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Abtreibung: Chefarzt verlässt Klinik

Dannenberg (ALfA). Der Klinikbetreiber „Capio Deutsche Klinik GmbH“ mit Sitz in Fulda trennt sich vom Leiter der Gynäkologie Thomas Börner im niedersächsischen Dannenberg und beurlaubt den Klinikdirektor Markus Fröhlich. Das berichten die evangelische Nachrichtenagentur „idea“ und die katholische Zeitung „Die Tagespost“. Börner, ein evangelikaler Christ, der in 26 Berufsjahren eigenen Angaben zufolge noch nie eine vorgeburtliche Kindstötung durchgeführt hatte, hatte angekündigt, dass an der Capio-Elbe-Jeetzel-Klinik in seinem Verantwortungsbereich Abtreibungen nur noch dann durchgeführt würden, wenn ein eindeutige medizinische Indikation vorläge. Kommunal- und Landespolitiker hatten dem Arzt daraufhin unter anderem vorgeworfen, sich über das Selbstbestimmungsrecht von Frauen hinweg zusetzen. Der Verwaltungsdirektor Markus Fröhlich stellte sich hinter Börner. Zuvor hatte Niedersachsen Gesundheitsministerin Cornelia Ruth (SPD) der Klinik mehr oder weniger verklausuliert mit dem Entzug von Fördergeldern gedroht.

Die „Capio Deutsche Klinik GmbH“ wollte sich die Haltung ihres Klinikchefs und dessen Chefarzt für Gynäkologie nicht zu eigen machen. Zwar respektiere man die Entscheidung des einzelnen Arztes. „Gleichwohl stehen für uns der individuelle Wunsch und das gesundheitliche Wohl der Patienten an erster Stelle“, erklärte deren Geschäftsführer Martin Reitz. Mit dem Chefarzt und dem Verwaltungsdirektor wolle man kurzfristig das Gespräch suchen. Dabei solle auch die Frage geklärt werden, ob andere Fachärzte „die Eingriffe“ durchführen könnten. Die Gespräche, die am Donnerstag stattfanden, führten erwartungsgemäß zu keiner Einigung. Börner, der von sich sagt, dass sein „christlicher Glaube“ sein „Fundament“ sei und seine Handlungen bestimme, blieb konsequent: Gemäß dem biblischen Gebot „Du sollt nicht töten“ gibt es für den evangelikalen Freikirchler zu der Ablehnung von Abtreibungen keine Alternative. Bereits bei seiner Bewerbung, habe er der Klinik gesagt, dass es unter seiner Leitung keine Abtreibungen mehr geben werden. „Nur unter dieser Prämisse habe ich überhaupt den Arbeitsvertrag unterschrieben“, zitiert ihn die evangelische Nachrichtenagentur „idea“. Weil der Klinik-Konzern aber darauf beharrte, dass in Dannenberg auch weiterhin vorgeburtliche Kindstötungen durchgeführt werden sollen (2016 waren es 31), trennen sich nun die Wege der Klinik und ihres Chefarztes. Nur der genaue Zeitpunkt stehe noch nicht fest, hieß es.

Die Aktion Lebensrechts für Alle (ALfA) stellte sich hinter den Chefarzt. „Krankenhäuser und die darin arbeitenden Menschen haben den Auftrag, Krankheiten zu heilen und Leid zu lindern. Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit und eine Abtreibung keine Behandlung zur Wiederherstellung oder Verbesserung der Gesundheit. Daher ist die Forderung oder Annahme, Abtreibung als normale gesundheitliche Grundversorgung anbieten zu müssen, grundfalsch“, erklärte die ALfA-Bundesvorsitzende Alexandra Maria Linder. Mit mehr als 11.000 Mitgliedern gehört die überparteiliche und überkonfessionelle Lebensrechtsorganisation zu den größten Europas. Auch gehe es nicht um eine „längst überwundene Diskussion“, wie öffentlich geäußert worden sei, „sondern um die unverändert bestehende Sachlage, dass bei einer Abtreibung ein unschuldiger Mensch stirbt. Eine Gesellschaft, die der Ansicht ist, die Tötung ihres eigenen Nachwuchses könne in irgendeiner Weise eine Hilfe oder Lösung sein, ist inhuman“, so Linder weiter.

Den vollen Wortlaut der Pressemitteilung finden Sie unter www.alfa-ev.de/08022017-pressemitteilung-vom-08022017/


EU-Staaten sollen Abtreibung sichern

Straßburg (ALfA). Am kommenden Dienstag soll das Europäische Parlament in Straßburg über einen Bericht abstimmen, der den Titel „die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter in den psychische Gesundheit und klinische Forschung“ trägt. Wie die katholische Zeitung „Die Tagespost“ berichtet, werde in dem Bericht die Auffassung vertreten, dass die wachsende Zahl medizinischer Fachkräfte, welche die Durchführung von Abtreibungen ablehnten, eine „Gefahr für die Gesundheit und die Rechte von Frauen“ darstellten. Der aus der Feder der spanischen Liberalen Beatriz Becerra Basterrechea stammende Bericht fordert die Mitgliedstaaten der Europäischen Union sollten deshalb sicherstellen, „dass in Krankenhäusern eine bestimmte Mindestzahl an medizinischen Fachkräften zur Verfügung steht, die Abtreibungen vornehmen“.

Begründet werde die Forderung unter anderem damit, dass „die fehlende Wahrung von sexuellen und reproduktiven Rechten, wie etwa die Zugänglichkeit von sicheren und legalen Abtreibungsmöglichkeiten, das Leben und die Gesundheit von Frauen und Mädchen sowie von allen Menschen mit Fortpflanzungsfähigkeit gefährdet, die Müttersterblichkeit und Krankheitsrate bei Müttern erhöht und zur Verwehrung einer lebensrettenden Versorgung sowie zu einer erhöhten Anzahl von illegalen Abtreibungen“ führe, zitiert das Blatt aus dem Bericht.

Wie die Zeitung weiter schreibt, habe der Bericht zuvor den „Ausschuss für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter“ des Europaparlaments passiert, von dem er mit 19 gegen 11 Stimmen angenommen worden sei. Mit einer Ausnahme hätten alle im Ausschuss anwesenden Abgeordneten von Christdemokraten (EVP) und Konservativen (ECR) gegen den Text gestimmt, während alle Liberalen, Grünen, Sozialdemokraten und Kommunisten den Text befürworteten hätten.


Ärger über Kinderwunsch-Messe

Berlin (ALfA). Am 18. und 19. Februar findet in Berlin die erste „Kinderwunsch-Messe“ statt. Familien- und Gesundheitspolitiker von CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen kritisierten, dass dabei auch Befruchtungspraktiken beworben werden sollen, die hierzulande verboten sind. Das berichtet die Katholische Nachrichtenagentur (KNA). So offerierten ausländische Kliniken und Vermittler von Gametenspenden dort auch Eizellspenden und Leihmutterschaftsarrangements, die in Deutschland unerlaubt sind. Nach Auffassung des familienpolitischen Sprechers der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Marcus Weinberg, „degradiert die Leihmutterschaft ein Kind zum Bestellobjekt“; die Frau werde ein „käufliches Mittel zum Zweck“. „Auch wenn ich Verständnis habe, dass Kinderlosigkeit großes Leid auslösen kann, rechtfertigt das nicht, Dritte zur eigenen Wunscherfüllung zu instrumentalisieren“, wird Weinberg zitiert. Der CDU-Politiker sieht „die Staatsanwaltschaft in der Pflicht, die Werbung ausländischer Anbieter von Leihmutterschaft auf den Kinderwunsch-Tagen in Berlin zu untersagen“.

Den SPD-Gesundheitsexperten Rene Röspel ärgert laut KNA, „dass hier suggeriert wird, die Reproduktionsmedizin ist ganz einfach“. Aber „von sieben behandelten Frauen gehen sechs am Ende ohne Kind nach Hause“. Viele Betroffene kämen in eine hoffnungslose Situation. Die Angebote führten zu einer „unmenschlichen Beliebigkeit“. Kritik an den „Kinderwunsch Tagen“ übt auch der Gesundheitsexperte der Grünen, Harald Terpe. „Wenn man eine solche Messe veranstaltet und dort auch für hierzulande illegale Methoden wirbt, geschieht das in erster Linie nicht, weil man diesen Paaren helfen will, sondern aus rein kommerziellen Interessen“, sagte Terpe der KNA.

Besorgt zeigte sich auch der Sprecher der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp. Gegenüber KNA betonte er „dass grundsätzlich das Wohl des Kindes und seine Rechte Vorrang vor anderen Erwägungen haben müssen“. Entsprechend besorgniserregend sei es, „dass nun sogar kommerzielle Anbieter aus dem Ausland Gelegenheit erhalten, Praktiken der Reproduktionsmedizin vorzustellen, die in Deutschland aus sehr guten Gründen verboten sind“.


Papst kritisiert Gesundheitswesen

Rom (ALfA). Papst Franziskus hat die mangelnde Achtung der Menschenwürde im Gesundheitsbereich kritisiert. „Wenn es einen Bereich gibt, in dem die Wegwerfkultur deutlich ihre schmerzhaften Folgen zeigt, dann ist es gerade im Gesundheitswesen“, sagte das katholische Kirchenoberhaupt am Freitag im Vatikan. Das berichtet die österreichische Nachrichtenagentur „Kathpress“. Danach sagte der Papst im Rahmen einer Audienz für die Gesundheitskommission der Italienischen Bischofskonferenz (CEI), die „unverletzliche Würde jedes einzelnen“ müsse „vom Beginn der Empfängnis bis zum letzten Atemzug“ an erster Stelle stehen. Ressourcen müssten auf ethische und solidarische Weise genutzt werden und dürften nicht auf Kosten der Schwächsten gehen. Wenn Kranke und ihre Menschenwürde nicht geachtet würden, könne das sogar dazu führen, das mit ihrem Leid finanziell „spekuliert“ werde. Politische und behördliche Entscheidungen dürften aber nicht nur „vom Geld geleitet“ werden, mahnte der Papst.

Wie die Agentur weiter berichtet, habe der Papst die CEI-Gesundheitskommission anlässlich des 25. katholischen Welttags der Kranken im empfangen. Die zentrale Feier zu dem weltweit begangenen Festtag findet heute im französischen Marienwallfahrtsort Lourdes statt.


Abtreibung: Pastor rügt Kirchen

Lage (ALfA). Die beiden großen Kirchen dürfen nicht länger dazu schweigen, dass in Deutschland jedes Jahr über 100.000 Kinder im Mutterleib getötet werden. Wie die evangelische Nachrichtenagentur „idea“ meldet, hat dazu der Pastor der Mennonitischen Brüdergemeinde im ostwestfälischen Lage, Wilfried Schuster, aufgerufen. In deutschen Abtreibungskliniken finde „in aller Stille ein Verbrechen statt, das man als Genozid der Kinder bezeichnen muss“. Doch selbst die Kirchen äußerten sich kaum noch zu diesem „Wahnsinn der massenhaften Kindestötungen“. Deshalb sei es „Zeit für einen Weckruf“. Christen hätten die Pflicht, „ihre Stimme zu erheben für diejenigen, die selbst noch keine hörbare Stimme haben“. Durch ihr „Schweigen zum Abtreibungsskandal in unserem Land“ machten sie sich mitschuldig.

Wie „idea“ weiter berichtet, äußerte Schuster seine Ansicht in einem Gottesdienst des Stadtkonvents Lage (ein Zusammenschluss verschiedener Gemeinden) aus Anlass des Holocaust-Gedenktags am 27. Januar. Unter der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten hätten die Kirchen die massenhafte Vernichtung „unwerten Lebens“ viel zu lange hingenommen: „Daraus müssen wir lernen.“ Die Geschichte dürfe sich angesichts des „himmelschreienden Unrechts“ massenhafter Abtreibungen nicht wiederholen.


Holland: „Tötung ohne Verlangen“

Amsterdam (ALfA). Eine regionale Euthanasie-Kommission in den Niederlanden hat erstmals eine Ärztin gerügt, die einer an Demenz erkrankten Frau gegen deren Willen eine tödliche Injektion verabreicht hat. Das berichtet der deutsche Ableger der „Catholicnewsagency“ (CNA). Demnach habe die Ärztin der über 70 Jahre alten Frau zunächst ein Beruhigungsmittel ohne deren Zustimmung in den Kaffee gemischt. Als sich diese dann mit Händen und Füßen gegen die tödliche Injektion wehrte, bat die Ärztin Familienmitglieder, die Frau festzuhalten, damit sie ihr die Todesspritze geben konnte. Wie CNA weiter meldet, kam es zu keinem Gerichtsverfahren: Die Regionale Euthanasie-Kommission entschied, die Ärztin haben „in gutem Glauben“ gehandelt habe, rügte aber ihr Vorgehen.

Einem solchen Fall sei nichts hinzuzufügen, erklärte die Geschäftsführerin des Instituts für Medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE), Susanne Kummer, gegenüber der österreichischen Agentur „Kathpress“: „Das Niederländische Rechtssystem hat offenkundig komplett versagt, es gibt keinen Schutz von vulnerablen Personen, Töten aus Mitleid ist salonfähig geworden. Daran sieht man, wie innerhalb weniger Jahre Gesetze zum sogenannten ,selbstbestimmten’ Tod in einen fremdbestimmten kippen, wird Kummer zitiert.

Laut Informationen der Internetseite „DutchNews“ wurde bei der Frau vor vier Jahren eine Demenz-Erkrankung diagnostiziert. Damals habe sie angegeben, sie wäre grundsätzlich bereit, ihrem Leben durch Euthanasie ein Ende zu setzen, „aber noch nicht jetzt“. Das Seniorenheim, in dem sie sich befand, entschied jedoch, dass nun der Moment gekommen sei, Sterbehilfe zu leisten, da sich ihr Zustand verschlechtert hatte und sie begonnen hatte, nachts herumzulaufen und sich aggressiv zu verhalten.

Nach Ansicht der Euthanasie-Kommission habe die Ärztin „eine Grenze überschritten“. Sie hätte den Tötungs-Prozess abbrechen müssen, als die Patientin auf den Versuch, ihr die tödliche Injektion zu verabreichen „negativ reagierte“.

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