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Aktion Lebensrecht
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Menschenrechte gelten für alle

Augsburg (ALfA). Anlässlich des heute begangenen Internationalen Tags des Menschenrechte hat die Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA), Alexandra Linder, Politik und Gesellschaft aufgefordert, „vorhandene Schieflagen“ bei der Beachtung von Menschenrechten „zu beseitigen und dafür zu sorgen, dass alle Menschen ihre angestammten grundlegenden Rechte wiedererlangen und behalten“.

In vielen Ländern der Erde – Deutschland eingeschlossen – werde das „Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, das keinem Menschen von anderen verliehen oder abgesprochen werden kann und Basis und Voraussetzung aller weiteren Rechte ist, immer häufiger nur bestimmten Menschen gewährt“, kritisierte Linder. So werde Kindern mit Down-Syndrom „teilweise bis kurz vor der Geburt das Recht auf Leben verwehrt“. Andere würden abgetrieben, „weil sie ungewollt, zum falschen Zeitpunkt oder mit dem falschen Geschlecht gezeugt wurden“.

Linder erinnerte daran, dass laut UN-Angaben „weltweit etwa 45 Millionen Kindern jedes Jahr das elementarste aller Menschenrechte vorenthalten“ werde. Abtreibung sei „die häufigste Todesursache der Welt“. Bedroht würden auch das Recht auf Meinungs- und Gewissensfreiheit. In Frankreich solle Lebensrechtlern jetzt sogar verboten werden, für Alternativen zur Abtreibung im Internet zu werben (vgl. ALfA-Newsletter vom 3.12.).

Auch in Deutschland werde die Meinungsfreiheit „empfindlich eingeschränkt“. „Menschen, die hier friedlich für das Recht auf Leben von der Zeugung bis zum Tod eintreten, müssen damit rechnen, als ,faschistisch‘ und ,frauenfeindlich‘ verunglimpft und mit Farbbeuteln oder Kondomen beworfen zu werden.“ Wer es unter Berufung auf sein Gewissen ablehne, an Abtreibungen mitzuwirken, müsse mit Nichtanstellung, Mobbing oder gar Entlassung rechnen. In Schweden etwa dürften zwei Hebammen nicht mehr arbeiten, „weil sie ihrem Gewissen folgten und die Mitwirkung an vorgeburtlichen Kindstötungen ablehnten“.

Menschenrechte gebe es aber, so Linder, „nur für Alle oder gar nicht. Sie müssen für jeden Menschen gelten, unabhängig von Alter, Herkunft, Geschlecht, gesundheitlichem Zustand oder Aufenthaltsort.“ Jede Einschränkung dieser Rechte führe zu weiteren.


„Fauler Kompromiss“ in Schaumburg

Schaumburg (ALfA). Im Streit um die Durchführung medizinisch nicht indizierter Abtreibungen am neuerrichteten „Gesamtklinikum Schaumburg“, haben sich der Betreiber, der christliche Gesundheitskonzern Agaplesion, und der niedersächsische Landkreis Schaumburg jetzt auf einen „Kompromiss“ geeinigt. Das berichtet die evangelische Nachrichtenagentur „idea“.

In der Vergangenheit war Agaplesion massiv in die Kritik geraten, weil der Konzern angekündigt hatte, dass ab dem kommenden Jahr in der von ihm betriebenen Klinik nur noch Abtreibungen durchgeführt werden könnten, die auch medizinisch indiziert seien. 2017 sollen die bisher im Landkreis Schaumburg existierenden, drei Krankenhäuser zum „Gesamtklinikum Schaumburg“ zusammengeführt werden.

Nun hält der Konzern zwar daran fest, vorgeburtliche Kindstötungen aus sozialen oder persönlichen Gründen nicht durchzuführen. Zugleich erklärte er sich aber bereit, Räume für ein ambulantes Operationszentrum zur Verfügung zu stellen, in denen niedergelassene Ärzte aus der Umgebung Abtreibungen vornehmen können sollen.

Gegenüber „idea“ bezeichnete Agaplesion-Sprecher, Tino Drenger, die Kompromisslösung auf Anfrage als „Ausnahme“. Das „Gesamtklinikum Schaumburg“ sei künftig das einzige Krankenhaus im Landkreis. Im Kreiskrankenhaus in Stadthagen seien derzeit Abtreibungen möglich. Der Beschluss sei auch aus „Respekt gegenüber der Gewissensentscheidung anderer“ gefallen, wenngleich Agaplesion eine andere Position vertrete.

Während Politiker verschiedener Parteien die einvernehmliche Lösung begrüßten, bezeichnete die Bundesvorsitzende der ALfA, Alexandra Linder, diese als „absoluten Rückschlag“ und „faulen Kompromiss“. Die Leiterin der Lebensrechtsinitiative KALEB in Langenhagen bei Hannover, Birgit Karahamza, nannte die Haltung des Betreibers „inkonsequent”. Indem die Klinik Räume bereitstelle, unterstütze sie Abtreibungen weiterhin.

Wie „idea“ weiter berichtet, hatte eine Petition der ehemaligen Landtagsabgeordneten Ursula Helmhold (Bündnis 90/Die Grünen) unter dem Titel „Respektieren Sie das Selbstbestimmungsrecht von Frauen!“ 750 Unterzeichner gefunden. Mehr als 12.000 Menschen hätten dagegen eine Petition unterschrieben, die die ursprüngliche Haltung von Agaplesion unterstützte.


Ohio: Senat billigt Herzschlag-Gesetz

Washington (ALfA). Der Bundesstaat Ohio bringt eine der restriktivsten Abtreibungsregelungen der USA auf den Weg. Das berichtet das Online-Portal des TV-Senders „CNN“. Demnach verabschiedete der Senat von Ohio am Dienstag dieser Woche einen Entwurf für das sogenannte „Herzschlag-Gesetz“ (heartbeat abortion bill). Der Gesetzentwurf will Frauen verbieten, eine vorgeburtliche Kindstötung vornehmen zu lassen, wenn der Herzschlag des ungeborenen Kindes festgestellt werden kann. Dies ist regelmäßig etwa sechs Wochen nach der Empfängnis der Fall. Die Regelung soll laut „CNN“ Angaben zufolge auch im Falle von Vergewaltigung oder Inzest greifen.


Starker Anstieg bei Suizidbegleitungen

Zürich (ALfA). Die Zahl der Fälle von Beihilfe zur Selbsttötung in der Schweiz steigt dramatisch an. 2015 hätten 999 Menschen mit Schweizer Wohnsitz einen begleiteten Suizid begangen. Das berichtet die „Neue Züricher Zeitung“ (NZZ) unter Berufung auf Angaben der großen Sterbehilfeorganisationen. Im Vergleich zu 2014 entspreche das einer Zunahme von 35 Prozent. Im Vergleich zu 2008 handele es sich sogar beinah um eine Vervierfachung.

Schweizer Medien sprächen von einer „neuen Normalität“. Möglicherweise sei dies erst der Anfang einer Entwicklung, zitiert die Zeitung Georg Bosshard, Leitender Arzt an der Klinik für Geriatrie des Universitätskrankenhauses Zürich. Bosshard zog einen Vergleich mit dem belgischen Flandern. Dort scheide schon heute jeder zwanzigste mittels Sterbehilfe aus dem Leben. In der Schweiz könnten die Zahlen binnen zehn Jahren in einem ähnlichen Bereich liegen.

Laut der „NZZ“ wird Sterbehilfe in der Schweiz mittlerweile toleriert; es werde offen darüber gesprochen. Assistierter Suizid dürfte bald ähnlich akzeptiert sein wie Abtreibung. Dies sei ein Wertewandel in der Gesellschaft.

In der Schweiz ist es legal, Menschen Mittel zum Suizid zur Verfügung zu stellen und sie zu begleiten, sofern der Helfer nicht persönlich vom Tod des Patienten profitiert. Sterbehilfeorganisationen wie „Dignitas“ und „Exit“ bieten Beihilfe zur Selbsttötung an. 2011 entschied die Schweizer Regierung, auf eine gesetzliche Regelung organisierter Suizidhilfe zu verzichten. Zuletzt wird immer wieder der Ruf laut, auf den Anstieg von Sterbehilfefällen und die zunehmende Begründung mit Lebensmüdigkeit als Motiv zu reagieren. Der Gesetzgeber dürfe sich nicht vor seiner Verantwortung drücken.


Termine

13.-15.01. Akademie Bioethik
Zellhaufen? Mensch? Menschenrechte?
Gilt das Menschenrecht auf Leben schon vor der Geburt?

Veranstalter: Christdemokraten für das Leben (CDL), Jugend für das Leben (JfdL) in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung

Veranstaltungsort: Jugendherberge Köln-Deutz, Siegesstraße 5, 50679 Köln
Tagungsbeitrag: 70,00 Euro (inkl. Übernachtung, Frühstück); 40,00 Euro (ohne Übernachtung, Frühstück)
Der Teilnehmerbeitrag kann auf Antrag bei CDL oder ALfA erlassen werden.

Anmeldung und/oder weitere Infos: kontakt@jugendfuerdasleben.de

ALfA e.V.Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V. - Geschäftsstelle
Ottmarsgäßchen 8 | D-86152 Augsburg

ALfA e.V.info@alfa-ev.de

ALfA e.V.0821-512031

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