicht mehr berufstätig sein konnte, sehr groß. Wir haben sie betreut und finanziell unterstützt. Sie hat inzwischen die Drogenabhängigkeit überwunden, lebt in geordneten Verhältnissen und sorgt für ihr Kind mit großer Liebe und Hingabe. Sie dachte nicht an eine Abtreibung. Durch die Hilfe der ALfA konnte inzwischen auch eine Schuldenregelung durchgeführt und der Schuldenstand abgebaut werden.
Diese wenigen Beispiele, neben vielen gleichartigen Fällen, mögen Ihnen zeigen, wie notwendig unsere Hilfe ist. Die ALfA fühlt sich dem Leben verpflichtet, gleichgültig ob die Hilfebedürftigen durch eigene Schuld oder schuldlos in Not geraten sind.
Die Spendengelder gibt die Patenschaftsgruppe nach sorgfältiger Prüfung der einzelnen Fälle und Prüfung aller anderen finanziellen Hilfsmöglichkeiten an die Bedürftigen aus. Abgesehen davon, dass wir dadurch finanzielle Notlagen mildern konnten, halfen wir oftmals auch seelische Bedrängnisse auszugleichen.
So dürfen wir abschließend noch einmal die herzliche Bitte zum Ausdruck bringen, die Patenschaftsaktion der ALfA kräftig zu unterstützen und diesen Aufruf auch an Freunde, Verwandte und Bekannte weiterzugeben.
Wir danken Ihnen dafür ganz herzlich mit einem Vergelt’s Gott.
Vitus Wagner
Nähere Informationen:
ALfA Bundesgeschäftsstelle,
Ottmarsgäßchen 8,
86152 Augsburg
Spendenkonto: 149 381
bei der Ligabank Regensburg,
Zweigstelle Augsburg
BLZ 750 903 00
Hearing in Brüssel
ALfA bei Anhörung des Europäischen Parlaments zur Humangenetik
Am 9. und 10. Juli 2001 veranstaltete der nichtständige Ausschuss Humangenetik des Europäischen Parlamentes ein Hearing mit 50 Organisationen aus ganz Europa. Die ALfA als Fachorganisation, die sich mit dem Lebensrecht und Lebensbedingungen Behinderter befasst, gehörte zu den dort vertretenen Organisationen. Weil es die alphabetische Reihenfolge so vorsah, durfte die ALfA als erstes sprechen. Wir referierten ein Positionspapier der ALfA, in welchem die Chancen und Risiken der Humangenetik aus unserer Sicht aufgezeigt wurden. Darin befürworteten wir die Nutzung der Chancen der Gentechnik, wenn es beispielsweise um Ursachenforschung z.B. von Krebserkrankungen, Unfruchtbarkeit, Fehlgeburten oder die Entwicklung von Medikamenten speziell abgestimmt auf das Genom eines Menschen geht. Zudem forderten wir die Nutzung von adulten Stammzellen (von Erwachsenen oder aus der Nabelschnur der Nachgeburt). Dagegen sprachen wir uns für ein Verbot verbrauchender Forschung an menschlichen Embryonen und den daraus gewonnenen embryonalen Stammzellen aus. Dies forderte auch die Mehrheit der übrigen anwesenden 50 Organisationen, ebenso wie nahezu einstimmig ein weltweites Klonverbot. Die ALfA und viele Behindertenorganisationen kritisierten, dass mit Methoden der Pränataldiagnostik systematisch eine Selektion und Ausmerzung behinderter Feten vorgenommen werde. Helga Stevens von der "European Union of the Deaf" (Europäische Vereinigung der Gehörlosen) berichtete - übersetzt von einem Gebärdendolmetscher, da sie selbst taubstumm ist - dass sich viele Behinderte als Gruppe heute einer Verfolgung ausgesetzt sehen, die der behinderter und jüdischer Mitbürger im Dritten Reich ähnlich sei. "Wir haben Angst! Lasst uns leben wie wir sind." Nach ihrem ergreifenden Vortrag applaudierten sogar die Mitglieder der Kommission des Europäischen Parlamentes.
Vertreter der Großindustrie sagten - bemerkenswerterweise - dass sie von der Gesellschaft Regelungen und auch Beschränkungen im Umgang mit der Humangenetik erwarteten. Da sollten wir sie beim Wort nehmen - insbesondere bei dem derzeitigen Drängen einiger Wissenschaftler und der Industrie, die unser mit breitem Konsens beschlossenes Embryonenschutzgesetz aufweichen wollen.
Kritik wurde auch an dem derzeitigen Ansinnen der Patentierbarkeit von Lebewesen oder Bestandteilen des menschlichen Erbgutes laut. Und Frauenverbände wehrten sich dagegen, von der Industrie als &Mac226;Organplantagen‘ für die Zurverfügenstellung von Embryonen zu Forschungszwecken missbraucht zu werden und unterstrichen die Unverfügbarkeit dieser Embryonen (sic!). Der Europaabgeordnete Dr. Peter Liese - Berichterstatter für Bioethik der EVP - forderte, dass insbesondere die Einbeziehung von Selbsthilfegruppen in die genetische Beratung erfolgen müsse, da Frauen, die eine bestimmte Diagnose über ihr ungeborenes Kind erfahren haben, viel Mut daraus beziehen können, wenn sie Familien kennen lernen, die auch ein Kind mit der Krankheit haben und damit zu leben gelernt haben. Die ALfA forderte zudem die Koedukation von behinderten und nichtbehinderten Kindern, um Diskriminierung in Europa bereits in der Erziehung an der Wurzel zu bekämpfen.
Der Kommissionsvorsitzende wies in seinem Schlusswort nach der zweitägigen Anhörung darauf hin, das Leben sei in all seiner Vielfalt zu fördern und zu schützen, wobei er deutlich machte, dass das Leben nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft ab der Verschmelzung von Ei - und Samenzelle beginne. Und an die Adresse von Industrie und Wissenschaftler richtete er die Worte: "Die Freiheit der Forschung ist nicht absolut."
Ralf Petersen

