"Was soll ich nur tun?"

 

Entscheidungskonflikt mit Happy End

 

Mir fällt auf, dass ich vor dem Wochenende häufiger Notrufe erhalte. So auch an einem Freitag im Februar.

 

In der Leitung eine junge Frau, die mit etwas trauriger Stimme sagt: „Ich bin in der achten Woche schwanger und weiß seit drei Wochen überhaupt nicht, was ich machen soll. Ich trete auf der Stelle und komme keinen Schritt weiter. Gestern hatte ich einen Termin zur Abtreibung, den ich abgesagt habe. Mein Beratungsschein liegt beim Arzt. Ich traue mich gar nicht wieder zu dem Arzt.“

 

Nach einer kurzen Pause erzählt sie weiter: „Am Mittwoch war ich bei einer Freundin. Ich habe mich entschlossen, das Kind zu bekommen, war so erleichtert. Meine Freundin meinte, sie habe mich in letzter Zeit nie so glücklich gesehen. Gestern war ich bei einer anderen Freundin zu Besuch. Sie hat ein Kind und einen lieben Mann.“ Da kamen ihr Bedenken. „Ich habe mich gefragt, ob es richtig war, den Termin abzusagen. Ich kann mich einfach nicht entscheiden.“

 

Noch am gleichen Tag biete ich ihr ein Beratungsgespräch in unserem Büro an. Sie erzählt mir alles noch einmal und fängt an zu weinen. Ich merke, dass es ihr sehr schlecht geht, dass sie sich alleingelassen fühlt. Ihr Partner will keine Familie und keine Verantwortung übernehmen. Er hat ihr das gesagt, und sie hängt an ihm.

 

Die Angst vor dem Eingriff kommt zur Sprache. Marina erhält von uns ausführliche Informationen, was bei einer Abtreibung passiert und welche Folgeschäden eintreten können. Sie sagt dann, dass sie eine Abtreibung nicht verkraften würde. Sie würde sich zurückziehen, und es käme keiner an sie heran.

 

In dieser Situation ist es wichtig, Marina darin zu bestärken, auf ihre innere Stimme zu hören. Da Marina nie Kinder wollte und ihr Studium beenden will, denkt sie über eine Adoption nach. Ich sage ihr, dass in dieser Situation Adoption eine gute Lösung sein könne, die sie psychisch besser verkraften würde als eine Abtreibung. Das Kind kommt dann in eine gute, ausgesuchte Familie, sie müsse sich an eine anerkannte Adoptionsvermittlungsstelle wenden. Ich kläre sie über die Möglichkeiten der offenen, teiloffenen und geschlossenen Form einer Adoption auf.

 

„Bei der offenen Form lernen Sie die künftigen Eltern des Kindes kennen und können sich von dem Wohlergehen des Kindes überzeugen. Sie wissen, wo Ihr Kind aufwächst. Sie können Ihr Kind besuchen und Kontakt halten. Bei der halboffenen Adoption lernen Sie die Familie kennen, erfahren aber weder Name noch Adresse. Sie können Fotos, Videofilme und Informationen über ihr Kind bekommen und so sein Aufwachsen miterleben. Auf ihren Wunsch lassen sich auch Treffen mit dem Kind arrangieren. Die dritte und bekannteste Möglichkeit ist die geschlossene Adoption. Sie ist anonym, und es ist erst dann Kontakt zwischen dem Adoptivkind und der leiblichen Mutter vorgesehen, wenn beide dies wollen. Nach dem 16. Lebensjahr hat das Kind laut Gesetz das Recht zu erfahren, wer seine leiblichen Eltern sind. Es ist aber heute üblich, mit den Kindern von klein auf über ihre Herkunft zu sprechen und ihnen ein positives Bild über ihre leibliche Mutter zu vermitteln. In einigen Orten der Bundesrepublik haben Sie auch die Möglichkeit, das Kind vollkommen anonym abzugeben. In jedem der genannten Fälle kann die leibliche Mutter die Entscheidung bis zu acht Wochen nach der Geburt widerrufen.“

 

Marina sagt mir, sie würde eher die geschlossenen Form bevorzugen, um nicht noch mehr in Konflikte zu geraten. Um diese Frage zu entscheiden, hat sie noch viel Zeit.

 

Ich rufe Gaby N., eine ehrenamtliche Helferin, an, die mit Marina ein Gespräch vereinbart. Das Wichtigste ist, dass wir Zeit haben, wenn Marina uns braucht. Ihr Freund hat gefragt: „Hat´s (die Abtreibung) weh getan?“ „Ich hab´s nicht machen lassen.“

 

In der kommenden Woche vereinbaren Gaby und Marina einen Termin bei der Adoptionsvermittlungsstelle des diakonischen Werkes, um sich über die Möglichkeit der Adoption zu informieren. Gaby kümmert sich rührend um die junge Frau. An dieser Stelle möchte auch ich ein herzliches Dankeschön aussprechen. Ich erkundige mich später nach ihrem Eindruck und freue mich, als ich höre, dass Marina ihr Kind behalten will.

 

Von Gaby erfahre ich, dass Marina einen besonderen Wunsch hat: ein Fotoalbum, in das sie die Ultraschallbilder ihres ungeborenen Kindes einkleben will. Gaby begleitet Marina, die nach der Entscheidung für ihr Kind wieder glücklich und ausgeglichen ist, weiter.

 

Vor vier Wochen hat sie ein Mädchen, Helena Nadia Dennise, zur Welt gebracht. Ich packe ein paar Babysachen in eine Tüte und besuche Marina im Stillzimmer des Krankenhauses. Sie sagt mir: „Es war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Danke für alles.“ In einem lieben Brief, dem sie ein ganz süßes Foto beigelegt hat, drückt sie ihre Dankbarkeit aus.

 

Liebe Frau Kaiser,

 

auf diesem Weg möchten Helena und ich Ihnen danken, von ganzem Herzen. Sie waren da, als alles so ausweglos schien, und Sie haben mir einen Engel zur Seite gestellt, der uns bis heute beschützt und uns Mut und Kraft gibt. Gaby N. ist für mich ein wahrer Engel. Vielen Dank für alles und bis bald,

 

Helena Nadia Dennise, geb. am 4. September 2003, Kampfgewicht: 3300g, Größe: 53 cm

 

Ihre Marina Kanthak

 

Über diesen Brief haben wir uns sehr gefreut. Er beweist, wie wichtig unsere Arbeit ist.

 

Marina wird mit Hilfe einer Tagesmutter ihr Studium beenden. Ihr Kind wird sie nicht zur Adoption geben. Sie möchte anderen Schwangeren in ähnlich schwieriger und ausweglos erscheinender Situation helfen, soweit es ihre Zeit zuläßt. Wenn Sie in dieser Hinsicht Hilfe brauchen, wenden Sie sich bitte unter Tel.: 0211/9703977 an mich, damit ich den Kontakt zu Frau Kanthak herstellen kann.

 

Brigitte Kaiser-Afroune,

Sozialarbeiterin der ALfA

 

Der "Engel der Armen"

 

Mutter Teresas Einsatz für das ungeborene Leben

 

Rund eine Viertelmillionen Menschen jubelten auf dem Petersplatz, als am 19. Oktober Papst Johannes Paul II. die am 5. September 1997 verstorbene Friedensnobelpreisträgerin Mutter Teresa selig sprach. Anlässlich der Seligsprechung wurde viel von ihren Liebestaten berichtet. Doch was Mutter Teresa bei der Verleihung des Nobelpreises in Oslo am 10.12.1979 zur Abtreibung gesagt hatte, verschwiegen die Massenmedien auch diesmal. Daher sollen ihre Worte an dieser Stelle wiederholt werden:

 

„Ich habe eine Überzeugung, die ich Ihnen allen mitteilen möchte: Der größte Zerstörer des Friedens ist heute der Schrei des unschuldigen, ungeborenen Kindes. Wenn eine Mutter ihr eigenes Kind in ihrem eigenen Schoß ermorden kann, was für ein schlimmeres Verbrechen gibt es dann noch, als wenn wir uns gegenseitig umbringen? Sogar in der Heiligen Schrift steht: 'Selbst wenn die Mutter ihre Kinder vergessen könnte, ich vergesse es nicht.' Aber heute werden Millionen ungeborener Kinder getötet, und wir sagen nichts. In den Zeitungen lesen wir dieses und jenes, aber niemand spricht von den Millionen von Kleinen, die empfangen wurden mit der gleichen Liebe wie Sie und ich, mit dem Leben Gottes. Und wir sagen nichts, wir sind stumm.

 

Für mich sind die Nationen, die Abtreibung legalisiert haben, die ärmsten Länder. Sie fürchten die Kleinen, sie fürchten das ungeborene Kind. Und das Kind muss sterben, weil sie dies eine Kind nicht mehr haben wollen.

 

Und ich bitte Sie hier im Namen der Kleinen: Rettet das ungeborene Kind, erkennt die Gegenwart Jesu in ihm!

 

Als Maria Elisabeth besuchte, hüpfte das Kind vor Freude im Schoß der Mutter in dem Augenblick, als Maria ins Haus kam. Das Ungeborene brachte Freude. Daher versprechen wir hier, jedes ungeborene Kind zu retten. Gebt jedem Kind die Gelegenheit, zu lieben und geliebt zu werden. Wir bekämpfen Abtreibung mit Adoption. Mit Gottes Gnade werden wir es schaffen. Gott segne unsere Arbeit. Wir haben Tausende von Kindern gerettet, sie haben ein Heim gefunden, in dem sie geliebt werden, wo sie erwünscht sind, wohin sie Freude gebracht haben.

 

Deshalb fordere ich Sie auf, Majestäten, Exzellenzen, meine Damen und Herren, sie alle, die aus vielen Ländern der Erde gekommen sind: Beten Sie, dass wir den Mut haben mögen, das ungeborene Leben zu schützen.“