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Hüppe erteilt Forderung nach verbrauchender Embryonenforschung Absage

Berlin (ALfA). Der CDU-Bundestagsabgeordnete und Berichterstatter für medizinische Ethik der CDU/CSU-Arbeitsgruppe Gesundheit, Hubert Hüppe, hat der Forderung einer ad-hoc-Gruppe der Akademie der Wissenschaften Leopoldina um den Mannheimer Medizinrechtler Jochen Taupitz nach Legalisierung einer Embryonen verbrauchenden Forschung eine Absage erteilt. Das berichtet die überregionale, katholische Zeitung „Die Tagespost“.

Im deutschen Recht habe sich das Verbot verbrauchender Embryonenforschung „bewährt“ und werde „von keiner ernst zu nehmenden politischen Kraft in Frage“ gestellt. Dies habe Deutschland „vor Situationen wie in Großbritannien bewahrt, wo die Erlaubnis der Embryonenforschung in den ersten 14 Tagen umgekehrt dazu verpflichtet, die Forschungsembryonen nach 14 Tagen zu töten“, gibt das Blatt Hüppe wieder. Demnach kritisierte der CDU-Politiker, dass sich die Leopoldina nicht scheue, „sich für solche Menschenversuche stark zu machen und das Tötungstabu zu brechen“. Hüppe bemängelte auch, dass die Forscher ihre Forderung mit dem „vollmundigen Versprechen“ unterfütterten, es gehe um „völlig neue Behandlungsmöglichkeiten genetischer Erkrankungen“. Auch in den bioethischen Debatten der Vergangenheit seien immer wieder „mit großem Pathos teilweise phantastische Heilungsfantasien“ präsentiert worden, „die später wie Seifenblasen zerplatzten“. So sei etwa „zugunsten embryonaler Stammzellen“ eine „Ethik des Heilens“ ins Feld geführt worden, „die den Staat zur Legalisierung von Embryonenverbrauch ethisch verpflichte. Mit embryonalen Stammzellen geheilte Patienten seien aber „bisher nicht in Erscheinung getreten“. Daher solle man den „bioethischen Testballon“ der Gruppe um Taupitz nicht überbewerten. „Eine Legalisierung verbrauchender Embryonenforschung steht nicht zur Debatte“, so Hüppe.

Unterdessen hat der Mannheimer Medizinrechtler noch einmal nachgelegt. Der Zeitung „Die Welt“ sagte Taupitz, er halte Eingriffe in die menschliche Keimbahn in absehbarer Zeit für verantwortbar. Bislang seien die Risiken aber noch zu groß. Mit der neu entwickelten Gen-Schere rücke jedoch eine kontrollierbare und sichere Anwendung näher. Forscher gehen davon aus, dass die als „genome editing“ bezeichnete „CRISPR/Cas9“-Technologie die Gen-Therapie revolutioniere. Mit den „Gen-Scheren“ lasse sich das Erbgut von Pflanzen, Tieren und Menschen kostengünstig und effizient verändern. Taupitz sagte dazu, ein Hauptproblem der Technik seien unerwartete Nebeneffekte; durch Eingriffe an einem Gen würden bisweilen auch an anderen Stellen Dinge ungewollt verändert. Die Sicherheit dieser Methode schreite aber voran. „Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis wir das wirklich beherrschen.“ Der Medizinrechtler sprach sich erneut für eine Zulassung der Embryonenforschung für medizinische Zwecke in Deutschland aus. Dabei sollten nur „verwaiste“ Embryonen verwendet werden, die für Fortpflanzungszwecke erzeugt wurden, aber aus unterschiedlichen Gründen nicht eingepflanzt wurden.

Am Mittwoch hatten elf Wissenschaftler der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina eine 32-seitige Stellungnahme veröffentlicht, in der sie eine Legalisierung der Forschung mit menschlichen Embryonen fordern. In Deutschland verbietet das Embryonenschutzgesetz die Erzeugung und Verwendung von Embryonen für die Forschung. Autoren des Papiers sind unter anderen der ehemalige Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Münchner Genforscher Ernst-Ludwig Winnacker, der Würzburger Molekularbiologe Jörg Vogel, der Mannheimer Jurist Jochen Taupitz, der evangelische Theologe Klaus Tanner (Heidelberg) und die Münsteraner Medizinethikerin Bettina Schöne-Seifert.


Niederlande bieten Bluttest allen Schwangeren an

Den Haag (ALfA). In den Niederlanden kann ab heute jede Schwangere einen Bluttest zur Untersuchung der DNA ihres ungeborenen Kindes machen. Das berichtet das Online-Portal des „Deutschen Ärzteblatts“ unter Berufung auf niederländische Medienberichte. Bislang sei es nur Schwangeren mit einem erhöhten Risiko erlaubt gewesen, einen solchen Bluttest machen zu lassen. Krankenhäuser gingen davon aus, dass die Zahl der Schwangeren, die täglich den Bluttest durchführen lassen, nun von zehn auf 360 steigen werde. Die acht Krankenhäuser, die die staatlich bezuschussten Tests durchführen, werden den Angaben zufolge mit 26 Millionen Euro unterstützt. Drei niederländische Labore entwickelten den sogenannten Kombinationstest, der einer Studie zufolge bei 96 von 100 Kindern mit Down-Syndrom die genetische Veränderung erkennt. Der Bluttest soll 75 Euro kosten.

Wie das Ärzteblatt weiter schreibt, habe die belgische Firma Gendia, die ebenfalls einen Pränataltest anbiete, die Niederlande bereits wegen Wettbewerbsverzerrung verklagt. Ihr Test kostet 590 Euro. Während der Test der Firma in den Niederlanden wöchentlich normalerweise 100 bis 120 Mal genutzt werde, sei dies laut Patrick Willems von Gendia im vergangenen Monat nur 45 Mal der Fall gewesen.


Ukraine: Abgeordneter startet Initiative für strengeres Abtreibungsgesetz

Kiew (ALfA). Im ukrainischen Parlament hat der Abgeordnete Dmitri Golubow von der Partei „Block Petro Poroschenko“ eine Gesetzesinitiative für ein weitreichendes Abtreibungsverbot gestartet. Das berichtet die katholische Nachrichtenagentur KNA unter Berufung auf ukrainische Medien. Demnach beantragte Golubow, dass Abtreibungen künftig nur noch aus medizinischen Gründen sowie nach einer Vergewaltigung durchgeführt werden dürften und begründete dies mit dem „demografischen Problem“ sowie negativen psychischen Folgen eines vorgeburtlichen Kindstötung für die Frau.

Wie KNA schreibt, seien Abtreibungen in der Ukraine bis zur zwölften Woche uneingeschränkt und bis zur 28. Woche aus sozialen und anderen Gründen straffrei. Pro Jahr würden in der ehemaligen Sowjetrepublik etwa 150.000 Abtreibungen registriert. 2016 hätten mehr als 110.000 ukrainische Katholiken in einer Petition an Staatspräsident Petro Poroschenko ein Abtreibungsverbot gefordert.


Europarat rügt Irlands Abtreibungsgesetz

Straßburg/Dublin (ALfA). Der Europarat hat Irland aufgefordert, sein restriktives Abtreibungsrecht zu lockern. Das berichtet die katholische Nachrichtenagentur KNA. Danach heiße es in einem am Mittwochabend veröffentlichten Bericht des Menschrechtskommissars des Europarates, Nils Muiznieks, dass das katholische Land zumindest in Fällen von Vergewaltigung, Inzest oder schweren Missbildungen des Fötus, Abtreibungen legalisieren sollte. Es gelte eine Lösung zu finden, die „den Menschenrechten von Frauen mehr Respekt zollt“, so Muiznieks. Das aktuelle Abtreibungsrecht wirke sich auf viele Frauen nicht nur traumatisch aus, sondern vergrößere auch die soziale Ungleichheit. Frauen, die es sich leisten können, würden schlicht in ein anderes Land zur Abtreibung reisen, während sozial benachteiligten Frauen diese Möglichkeit versagt bleibe. Irische Ärzte im Land stünden zudem vor einem Dilemma und wüssten nicht, welche Informationen sie ihren Patienten geben dürften, so Muiznieks.

Irland hat eines der strengsten Abtreibungsgesetze der Welt. 2013 kippte das irische Parlament das bis dato generelle Abtreibungsverbot. Seitdem sind vorgeburtliche Kindstötungen in Irland erlaubt, wenn die Fortsetzung der Schwangerschaft das Leben der Mutter bedroht oder diese eine Selbsttötung in Betracht zieht, weil sie sich ein Leben mit dem Kind nicht vorstellen kann.

Im Juli des vergangenen Jahres hatte sich das irische Parlament dann einer weiteren Liberalisierung widersetzt. Mit 95 zu 45 Stimmen votierten die Abgeordneten gegen eine Gesetzesvorlage, die vorgeburtliche Kindstötungen im Falle einer Missbildung des ungeborenen Kindes legalisiert hätte.


England: Gericht lehnt Änderung bei Sterbehilfe ab

London (ALfA). Der britische High Court hat die Klage eines Briten abgelehnt, der vor dem Hohen Gericht in London eine Gesetzesänderung zur Suizidhilfe erstreiten wollte. Das berichtet der britische „Guardian“. Das Parlament habe sich erst vor anderthalb Jahren mit dem Thema beschäftigt und sich gegen eine Änderung des Gesetzes zur Suizidhilfe entschieden. Daher sei die Forderung nach einer Überarbeitung der Rechtsprechung nicht gerechtfertigt, urteilten die Richter.

Wie das Blatt weiter schreibt, zeigte sich der Kläger, Noel Conway, über das Urteil „zutiefst enttäuscht“. Der 67-Jährige, der an einer schweren Nervenerkrankung leidet und laut dem „Guardian“ noch weniger als 12 Monate zu leben hat, kündigte an, in Berufung zu gehen. Er habe sich mit der Tatsache abgefunden, dass er sterben werde, aber nicht mit der Tatsache, dass er nicht den Zeitpunkt und die Art und Weise seines Todes bestimmen dürfe, gibt der Guardian Conway wieder.

Beihilfe zur Selbsttötung ist nach dem „Suicide Act“ aus dem Jahr 1961 in Großbritannien strafbar und kann mit Freistrafen von bis zu 14 Jahren geahndet werden. Bei einer Abstimmung im britischen Unterhaus im September 2015 votierten 330 Abgeordnete gegen eine Überarbeitung dieses Gesetzes. 118 stimmten dafür.


Termine

20. bis 23. April 2017
Kooperationsseminar ALfA/Kaleb, Bad Blankenburg

28. bis 30. April 2017
29.4. „Kinderwunsch ist menschlich – Selektion nicht“
Fachtagung des BVL zur „Woche für das Leben“ in Kassel
http://fachtagung.bv-lebensrecht.de/

ALfA-Jugendseminar, Kassel

19. bis 21. Mai 2017, Fulda
Bundesdelegiertenversammlung der ALfA und 40-jähriges Jubiläum. Programm und Informationen über die ALfA-Bundesgeschäftsstelle Augsburg

16. bis 18. Juni 2017, Bad Laer (bei Osnabrück)
Schulung „Patin für 9 Monate"; Fortbildung für die Begleitung von Schwangeren. Programm und Informationen: Monika Friederich, moni@vita-l.de oder 04122/960506.

Messen und Veranstaltungen mit ALfA-Präsenz:

24. bis 28. Mai 2017
Kirchentag, Berlin/Wittenberg

7. bis 9. Juli 2017
Kongress Freude am Glauben, Fulda

ALfA e.V.Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V. - Geschäftsstelle
Ottmarsgäßchen 8 | D-86152 Augsburg

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