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7.500 Teilnehmer: Marsch mit neuem Rekord

Berlin (ALfA). Mehr als 7.500 Menschen haben nach Angaben der Veranstalter am zwölften „Marsch für das Leben“ (17.9.) in Berlin teilgenommen. Unter den Teilnehmern aus ganz Deutschland waren erstmals auch fünf katholische Diözesan- und Weihbischöfe: So nahmen neben Erzbischof Heiner Koch (Berlin) und Bischof Rudolf Voderholzer (Regensburg) auch die Weihbischöfe Matthias Heinrich (Berlin), Dominikus Schwaderlapp (Köln) und Florian Wörner (Augsburg) am Marsch teil. Veranstalter war erneut der Bundesverband Lebensrecht (BVL), unter dessen Dach sich 13 Lebensschutzorganisationen, darunter auch die ALfA, zusammengeschlossen haben.

Beim Auftakt vor dem Reichstagsgebäude rief Erzbischof Koch zum Einsatz dafür auf, „dass jeder Mensch sein Leben gut entfalten kann, vom ersten Augenblick im Mutterschoß an bis zum letzten Atemzug“. Er wandte sich dagegen festzulegen, „welches Leben ab wann lebenswert ist“. Für Christen gelte: „Wir setzen keine Grenzen, wir errichten keine Mauern des Lebens, nicht an den Grenzen Europas, nicht an den Grenzen der Kulturen und Religionen, nicht an den Grenzen des Alters, der Krankheit, des Behindert-Seins oder des sterbenden Lebens.“


Polens Parlament vertagt Entscheidung

Warschau (ALfA). Polens Parlament hat eine Entscheidung über eine Verschärfung des geltenden Abtreibungsgesetzes aufgeschoben. Das berichtet die katholische Zeitung „Die Tagespost“ (Ausgabe vom 24.9.). Demnach überwiesen die Abgeordneten den Gesetzentwurf der Volksinitiative für ein fast totales Abtreibungsverbot an die Ausschüsse. Eine entgegengesetzte Volksinitiative für eine vollständige Legalisierung von Abtreibungen in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen lehnte das Parlament hingegen mit großer Mehrheit ab. In der Debatte über beide Entwürfe zeichnete sich eine Mehrheit für eine Verschärfung des Abtreibungsgesetzes ab, nicht jedoch für eine Bestrafung von abtreibenden Frauen, wie es die Volksinitiative zum Schutz von ungeborenen Kindern verlangt.

Gegenwärtig sind vorgeburtliche Kindstötung in Polen in drei Fällen erlaubt: wenn die Gesundheit der Frau gefährdet ist, wenn sie vergewaltigt wurde oder wenn eine irreversible schwere Schädigung des Kindes festgestellt wurde. Die Initiative „Stoppt die Abtreibung“ hatte binnen drei Monaten 600.000 Unterschriften dafür gesammelt, dass Abtreibungen mit Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren geahndet werden – außer bei Lebensgefahr für die Frau. Ihre Sprecherin Joanna Banasiuk bezeichnete Abtreibung im Parlament als „Hölle für die Frau und moralische Kompromittierung für Männer“. Die andere Volksinitiative plädierte unter dem Motto „Rettet die Frauen“ für eine vollständige Legalisierung von Abtreibungen in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen sowie im Falle einer Missbildung des Fötus bis zur 24. Woche. Ihr Gesetzentwurf wurde von allen Fraktionen mit Ausnahme der liberalen Partei „Die Moderne“ abgelehnt.

In einer aktuellen Umfrage sprach sich eine Mehrheit von 42 Prozent der Polen gegen eine Änderung des Gesetzes aus. 25 Prozent wollten demnach eine Liberalisierung, 14 Prozent eine Verschärfung. Sowohl für als auch gegen ein Abtreibungsverbot gingen in den vergangenen Monaten tausende Polen auf die Straße.

Die katholischen Bischöfe sprachen sich für ein Abtreibungsverbot aus. Sie lehnten jedoch eine Bestrafung von Frauen, die abgetrieben haben, ab.


Chile will Abtreibungsverbot kippen

Santiago de Chile (ALfA.) Die Präsidentin Chiles, Michelle Bachelet, hat die drohende Aufhebung des in Chile geltenden totalen Verbots vorgeburtlicher Kindstötungen verteidigt: „Die große Mehrheit unserer Landsleute unterstützt die Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs als eigene Entscheidung der Frau.“ „Ich bin der Überzeugung, dass den Frauen die Möglichkeit einer Entscheidung zusteht“, sagte Bachelet im Interview mit den Fernsehsender BBC. Laut dem Gesetzentwurf sollen Frauen abtreiben dürfen, wenn das Kind nicht überlebensfähig ist, nach Vergewaltigung entstand oder das Leben der Mutter gefährdet.


1,9 Prozent mehr Abtreibungen

Wiesbaden (ALfA). Im zweiten Quartal 2016 wurden dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden knapp 25.000 vorgeburtliche Kindstötungen gemeldet. Wie das Amt weiter mitteilte, stieg damit die Zahl der in Deutschland vorgenommenen Abtreibungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,9 Prozent. Knapp drei Viertel (73 Prozent) der Frauen, die im zweiten Quartal 2016 eine vorgeburtliche Kindstötung in Auftrag gaben, waren zwischen 18 und 34 Jahre alt, 17 Prozent zwischen 35 und 39 Jahre. Rund sieben Prozent der Frauen waren 40 Jahre und älter. Drei Prozent waren minderjährig. Rund 39 Prozent der Frauen hatten vor der Abtreibung noch keine sogenannte Lebendgeburt.

Wie das Amt weiter berichtet, wurden 96 Prozent der gemeldeten vorgeburtlichen Kindstötungen (das Amt spricht hier durchgängig von „Schwangerschaftsabbrüchen“) nach der Beratungsregelung vorgenommen. Medizinische und kriminologische Indikationen waren in vier Prozent der Fälle die Begründung für die Abtreibung. Die meisten vorgeburtlichen Kindstötungen (62 Prozent) wurden mit der Absaugmethode (Vakuumaspiration) durchgeführt, bei 21 Prozent kam das Abtreibungspräparat Mifegyne zum Einsatz. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres ist die Zahl der Abtreibungen um 0,8 Prozent auf 51.200 gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 gestiegen.


Belgien: Erstmals Kind euthanasiert

Brüssel (ALfA). Zu ersten Mal seit der erneuten Liberalisierung des belgischen Euthanasiegesetzes im Jahr 2014 wurde jetzt ein Kind auf Verlangen getötet. Das berichtet die katholische Nachrichtenagentur KNA unter Berufung auf die Zeitung „Het Nieuwsbald“ (Ausgabe vom 17.9.). Der oder die Betroffene habe an einer Krankheit im Endstadium gelitten.

Zum Glück gebe es nicht viele Kinder und Jugendliche in einer vergleichbaren Situation. Das bedeute freilich nicht, „dass wir ihnen das Recht auf einen würdigen Tod vorenthalten dürfen, zitiert das Blatt den Vorsitzenden der Kontrollbehörde Wim Distelmans. Zum Alter und Geschlecht des Kindes machte Distelmans keine Angaben. Gleiches gilt auch für die Krankheit, an der das Kind gelitten haben soll.

Bei Vertretern der Kirche und Patientenschützern stieß die Tötung des Minderjährigen auf Verlangen auf Protest und Empörung. Ein solches Vorgehen nehme Kindern ihr Recht auf Leben, zitierte „Radio Vatikan“ den emeritierten Kurienkardinal Elio Sgreccia. Die Entscheidung wende sich nicht nur gegen die Empfindungen aller Religionen, sondern auch gegen den menschlichen Instinkt. Vor allem Minderjährige bräuchten moralischen, psychologischen und spirituellen Beistand. Auch die italienische Bischofskonferenz verurteilte den Fall als „Signal des Todes“.

In Deutschland verurteilte der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) die „Tötung auf Verlangen“ für das schwerstkranke Kind in Belgien. „Kinder und Jugendliche brauchen besonderen Schutz, auch und gerade, wenn sie schwer krank sind. Ihre Tötung kann niemals eine Lösung sein!“, so DHPV-Geschäftsführer Benno Bolze. Der DHPV hatte bereits im Jahr 2014 die Entscheidung der Abgeordnetenkammer Belgiens zur Legalisierung der aktiven Sterbehilfe auch für Kinder und Jugendliche massiv kritisiert. „Aktive Sterbehilfe bei einem Kind, wie sie in Belgien laut Medienberichten jetzt erstmals zur Anwendung gekommen ist, ist eine Entscheidung gegen die Schwächsten der Gesellschaft. Sie widerspricht jeglicher Vorstellung von Mitmenschlichkeit. Die Gesellschaft muss dafür Sorge tragen, dass den betroffenen Kindern und Jugendlichen umfangreiche Hilfen und Unterstützung der Hospiz- und Palliativversorgung geben werden, aber keine aktive Sterbehilfe“, so Bolze weiter.

Die „Deutsche Stiftung Patientenschutz“ warf der Politik in Deutschland und Europa Untätigkeit vor. „Niemand nimmt eine solche Lizenz zum Töten zum Anlass, Belgiens Menschenrechtsstandards zu hinterfragen“, sagte der Geschäftsführende Vorstand der Stiftung, Eugen Brysch, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Weder Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) noch EU-Parlamentspräsident Martin Schulz noch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker seien zu diesem Thema zu hören. „Tötung auf Verlangen ist offenbar kein Aufreger mitten in Europa“, kritisierte Brysch.

Weltweit ist Belgien bislang das einzige Land, in dem auch unheilbar kranke Kinder eine „Tötung auf Verlangen“ beantragen können. Der Wunsch des Kindes muss laut dem 2014 verabschiedeten Gesetz durch mehrere Experten bestätigt werden; auch die Eltern müssen der Entscheidung zustimmen.


Idea-Umfrage zu Abtreibung

Wetzlar (ALfA). Vier von zehn Deutschen (41 Prozent) betrachten eine Abtreibung als Tötung ungeborenen Lebens. Dabei stimmen Frauen (46 Prozent) dieser Aussage häufiger zu als Männer (35 Prozent). Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut INSA-Consulere in Auftrag der evangelischen Nachrichtenagentur „idea“ durchgeführt hat. 39 Prozent widersprechen dieser Auffassung, jeder fünfte zeigte sich unentschieden oder machte keine Angaben. Für mehr jeden 3. Befragten (36 Prozent) komme eine Abtreibung nicht infrage, schreibt das Magazin „idea Spektrum“ (Ausgabe vom 14. September).

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