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Linder fordert ehrliche Debatte über Abtreibungsstatistik

Wiesbaden/Augsburg (ALfA). Die Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V. hat eine offene und ehrliche Debatte über die Abtreibungsstatik gefordert. Wie die Bundesvorsitzende der ALfA, Alexandra Maria Linder, gestern in einer Pressemitteilung erklärte, halte die „Erfolgsmeldung“ des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden, demzufolge es seit Jahren einen Rückgang bei den durchgeführten Abtreibungen gebe, einer objektiven Überprüfung nicht stand: Es werde verschwiegen, dass der Anteil der Abtreibungen – gerechnet auf 10.000 Frauen im gebärfähigen Alter – keineswegs gesunken, sondern mit 56 Abtreibungen seit 2014 konstant sei: „In der Altersgruppe zwischen 25 und 40 Jahren sind die Abtreibungen verglichen mit den Vorjahren sogar gestiegen.“

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden hatte am Donnerstag die Abtreibungsstatistik für das Jahr 2016 vorgelegt. Danach wurden dem Amt im vergangenen Jahr rund 98.700 vorgeburtliche Kindstötungen gemeldet. Das entspräche einem Rückgang von 0,5 Prozent gegenüber 2015. Den Statistikern zufolge waren knapp drei Viertel (72 Prozent) der Frauen, die im vergangenen Jahr eine Abtreibung durchführen ließen, zwischen 18 und 34 Jahre alt, 17 Prozent zwischen 35 und 39 Jahre. Rund acht Prozent der Frauen waren 40 Jahre und älter. Der Anteil der Unter-18-Jährigen betrug drei Prozent. Rund 39 Prozent der Frauen hätten vor der Abtreibung noch kein Kind geboren.

Wie das Amt weiter berichtet, seien 96 Prozent der ihm gemeldeten Abtreibungen nach der Beratungsregelung vorgenommen worden. Medizinische und kriminologische Indikationen seien in vier Prozent der Fälle die Begründung für die vorgeburtlichen Kindstötungen gewesen. Die meisten Abtreibungen (62 Prozent) seien mit der Absaugmethode (Vakuumaspiration) durchgeführt, bei 20 Prozent sei die Abtreibungspille „Mifegyne“ verwendet worden. Die vorgeburtlichen Kindstötungen erfolgten überwiegend ambulant – rund 78 Prozent in gynäkologischen Praxen und 19 Prozent in Krankenhäusern.

„Ein tatsächliches Sinken der Abtreibungszahlen wäre auch für uns eine sehr gute Nachricht“, erklärte Linder. Die ALfA-Bundesvorsitzende verwies jedoch darauf, dass ein Rückgang der dem Amt gemeldeten absoluten Abtreibungszahlen noch kein hinreichender Beleg für ein tatsächliches Sinken der Abtreibungszahlen sei. Dazu müsse die Zahl der gemeldeten vorgeburtlichen Kindstötungen vielmehr in Beziehung zu der Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter (15-45 Jahre) gesetzt werden.

Der Grund: Sinkt aufgrund des demografischen Wandels die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter, dann kann die Häufigkeit von Abtreibungen, trotz eines Sinken der absoluten Zahlen gleichbleiben oder sogar steigen. Weil in diesem Fall die verbliebenen Frauen genauso häufig oder gar häufiger abtrieben, ist die Entwicklung der absoluten Abtreibungszahlen auch kein Indikator, an dem sich der Erfolg von Schwangerschaftskonfliktberatungen ablesen ließe.

Linder verwies darauf, dass die Statistik des Bundesamtes zudem unvollständig sei. So würden etwa Abtreibungen, die im Ausland vorgenommen oder in Deutschland verschleiert und unter anderen Rubriken abgerechnet würden, von der Statistik gar nicht erfasst. „Außerdem fehlt die Berücksichtigung der sogenannten ,Pille danach’, die immerhin bis zu fünf Tage nach dem Geschlechtsverkehr ,wirkt’ und damit Frühabtreibungen zwischen Zeugung und Einnistung verursachen kann“. Gehe man bei davon aus, dass von den rund 700.000 verkauften Packungen des Jahres 2016 nur 10 Prozent eine solche frühabtreibender Wirkung entfalteten, seien die Abtreibungszahlen deutlich höher anzusetzen.

„Alles zusammengenommen, sinken nur die tatsächlich gemeldeten Abtreibungszahlen. Und man sollte sich Gedanken darüber machen, warum etwa 95.000 statistisch erfasste Frauen in einem der wohlhabendsten und sichersten Länder der Welt die Tötung ihres eigenen Kindes aus ,sozialen Gründen’ für eine Lösung halten“, so Linder weiter.

Den vollständigen Wortlaut der ALfA-Pressemitteilung finden Sie unter: www.alfa-ev.de/10032017-pressemeldung-abtreibungszahlen-sind-unvollstaendig/


Amt liegt erster Antrag auf Pentobarbital liegt vor

Bonn/Berlin (ALfA). Nach dem am Donnerstag vergangener Woche ergangenen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zum vermeintlichen Anspruch schwer kranker Patienten auf tödlich wirkende Betäubungsmittel liegt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte offenbar bereits ein entsprechender Fall vor. Das berichtet die Katholische Nachrichtenagentur KNA unter Berufung auf einen Bericht des Berliner „Tagesspiegels“. Demnach existiert ein Antrag auf die Erlaubnis zum Erwerb einer tödlichen Dosis Natrium-Pentobarbital, wie ein Sprecher der Behörde der Zeitung sagte. Es sei jedoch noch „keine Festlegung“ getroffen worden, wann über den Antrag entschieden werde. Angaben zu Alter, Geschlecht und Erkrankungen des Antragstellers machte die Behörde nicht.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte am 2. März ein Recht von schwerstkranken Patienten auf einen selbstbestimmten Tod festgestellt. Der Staat dürfe in „extremen Ausnahmefällen“ und bei einer unerträglichen Leidenssituation den Zugang zu einem verschreibungsfähigen Betäubungsmittel nicht verwehren, das einem schwer und unheilbar kranken Patienten eine würdige und schmerzlose Selbsttötung ermöglicht. Experten bewerteten die Entscheidung als juristisches Neuland. Mediziner, Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und die katholischen Bischöfe übten Kritik: Der Staat dürfe nicht über Leben und Tod entscheiden, erklärten sie.


Europäische Union reguliert Pränatest

Brüssel (ALfA). Der Ministerrat der Europäischen Union hat einen Gesetzesvorschlag zu Medizinprodukten angenommen, der auch die Verwendung von vorgeburtlichen Bluttests wie dem umstrittenen Pränatest europaweit einheitlich regelt. Das berichtet die katholische Zeitung „Die Tagespost“ unter Berufung auf die Katholische Nachrichtenagentur KNA. Wie das Blatt schreibt, seien in Europa derzeit mehr als 40.000 verschiedene sogenannte In-Vitro-Diagnostik-Produkte auf dem Markt. Mit ihnen ließen sich genetische Veranlagungen und Krankheiten feststellen, wie etwa die unheilbare Krankheit Chorea Huntington oder das Down-Syndrom. 2012 hatte die EU-Kommission vorgeschlagen, den gesetzlichen Rahmen für diese Produkte zu ändern.

Die Verhandlungen galten als schwierig, weil die Gesetzgebungen in den EU-Ländern sehr unterschiedlich sind. Während etwa in Deutschland eine genetische Beratung vor solchen Tests verpflichtend vorsieht, können sie in osteuropäischen Ländern ohne Beratung durchgeführt werden.

„Insgesamt wird diese Verordnung medizinische Tests sicherer machen“, erklärte der gesundheitspolitische Sprecher der Europäischen Volkspartei (EVP) und zuständige Berichterstatter für den Gesetzesvorschlag, Peter Liese (CDU). Das gelte besonders für DNA-Tests, bei denen es einige „dubiose Anbieter“ auf dem Markt gebe, die Menschen vorgaukeln, sie könnten bestimmte Krankheiten vorhersagen. „Teilweise sind die Tests aber gar nicht in der Lage, eine solche Vorhersage zu treffen“, so Liese. Mit der neuen Verordnung müssten Anbieter aufgestellte Behauptungen nun belegen und sich stärker kontrollieren lassen.

Mit dem Pränatest und seinen Konkurrenzprodukten lassen sich zum Beispiel das Vorliegen von Trisomien, wie dem Down-Syndrom, bei ungeborenen Kindern mittels einer Blutprobe der schwangeren Frau feststellen. Liese geht davon aus, dass in Zukunft immer mehr Mütter die sogenannten Pränatests nutzen werden. „Insbesondere weil es Tests gibt, die es möglich machen, eine Aussage über das ungeborene Kind zu machen, ohne invasiven Eingriff“, so der EU-Parlamentarier. Setze sich der Test weiterhin durch, könne das dazu führen, dass er nicht nur bei Risikoschwangerschaften, sondern bei jeder Schwangerschaft gemacht werde. „Das führt dann natürlich dazu, dass Kinder mit einer Behinderung im Zweifel gar nicht mehr geboren werden“, so Liese. Die Freiheit, den Test abzulehnen, gehe verloren. „Das ist eine große Gefahr“. Aus diesem Grund sei es besonders wichtig, dass es in Deutschland das Gendiagnostik-Gesetz gebe und dass es gut umgesetzt werde, so Liese. In vielen Ländern gebe es gar keine solche Gesetzgebung, vor allem in Mittel- und Osteuropa. Vergleichbare Gesetzgebung gebe es in Portugal, Österreich, Spanien und Frankreich.

In Deutschland ist der Pränatest seit Sommer 2012 zugelassen. Neben Lebensrechtsorganisationen wie der ALfA lehnen auch die Lebenshilfe und die Down-Syndrom-Fachverbände den Bluttest zur Früherkennung von Trisomie 21 als Reihenuntersuchung bei Schwangeren ab. Die Blutuntersuchung sei ethisch problematisch und gefährlich, sagte die Lebenshilfe-Bundesvorsitzende Ulla Schmidt im Frühjahr 2015. „Der Test vermittelt den Eindruck, es sei ein perfektes Kind möglich. Damit gefährdet er die Akzeptanz von Menschen in all ihrer Unterschiedlichkeit.“


Gesetzgeber errichtet Samenspenderregister

Berlin (ALfA). Der Bundestag hat sich am späten Donnerstagabend mit der Einführung eines bundesweiten Samenspenderregisters befasst. Das berichtet das Online-Portal des Deutschen Ärzteblatts. Dem Bericht zufolge umfasst das Gesetzesvorhaben auch eine „ergänzende Regelung im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB)“, mit der die gerichtliche Feststellung der rechtlichen Vaterschaft des Samenspenders bei einer Samenspende ausgeschlossen werden soll. Eine Debatte zu dem Gesetzesvorhaben fand nicht statt. Die Reden wurden zu Protokoll gegeben. Der Bundestag verwies den Gesetzentwurf an die Ausschüsse. Federführend ist der Gesundheitsausschuss.

Mit dem „Gesetzentwurf zur Regelung des Rechts auf Kenntnis der Abstammung bei heterologer Verwendung von Samen“ soll laut dem „Ärzteblatt“ künftig jede Person ab 16 Jahren, die vermutet, mittels einer Samenspende gezeugt worden zu sein, auf Antrag Auskunft aus einem Samenspenderregister erhalten. Ein entsprechendes Register beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information soll dazu personenbezogene Angaben von Samenspendern und Empfängerinnen einer Samenspende erfassen.

Der Verein von Spenderkindern hatte die ergänzende Regelung zuvor deutlich kritisiert und gefordert, Samenspender wie bei einer Adoption auch ins Geburtsregister einzutragen. Nur so könnten unwissentliche Verbindungen zwischen Halbgeschwistern verhindert werden, sagte das Vorstandsmitglied des Vereins „Spenderkinder“, Anne Meier-Credner. Grundsätzlich begrüßte Meier-Credner jedoch die von der Bundesregierung geplante Errichtung eines bundesweiten Spenderregisters, da die einer langjährigen Forderung der Spenderkinder entspreche.


Termine

20. bis 23. April 2017
Kooperationsseminar ALfA/Kaleb, Bad Blankenburg

28. bis 30. April 2017
ALfA-Jugendseminar, Kassel

19. bis 21. Mai 2017, Fulda
Bundesdelegiertenversammlung der ALfA und 40-jähriges Jubiläum. Programm und Informationen über die ALfA-Bundesgeschäftsstelle Augsburg

16. bis 18. Juni 2017, Bad Laer (bei Osnabrück)
Schulung „Patin für 9 Monate"; Fortbildung für die Begleitung von Schwangeren. Programm und Informationen: Monika Friederich, moni@vita-l.de oder 04122/960506.

Messen und Veranstaltungen mit ALfA-Präsenz:

24. bis 28. Mai 2017
Kirchentag, Berlin/Wittenberg

7. bis 9. Juli 2017
Kongress Freude am Glauben, Fulda

ALfA e.V.Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V. - Geschäftsstelle
Ottmarsgäßchen 8 | D-86152 Augsburg

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ALfA e.V.0821-512031

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