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BVL kritisiert „Aktionstag“ für Abtreibung

Berlin (ALfA). Der Bundesverband Lebensrecht (BVL) hat die Veranstalter des weltweiten Aktionstags für sichere und legale Abtreibung („Global Day of Action for Access to Safe and Legal Abortion“) kritisiert. Das berichtet die katholische Zeitung „Die Tagespost“. Dem Bericht zufolge erklärte die BVL-Vorsitzende Alexandra Linder, ein Aktionstag für „sichere“ und „legale“ Abtreibungen könne nur als Mischung aus Ideologie, Imperialismus und finanziellem Interesse betrachtet werden. Eines der Hauptargumente der Veranstalter sei die Tatsache, dass jedes Jahr zehntausende Frauen auf der Welt bei der Durchführung illegaler Abtreibung ums Leben kämen.

Es sei ihnen jedoch keiner Erwähnung wert, dass nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation dabei zusätzlich rund 56 Millionen Kinder stürben. Hauptursache für nicht erwünschte Schwangerschaften in den sogenannten Entwicklungsländern sei, dass Frauen über ihre Sexualität nicht selbst bestimmen dürften, sondern Männern zur Verfügung zu stehen hätten. Die Legalisierung der Abtreibung als Lösung anzubieten, sei frauenfeindlich, denn sie belasse die Frauen in dieser Situation und ließe sie und ihre Kinder die Folgen tragen.

Nicht erwähnt werde außerdem, dass Organisationen ohne genaue Prüfung die Abtreibungspille Mifegyne (vormals RU 486) an Frauen in Ländern schickten, in denen Abtreibung verboten sei. Was nach der Einnahme mit den Frauen passiere, interessiere die Verantwortlichen nicht. An dem Aktionstag beteiligen sich nach Angaben des BVL auch Unternehmen, die manuelle Vakuumaspiratoren für Frühabtreibungen herstellten. Führend beteiligt seien Organisationen wie die International Planned Parenthood Federation (IPPF) und Pro Familia.


Ethikrat fordert globale Regeln beim Genome-Editing

Berlin (ALfA). Der Deutsche Ethikrat hat die künftige Bundesregierung und den neuen Deutschen Bundestag aufgefordert, eine weltweite Regulierung von Keimbahninterventionen beim Menschen anzustreben. In einer einstimmig verabschiedeten und am Freitag veröffentlichten Ad-hoc-Stellungnahme empfiehlt der Rat, der Regierung und Parlament in bioethischen Fragen berät, beiden Organen „eindringlich, in der nun beginnenden neuen Legislaturperiode alsbald die Initiative zu ergreifen“ und „das Thema möglicher Keimbahninterventionen beim Menschen auch und vor allem auf der Ebene der Vereinten Nationen zu platzieren“.

Anlass für die 6-seitige Stellungnahme des Ethikrates sind die Experimente mehrerer Forscherteams aus China und den USA, die mittels der neuartigen CRISPR/Cas9-Technologie das Erbgut menschlicher Embryonen verändert haben. Nach Ansicht des Ethikrats schreitet die Forschung auf dem Gebiet des sogenannten Genome-Editings inzwischen „erheblich schneller“ voran „als erwartet“ und drohe „zumindest in einigen Staaten“ Fakten zu schaffen. Und weil damit „nicht nur nationale, sondern auch Interessen der gesamten Menschheit berührt“ würden, seien nun sowohl eine „weitgespannte Diskussion“ als auch eine „internationale Regulierung“ notwendig.

Nach Ansicht des 26-köpfigen Expertengremiums werfen „die technischen Möglichkeiten“ des sogenanten Genome-Editings „komplexe und grundlegende ethische Fragen“ auf. Dies gelte vor allem dort, „wo sie eingesetzt werden, um Veränderungen der menschlichen Keimbahn vorzunehmen“. Ziel solcher Keimbahninterventionen sei es, menschliche Embryonen zu therapeutischen Zwecken genetisch zu verändern und auf diese Weise die Ursachen für Erkrankungen in allen Zellen des Körpers zu beseitigen. Da diese Veränderungen auch an potenzielle Nachkommen weitergegeben würden, sei die Tragweite derartiger genetischer Manipulationen beim Menschen erheblich. Wörtlich heißt es in der Stellungnahme: „Sie kann im Moment nur erahnt werden und entzieht sich der Vorhersagekraft wissenschaftlicher Untersuchungen.“ Weiter schreibt der Rat: „Erstmals in der Wissenschaftsgeschichte sollen medizinische Maßnahmen entwickelt und gegebenenfalls eingesetzt werden, die nicht allein einen einwilligungsfähigen erwachsenen Patienten oder – und schon dies ist ethisch umstritten – ein noch nicht einwilligungsfähiges geborenes oder ungeborenes Kind betreffen, sondern Generationen noch nicht gezeugter Nachkommen unbestimmter Zahl.“

Im Gegensatz zum reproduktiven Klonen sei beim Genome-Editing „durch die rasanten Entwicklungen der letzten zwei Jahre eine anwendungsnahe Situation entstanden, die hinsichtlich ihrer potenziellen Konsequenzen deutlich dringlicher erscheint.“ Angesichts „realer Umsetzungsmöglichkeiten“ müsse mittlerweile „darüber diskutiert und befunden werden, ob systematische, generationenübergreifende Veränderungen des menschlichen Genoms verboten oder zugelassen und, sofern sie grundsätzlich zugelassen würden, in welchem Maße sie mit Auflagen und Einschränkungen begrenzt werden müssen“, so der Ethikrat.

„Wissenschaftliche Forschung, deren Ergebnisse derart grundlegende Auswirkungen auf das menschliche Selbstverständnishaben könnten“ müssten „gesellschaftlich eingebettet sein“. Sie seien daher weder einer „interne Angelegenheit der wissenschaftlichen Gemeinschaft“ noch die „eines einzelnen Landes“. Und das nicht nur, „weil Forschung international vernetzt ist, sondern auch, weil die Konsequenzen solcher Forschungsaktivitäten alle Menschen betreffen“. Deshalb müsse sich die „Wissenschaftsgemeinschaft ihrerseits um ergebnisoffene Gespräche mit allen relevanten Gruppen der gesellschaftlichen Öffentlichkeit“ bemühen.

„Parallel dazu“ könnten und müssten „die politischen Institutionen Wege finden und Verfahren einleiten, um die zahlreichen noch offenen Fragen und möglichen Konsequenzen systematischer Genom-Manipulationen durch Genome-Editing intensiv, differenziert und vor allem weltweit zu erörtern und gebotene regulatorische Standards möglichst schnell und umfassend zu etablieren“.

Nach Ansicht des Ethikrats seien hier „unterschiedliche Formate denkbar“: Sie reichten „von einer großen internationalen Konferenz, die deutlich machen könnte, dass Genome-Editing zum Zwecke der therapeutisch motivierten Keimbahnveränderung eine Frage von grundsätzlich weltgesellschaftlicher und nicht nur wissenschaftlicher Bedeutung ist, über die Festlegung von global verbindlichen Sicherheitsstandards bis hin zu möglichen Resolutionen oder völkerrechtlichen Konventionen“. Dass ein solcher Prozess „mühsam und schwerfällig zu werden“ verspreche, dürfe „angesichts der Wichtigkeit des Themas kein Vorwand sein, solche Initiativen gar nicht erst zu ergreifen“.


Irland legt Abtreibungsreferendum vor Papstbesuch

Dublin (ALfA). Irland will im kommenden Jahr einen Volksentscheid über eine mögliche Lockerung seines Abtreibungsgesetzes abhalten. Wie der britische „Guardian“ berichtet, teilte Irlands Ministerpräsident Leo Varadkar dies am Dienstag dem irischen Parlament mit. Demnach wird das Referendum entweder im Mai oder Juni stattfinden, in jedem Fall aber vor dem Besuch von Papst Franziskus. In der irischen Hauptstadt Dublin findet im August 2018 das katholische Weltfamilientreffen statt, zu dem Franziskus erwartet wird.

Die irische Verfassung hält in ihrem 8. Zusatzartikel fest, dass ungeborene Kinder, die gleichen Rechte genießen, wie ihre Mütter. Vorgeburtliche Kindstötungen sind daher in Irland nur dann erlaubt, wenn die Fortsetzung der Schwangerschaft das Leben der Mutter bedroht. Der Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen hatte die irische Regierung im Juli diesen Jahres aufgefordert, die Verfassung zu überarbeiten und die geltende Regelung als „grausam, unmenschlich und erniedrigend“ bezeichnet.


USA: Republikaner wollen Abtreibungsgesetz verschärfen

Washington (ALfA). Kevin McCarthy, republikanischer Mehrheitsführer im US-Repräsentantenhaus, hat angekündigt, seine Fraktion wolle kommende Woche (3. Oktober) einen Gesetzentwurf zur Abstimmung stellen, dem zufolge Abtreibungen nur noch bis zur 20. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden sollen. Das berichtet die katholische Zeitung „Die Tagespost“. Der sogenannte „Pain-Capable Unborn Child Protection Act“ (dt. Schutzgesetz für schmerzfähige ungeborene Kinder) will Verstöße hiergegen mit Haftstrafen von bis zu fünf Jahren ahnden. Ausnahmen hiervon sieht der Gesetzentwurf in drei Fällen vor: Wenn das Leben der Mutter durch die Fortsetzung der Schwangerschaft bedroht ist, sowie bei Vergewaltigung und Inzest.

US-Präsident Donald Trump hatte bereits im Wahlkampf angekündigt, ein solches Gesetz unterzeichnen zu wollen, wenn es in beiden Kammern des Kongresses eine Mehrheit erhalte.

In der Vergangenheit waren die Republikaner daran jedoch wiederholt gescheitert. So hatte das Repräsentantenhaus 2013 und 2015 ähnliche Entwürfe beschlossen, die anschließend jedoch jeweils im Senat nicht die erforderliche Mehrheit fanden.

In den USA steht eine gesetzliche Beschränkung vorgeburtlicher Kindstötungen auf die 20. Schwangerschaftswoche ganz oben auf der Wunschliste zahlreicher Pro-Life-Organisationen. Begründet wird sie mit wissenschaftlichen Studien, die zeigten, dass die Kinder in diesem Alter Schmerzen empfinden könnten.


Niederlande: Erstmals prüfen Staatsanwälte einen Euthanasie-Fall

Den Haag (ALfA). Zum ersten Mal seit der Legalisierung der sogenannten „Tötung auf Verlangen“ im Jahr 2002 wird in den Niederlanden ein solcher Fall von der zuständigen Staatsanwaltschaft strafrechtlich untersucht. Das berichtet die Katholische Nachrichtenagentur (KNA) unter Berufung auf niederländische Medien. In dem Fall hatte eine Demenzpatientin eine tödliche Spitze erhalten, obwohl sie sich körperlich dagegen wehrte. Die niederländische Sterbehilfe-Überprüfungs-Kommission (RTE) hatte die verantwortliche Ärztin bereits gerügt. Die 74-jährige Demenzpatientin hatte vorher vermerkt, dass sie nicht in ein Pflegeheim für Demente wolle. Zudem verfügte sie, dass sie euthanasiert werden wolle, wenn sie die Zeit dafür als „reif“ erachte. Schließlich kann die Frau doch in ein Pflegeheim, wo sich ihr Zustand verschlechterte.

Die Ärztin gab bislang an, nach ein paar Wochen beobachtet zu haben, dass die Frau unerträglich leide. Sie habe daraus geschlossen, dass die Seniorin nun die Zeit für „reif“ zum Sterben erachtete, obwohl sie geistig nicht mehr in der Lage war, eine solche Entscheidung zu treffen. Vor der tödlichen Injektion mischte die Ärztin der Frau allerdings heimlich ein Beruhigungsmittel in den Kaffee. Als sie ihr später die tödliche Injektion verabreichen wollte, soll sich die Patientin so heftig bewegt haben, dass Familienmitgliedern sie festhielten, damit die Ärztin ihr die Spritze setzen konnte.

Die Prüfungskommission hatte bei der Prüfung des Falles kritisiert, dass es keinen eindeutigen Hinweis darauf gegeben hätte, dass die Patientin die Zeit als „reif“ ansah, um zu sterben. Zudem sei es unzulässig gewesen, das Beruhigungsmittel heimlich in den Kaffee zu mischen. Auch hätte die Ärztin die „Tötung auf Verlangen“ abbrechen müssen, als sich die Frau gegen die Injektion wehrte.

Ärzte in den Niederlanden müssen die Durchführung der „Tötung auf Verlangen“ erst nach dem Tod des Patienten der zuständigen Kommission melden. Diese besteht aus einem Mediziner, einem Juristen und einem Ethiker. Die Kommission prüft die Rechtmäßigkeit der Sterbehilfe und zeigt diese gegebenenfalls der Staatsanwaltschaft an. Die entscheidet dann, ob sie Ermittlungen aufnimmt.


Termine

Sonntag, 15. Oktober 2017
Demonstration „Zukunft statt Abtreibung“, gemeinsame Herbstkundgebung von ALfA und CDL in München-Freiham, vor der Abtreibungseinrichtung F. Stapf, Hans-Stützle-Str. 9.
Beginn: 14:30 Uhr
Ende: 16:30 Uhr

ALfA e.V.Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V. - Geschäftsstelle
Ottmarsgäßchen 8 | D-86152 Augsburg

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ALfA e.V.0821-512031

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