Dokumente und Texte zur Spätabtreibung / zum Spätabbruch

Spätabtreibung (auch: Spätabbruch): Abtreibung des ungeborenen Kindes nach der 12. Schwangerschaftswoche (SSW). Wird in Deutschland häufig durchgeführt bei einer mutmaßlichen schweren Behinderung des Kindes. Erlaubt ist die Spätabtreibung nur bei einer schwerwiegenden Gefährdung der Gesundheit der Frau (Wortlaut des Paragraph 218 a Absatz 2 Strafgesetzbuch: "Der mit Einwilligung der Schwangeren von einem Arzt vorgenommene Schwangerschaftsabbruch ist nicht rechtswidrig, wenn der Abbruch der Schwangerschaft unter Berücksichtigung der gegenwärtigen und zukünftigen Lebensverhältnisse der Schwangeren nach ärztlicher Erkenntnis angezeigt ist, um eine Gefahr für das Leben oder die Gefahr einer schwerwiegenden Beeinträchtigung des körperlichen oder seelischen Gesundheitszustandes der Schwangeren abzuwenden, und die Gefahr nicht auf eine andere für sie zumutbare Weise abgewendet werden kann."). Nicht selten sind Kinder nach ungefähr der 22. Schwangerschaftswoche überlebensfähig.

Im folgenden werden maßgebliche Stellungnahmen und Wortmeldungen von Einzelpersonen und Institutionen zum Thema Spätabtreibung dokumentiert. Ergänzt wird diese Sammlung mit Zahlen, Fakten und Bundestagsdrucksachen.
Alle aufgeführten Dokumente, Texte, Stellungnahmen etc. spiegeln ausschließlich die Meinung und Position der jeweiligen Verfasser wieder. Eine Auflistung bedeutet keinesfalls automatisch eine Unterstützung dieser Positionen durch die Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V.

Aktuelle Informationen zur politischen Debatte finden Sie in folgenden Beiträgen im ALfA-Newsletter

Spätabtreibungen 

Abtreibung notfalls bis zur Geburt
Spätabtreibung: traumatisches Erlebnis für die Mutter
Eine besonders tragische Folge der heutigen Diagnose- und Abtreibungspraxis sind die so genannten Spätabtreibungen. Weil eine Reihe der vorgeburtlichen Tests die Ergebnisse erst sehr spät liefern - bei der Fruchtwasseruntersuchung meist ab der 18. Woche - entscheiden sich die werdenden Eltern erst dann für den Abort. Erfolgt der Abbruch nach der 22. Woche, überlebt das Kind mitunter die Zwangsgeburt und bringt Eltern und Ärzte in ein furchtbares Dilemma. Sollte das Kind eben noch getötet werden, muss der Arzt nun alles tun, um das Frühchen zu retten.
Dossier auf www.1000fragen.de

 Ein wahrer Fall
Selten erfährt die Öffentlichkeit von Spätabtreibungen. Im Fall des Oldenburger Babys Tim war das anders. Sein Schicksal erschütterte 1997 das Land. Nun gibt ein TV-Film Einblick in das Geschehen und die Folgen.
Von Alexandra Maria Linder, M.A.
Lebensforum 77 - 1/2006

 Todesfalle Mutterleib
In Deutschland werden immer weniger Kinder geboren, treiben Mütter immer häufiger ab. Gleichwohl schließt die Politik eine Reform des § 218 aus. Selbst bei den Spätabtreibungen scheint eine Einigung schwierig.
Von Stefan Rehder, M.A.
Lebensforum 77 - 1/2006

 "Lebensschutz hat oberste Priorität"
Die Union hat die Debatte um die Möglichkeiten zur Eindämmung von Spätabtreibungen neu eröffnet. Doch ein komplettes Aufrollen des Abtreibungs-Paragrafen ist derzeit nicht in Sicht. Für LebensForum sprach Tobias-Benjamin Ottmar mit dem familienpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Johannes Singhammer, über die Gründe der Unionsfraktion, sich derzeit nur auf diesen Teilbereich zu konzentrieren.
Lebensforum 77 - 1/2006

 Keine neue Debatte um den § 218
Ende November hat sich der Bundesverband Lebensrecht (BVL) schriftlich an die Bundesministerin für Familien, Senioren, Frauen und Jugend Ursula von der Leyen gewandt. Anlass für das Schreiben waren befremdliche Äußerungen der Ministerin in einem Interview mit dem Rheinischen Merkur. Anfang Januar antwortete die Ministerin dann dem BVL. LebensForum dokumentiert den Briefwechsel sowie einen Kommentar des Stellvertretenden Vorsitzenden des BVL, Bernward Büchner.
Lebensforum 77 - 1/2006

 Editorial: Der politische Wille fehlt
Von Dr. Claudia Kaminski
Lebensforum 77 - 1/2006

 

Stellungnahmen zur Spätabtreibung 

 Vorschlag zur Ergänzung des Schwangerschaftsabbruchrechts aus medizinischer Indikation Bundesärztekammer und Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)
37 Seiten im PDF-Format (2,2 MB), aktualisiert: 01.11.2007

 Netzwerk gegen Selektion durch Pränataldiagnostik - Stellungnahme zu der aktuellen Diskussion über die Vermeidung von Spätabbrüchen
4 Seiten, September 2004

Position der Bundesvereinigung Lebenshilfe zur Spätabtreibung nach Pränataldiagnostik
Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V.
08.12.99

 Stellungnahme zur Neufassung des § 218a StGB mit Wegfall der sogenannten embryopathischen Indikation zum Schwangerschaftsabbruch
Kommission für Öffentlichkeitsarbeit und ethische Fragen der Gesellschaft für Humangenetik e.V. und Berufsverband Medizinische Genetik e.V. (1995)

 

Bundestagsdrucksachen zu Spätabtreibungen

Hilfe in einer Konfliktsituation: Bundestag erörtert Initiativen zum Thema Spätabtreibung
Frauen, die aufgrund einer möglichen Kindesbehinderung nach dem dritten Schwangerschaftsmonat vor der Frage einer Abtreibung stehen, sollen besser beraten werden. Am Donnerstag, dem 18. Dezember 2008, erörtert das Parlament fünf Vorschläge zur Reform des Schwangerschaftskonfliktgesetzes.
Deutscher Bundestag, 18.12.08
Anm.: Hier finden Sie alle Hintergrundinfos zur laufenden politischen Debatte.

Bedenkzeit bei bestimmten Schwangerschaftsabbrüchen festschreiben
Familie/Antrag
Berlin: (hib/SAS) Ärzten soll nach Ansicht der FDP-Fraktion das Recht eingeräumt werden, einen Schwangerschaftsabbruch nach medizinischer Indikation zu verweigern. Ausnahmen vom Verweigerungsrecht seien nur dann zu machen, wenn akute Gefahr für das Leben der werdenden Mutter besteht. In ihrem Antrag (15/5034) sprechen sich die Liberalen auch dafür aus, eine Bedenkzeit von drei Tagen nach der Information über den Befund und nach dem Feststellen der medizinischen Indikation für die Schwangere vorzuschreiben.
HIB 073/2005 10.03.2005

Beratung von Schwangeren und Paaren nach pränataler Diagnostik erweitern
Familie/Antrag
Berlin: (hib/SAS) Das Beratungsangebot für Schwangere erweitern und verbessern, die bei einer pränatalen Diagnostik von einer Behinderung ihres ungeborenen Kindes erfahren haben, ist ein Anliegen der Koalitionsfraktionen. Wie sie in ihrem Antrag (15/4148) erklären, müssten Frauen bei der ärztlichen Schwangerschaftsvorsorge so umfassend und wertfrei informiert werden, dass sie eine eigenverantwortliche Entscheidung für oder gegen einen Abbruch ihrer Schwangerschaft treffen können.
HIB 275/2004 11.11.04

 Auszug aus dem Plenarprotokoll 15/138 zur Debatte über Spätabtreibung
Am 11.11.04 fand im Deutschen Bundestag eine Debatte zum Thema Spätabtreibung statt. Hier finden Sie den entsprechenden Auszug aus dem offiziellen Plenarprotokoll 15/138 vom 11.11.04. Abschließend erfolgte eine Überweisung der beiden zur Debatte eingebrachten Anträge Drucksache 15/4148 und Drucksache 15/3948 an diverse Ausschüsse. Weitere Diskussionen werden folgen...
18 Seiten, (1,4 MB)

Dazu die eingebrachten Anträge:

 Psychosoziale Beratungsangebote bei Schwangerschaftsabbrüchen nach medizinischer Indikation ausbauen
Antrag der Abgeordneten Christel Humme, Sabine Bätzing, Ute Berg, Peter Dreßen, Renate Gradistanac, etc. und der Fraktion der SPD
sowie der Abgeordneten Irmingard Schewe-Gerigk, Ekin Deligöz, Jutta Dümpe-Krüger, Birgitt Bender, Volker Beck (Köln), Katrin Göring-Eckardt, Krista Sager und der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN
9 Seiten, Drucksache 15/4148, 10.11.2004

 Vermeidung von Spätabtreibungen - Hilfen für Eltern und Kinder
Antrag der Abgeordneten Dr. Maria Böhmer, Wolfgang Bosbach, Maria Eichhorn, Hubert Hüppe, Thomas Rachel, etc. und der Fraktion der CDU/CSU
8 Seiten, Drucksache 15/3948, 19.10.2004

 Rechtsanspruch auf Beratung im Mutterpass zusätzlich festschreiben
Antrag der Abgeordneten Christel Riemann-Hanewinckel, Dr. Hans-Peter Bartels, Anni Brandt-Elsweier, Dieter Dzewas, Hans Forster, Arne Fuhrmann, Renate Gradistanac, Angelika Graf (Rosenheim), Kerstin Griese, Klaus Hagemann, Reinhold Hemker, Christel Humme, Christine Lehder, Marlene Rupprecht, Wilhelm Schmidt (Salzgitter), Dr. Angelica Schwall-Düren, Dr. Margrit Spielmann, Rolf Stöckel, Hildegard Wester, Inge Wettig-Danielmeier, Hanna Wolf (München), Dr. Peter Struck und der Fraktion der SPD
sowie der Abgeordneten Irmingard Schewe-Gerigk, Kerstin Müller (Köln), Rezzo Schlauch und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
2 Seiten, Drucksache 14/9030, 14. Wahlperiode 14.05.02
Dieser Antrag wurde Juni 2002 angenommen und an die Ausschüsse überwiesen

 Vermeidung von Spätabtreibungen - Hilfen für Eltern und Kinder
4-seitiger Antrag der CDU/CSU Fraktion vom 03.07.01, Drucksache 14/6635
Dieser Antrag wurde Ende Juni 2002 abgelehnt!

 Spätabtreibung ungeborener Kinder, die Abtreibung überlebende Kinder, Übergang zur Früheuthanasie, staatliches Schutzkonzept, Beobachtungs- und Nachbesserungspflicht
Antwort der Regierung auf eine Kleine Anfrage einer Gruppe der CDU/CSU Fraktion
22 Seiten mit Fragetext vom 10.5.99, Drucksache 14/1045