"Oldenburger Baby" wird zehn Jahre alt: ALfA fordert Taten bei Spätabtreibungen
30.06.07: Demo in Köln gegen Spätabtreibungen
Köln (ALfA). Am 6. Juli 2007 feierte Tim, das so genannte Oldenburger Baby, seinen zehnten Geburtstag. Der Fall hat 1997 eine Debatte über Spätabtreibungen ausgelöst. "Zehn Jahre lang hat sich die Politik mit der Ankündigung etwas gegen die Praxis von Spätabtreibungen unternehmen zu wollen begnügt. Jetzt müssen die Politiker endlich handeln", forderte die Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA), Dr. med. Claudia Kaminski, zu Tims rundem Geburtstag in einer Pressemitteilung vom 5. Juli.
"Unsere Forderungen liegen seit langem auf dem Tisch: Es muss im Hinblick auf die vorgeburtlichen Untersuchungen ein "Recht auf Nichtwissen" geben. Ärzte müssen verpflichtet werden, schwangere Frauen vor der Durchführung einer pränatalen Diagnostik über deren Risiken sowie über die begrenzte Aussagekraft solcher Tests zu informieren. Pränatale Befunde müssen daraufhin ausgewertet werden, ob sie zutreffend waren egal ob sie zur Abtreibung führten oder ob die Frau sich für das Kind entschied", erklärte die Ärztin. Gefahndet werden solle künftig nur nach vorgeburtlichen Schädigungen, für die es auch eine Therapie gibt. Die geltende weite medizinisch-soziale Indikation müsse auf eine enge medizinische Indikation zurückgeführt werden. Schließlich müsse der so genannten Kind-als-Schaden-Rechtsprechung durch eine Klarstellung im Gesetz der Boden entzogen werden, so Kaminski.
Weiter betonte die Medizinerin: "Wo ein entsprechender Wille ist, da findet sich auch ein Weg." Höchstwahrscheinlich dürfte im Falle von Tim die Angst des abtreibenden Arztes vor Unterhaltszahlungen dazu geführt haben, dass der Junge, nachdem er seine Abtreibung überlebt hatte, viele Stunden lang nur notdürftig medizinisch versorgt wurde, wohl in der Hoffnung, dass er noch stürbe. Dabei erlitt er weitere Schädigungen.
Demo gegen Spätabtreibungen
Die Kampagne www.Tim-lebt.de hat inzwischen fast 100.000 Unterschriften gegen Spätabtreibungen gesammelt. Am 30. Juni 2007 hatten rund 200 Lebensrechtler eine Menschenkette vor dem Kölner Dom gebildet, zu der die "Stiftung Ja zum Leben" und die "Aktion Lebensrecht für Alle" e.V. (ALfA), aufgerufen hatten, um auf die schweren Menschenrechtsverletzungen durch Spätabtreibungen aufmerksam zu machen. "Obwohl der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD vorsieht, wenigstens die besonders grausamen Spätabtreibungen einzudämmen, hat die Bundesregierung bis auf den heutigen Tag noch keine einzige Maßnahme präsentiert, die in die versprochene Richtung weist", erklärte Kaminski bei der Kundgebung.
Manfred Libner, Geschäftsführer der Stiftung Ja zum Leben, verlas das Grußwort von Tims Pflegefamilie, die ihn bald nach der Geburt liebevoll aufgenommen hat. "Trotz der vielen Handikaps, die ihm beim Start ins Leben auf den Weg gegeben wurden, hat sich Tim erstaunlich gut entwickelt. Er kann recht sicher laufen, hat seinen Weg zur Kommunikation mit seiner Umwelt gefunden und ist voller Lebensfreude." Besonders bedankten sich Tims Pflegeeltern bei den vielen Unterstützern, denen Tims Entwicklung am Herzen liege. Libner unterstrich, dass Tim das lebende Opfer eines inhumanen Gesetzes sei. "Tim spornt uns an, weiter unbeirrt für das Menschenrecht auf Leben zu kämpfen", so Libner.
Weitere Informationen:
http://www.tim-lebt.de
Kampagnenseite der Stiftung Ja zum Leben
Presseartikel:
Tim und der 6. Juli 1997
Junge, der in Deutschland eine Abtreibung überlebte, wird zehn Jahre alt Demonstration gegen Spätabtreibungen: Kritik an Bundesregierung.
KATH.NET 02.07.07
Bilder von der Demonstration am 30. Juni in Köln

Demonstration der Stiftung "Ja zum Leben" und der "Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V." gegen
Spätabtreibungen vor dem Kölner Dom anläßlich Tims 10. Geburtstag.

Menschenkette gegen Spätabtreibungen um den Kölner Dom.

ALfA-Bundesvorsitzende Dr. med. Claudia Kaminski und Manfred Libner (Stiftung Ja zum Leben) im Gespräch mit Passanten.

Menschenkette gegen Spätabtreibungen um den Kölner Dom.
(c) Bilder: Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e. V.

