Leilas zweites Kind

 

Umfassende Hilfe ermöglichte "Ja" zum weiteren Kind

 

Seit eineinhalb Jahren kennen wir Leilas Familie. Als sie sich das erste Mal an uns wandte, war sie im fünften Monat schwanger. Ihre Eltern hatten wegen des Schwiegersohns den Kontakt zur Tochter abgebrochen. Der Ehemann war wieder arbeitslos und bezog wegen fehlender Unterlagen noch kein Arbeitslosengeld. Nach einer finanziellen Bestandsaufnahme zeigte sich, dass die Eheleute überhaupt nicht allein zurechtkommen konnten, denn die Ausgaben überwogen die Einnahmen und sie waren bereits hoch verschuldet. Auch zwei Monatsmieten waren noch unbezahlt.

 

Als erstes beschlossen wir, vorläufig jeden Monat 100 Euro für Lebensmittel zur Verfügung zu stellen. Dann begleiteten wir sie zur staatlichen Schwangerenberatung, wo sie einen Antrag für eine Babyausstattung aus der Stiftung „Hilfe für Mutter und Kind“ stellte. Von diesem Geld konnte vieles für das Kind angeschafft werden. Was darüber hinaus noch fehlte, bekam sie aus unserer Babykammer. Zwei Monate später wurde endlich das Arbeitslosengeld des Mannes ausgezahlt, so dass zunächst einmal das Gröbste überstanden war und das Ehepaar auch die rückständigen Mieten nachzahlen konnte. In der Zwischenzeit begleiteten wir Leila aufs Sozialamt und halfen bei der Beantragung von Sozialhilfe und Wohngeld. Unsere parallelen Bemühungen um die Vermittlung einer Arbeitsstelle für ihren Mann waren leider erfolglos, so dass wir uns um weitere Hilfen bemühten: Wir baten die ALfA-Patenschaftsaktion um Unterstützung, und es wurden 150 Euro monatlich ab Geburt bewilligt.

 

Um Leila und ihrem Mann auch in der Schuldensituation behilflich zu sein, setzten wir uns mit der Schuldnerberatung in Verbindung. Trotz äußerst knapper Kasse war Leila bereit, aktiv zur Schuldenreduzierung beizutragen und zahlt seitdem monatlich einen kleinen Betrag ab.

 

Nachdem so schon einiges geregelt war, bot man dem Ehepaar eine neue Wohnung an. Wir versprachen, die Wohnungskaution zu finanzieren. So konnten sie kurz vor der Geburt in eine geräumigere, helle Wohnung einziehen. Im Januar 2003 wurde dann ein kleines, süßes Mädchen geboren. Als das Baby vier Monate alt war, versöhnten sich die Eltern endlich wieder mit der Tochter und freuen sich seitdem an ihrem Enkelkind.

 

Die Sozialbehörde vermittelte dem Ehemann im Herbst letzten Jahres eine gemeinnützige Arbeit, an der er inzwischen sogar Gefallen gefunden hat. Sein Chef ist mit ihm zufrieden.

 

Im Herbst bemerkte Leila, dass sie wieder schwanger war. Sie wurde mit der Situation überhaupt nicht fertig und wollte das Kind abtreiben, damit sie wieder zur Arbeit gehen konnte. Dann würde es ihnen endlich besser gehen und sie wären nicht mehr auf fremde Hilfe angewiesen. Nach langen, verständnisvollen Gesprächen und der Zusicherung weiterer Unterstützung entschied sie sich dann endlich doch für ihr Kind, das im Hochsommer diesen Jahres zur Welt kommen wird.

 

Als wir im Januar hörten, dass die Familie über 1.100 Euro Strom und Gas nachzahlen muss, wovon das Sozialamt großzügig etwa ein Viertel übernahm, bezahlten wir die restliche Summe und kauften ihr eine neue Kühl- und Gefrierkombination, wovon sie einen Teil in Raten beisteuert. Die knapp 20 Jahre alten Geräte hatten nach einer Untersuchung der Stadtwerke diese hohe Rechnung verursacht. Und die Patenschaftsaktion war auch bereit, die Patenschaft nochmals um ein weiteres Jahr zu verlängern.

 

Dafür an dieser Stelle herzlichen Dank!

 

Rosemarie Falk, 1. Vorsitzende der AlfA-Coburg, Tel. 09561-15573, Fax 09561-201688, E-Mail: arofa@falk-it.de, Internet: www.alfa-coburg.falk-it.de

 

Übrigens: Der Regionalverband Coburg bietet jetzt auf seiner Homepage auch Schwangerenberatung per E-Mail an.

ALfA-Hilfe rettet Kinderleben

 

Bericht von der Arbeit der ALfA-Patenschaftsgruppe

 

Stefanie und Jens sind glücklich. Seit einem halben Jahr verheiratet, im Besitz einer kleinen Wohnung, der Himmel hängt voller Geigen. Eine erste Krise haben die beiden gemeinschaftlich gemeistert: Jens musste Stefanie gestehen, dass er vor einigen Jahren Schulden gemacht hatte, die sich durch unregelmäßige Rückzahlung nun zu einem beachtlichen Betrag angehäuft hatten. Stefanie war ziemlich geschockt, aber gemeinsam stellten sie einen Finanzierungsplan auf: Cam-pingurlaub statt Flugreise, keine Res-taurantbesuche, zwei oder drei Jahre etwas kürzer treten, dann wäre das Problem aus der Welt geschafft. Immerhin hatte Stefanie ein wirklich ordentliches Einkommen. Doch dann die schlimme Nachricht: Jens’ Firma muss schließen, in einem halben Jahr wird er auf der Straße stehen mit wenig Aussicht auf eine neue Stelle. Und auch das noch: Stefanie ist schwanger.

 

Verzweifelt sitzt sie in der Beratungsstelle. „Wie soll das nur gehen mit dem Kind? Wenn ich nicht arbeiten gehen kann, wird der Schuldenberg immer noch höher, da kommen wir ewig nicht mehr raus. Und wenn Jens sich um das Baby kümmert und nicht umschult, haben wir alle keine Perspektive. Bleibt mir denn wirklich kein anderer Ausweg als die Abtreibung?“ Die Beraterin ruft die Schuldnerberatung an. Normalerweise dauert die Wartezeit ein halbes Jahr, aber dank guter Beziehungen und weil es ja hier um Leben und Tod geht, vereinbart man einen Termin noch in der selben Woche. Man könne umschulden und eine Unterstützung aus dem Bischofsfonds der Diözese beantragen. Aber 1.000,- Euro wären noch offen.

 

Die Beraterin schaltet die ALfA-Patenschaftsgruppe ein. Sofort wird der Betrag zugesagt. Stefanie und Jens können sich auf das Versprechen verlassen und fassen neuen Mut.

 

Anfang Oktober ist es soweit: Die kleine Jana kommt zur Welt, das Geld wird abgerufen. Die junge Familie ist überglücklich. „Bitte richten Sie allen, die uns geholfen haben, besonders den Spenderinnen und Spendern der ALfA, unseren herzlichen Dank aus! Wir mögen uns gar nicht vorstellen, was ohne Sie aus uns geworden wäre.“

 

Monika Diessel, Vorsitzende Regionalverband Osnabrück