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Eingriffe in die Keimbahn nicht mehr tabu

Berlin (ALfA). Der Deutsche Ethikrat lehnt Eingriffe in die menschliche Keimbahn, die das Ziel verfolgen, genetisch veränderte Menschen zu schaffen, zum gegenwärtigen Zeitpunkt einstimmig ab. Das berichtet das Online-Portal der überregionalen katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“. In seiner von vielen mit Spannung erwarteten und am Donnerstag (9. Mai) in Berlin vorgestellten Stellungnahme fordert das weltanschaulich heterogen zusammengesetzte Gremium ein Moratorium für derartige Humanexperimente. Die 232 Seiten umfassende Expertise trägt den Titel „Eingriffe in die menschliche Keimbahn“. Nach einhelliger Meinung des 26-köpfigen Gremiums seien die Risiken derartiger Eingriffe derzeit „unabsehbar“ und daher „ethisch unverantwortlich“.

Bundesregierung und Bundestag, die das Expertengremium in ethischen Fragen beraten soll, empfiehlt es, sich für „verbindliche internationale Vereinbarungen“ einzusetzen. Ein „globaler Konsens wenigstens über die ethischen Mindestanforderungen“ scheine „unerlässlich, so schwer er zu erreichen sein mag“, heißt es in der Stellungnahme.

Zu einem prinzipiellen Verbot von Eingriffen, die das menschliche Genom verändern, konnte sich das Gremium nicht durchringen. „Aus der ethischen Analyse der Orientierungsmaßstäbe“ ergebe sich „keine kategorische Unantastbarkeit der menschlichen Keimbahn“, erklärte die Ärztin und Medizinethikerin Alena Buyx von der Technischen Universität München bei der Vorstellung der Stellungnahme vor der Bundespressekonferenz in Berlin. „Das mag einige überraschen, aber das ist das eindeutige Ergebnis unserer Arbeit“, so Buyx, die die Arbeitsgruppe leitete, die die Stellungnahme erarbeite.

Am 24. November 2018 hatte der chinesische Biophysiker He Jiankui die Welt mit der Nachricht schockiert, er habe das Erbgut zweier im Labor erzeugten und auf die Welt gekommenen Zwillingsmädchen zuvor genetisch manipuliert, um sie gegen HI-Viren resistent zu machen. Solche Humanexperimente seinen nach Auffassung des Rates „ethisch in höchstem Maße unverantwortlich“, erklärte Buyx.

Eingriffe in die menschliche Keimbahn, wie sie derzeit vor allem mit der CRISPR/Cas-Technologie in der Grundlagenforschung erprobt würden, seien „ohne Rückgriff auf menschliche Embryonen in vitro zu fördern“, so Buyx. Damit stellt sich der Deutsche Ethikrat zugleich gegen Forderungen einer Gruppe von Wissenschaftlern um den Heidelberger Medizinrechtler Jochen Taupitz, der viele Jahre lang selbst Mitglied des Ethikrates war, und die im Oktober 2017 eine Freigabe der Forschung mit verwaisten Embryonen zu eben solchen Zwecken gefordert hatte.


Ethikrat: Stellungnahme erntet geteiltes Echo

Berlin (ALfA). Die am 9. Mai in Berlin vorgestellte Stellungnahme des Deutschen Ethikrates „Eingriffe in die menschliche Keimbahn“ ist in Politik und Gesellschaft auf ein geteiltes Echo gestoßen. Das berichtet das Online-Portal des „Deutschen Ärzteblatts“. Danach stieß die Forderung des Rates nach einem Moratorium für die klinische Anwendung von Keimbahneingriffen auf allgemeine Zustimmung. Vertreter der Union hätten die Stellungnahme als „guten Ausgangspunkt“ begrüßt. Dagegen nannte der zuständige Berichterstatter der SPD, Rene Röspel, es „erstaunlich“, dass der Ethikrat „Eingriffe in die menschliche Keimbahn unter bestimmten Bedingungen für zulässig hält und maßgeblich die technische Machbarkeit als zu erfüllende Voraussetzung sieht“. Zugleich lasse der Rat „die zentralen Fragen – neben der selbstverständlichen Bedingung, dass ein solches Verfahren medizinisch sicher sein muss –, wer mit welchem Recht und nach welchen Maßstäben das Genom beziehungsweise die Eigenschaften eines noch nicht geborenen Menschen verändern darf, im Wesentlichen unbeantwortet“, so Röspel.

Die zuständige Berichterstatterin der Union, Katrin Staffler (CSU), sprach von einer „wichtigen Orientierungshilfe“. Man müsse aber dabei „sowohl die Risiken bei Keimbahneingriffen am menschlichen Embryo, als auch die Potenziale von Genomeditierung im Bereich der somatischen Gentherapie in den Blick nehmen“. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Petra Sitte, betonte, Eingriffe in die menschliche Keimbahn und damit in das vererbbare Genom seien „nicht genügend erforscht und ethisch höchst fragwürdig. Wir wissen schlicht noch zu wenig über das Zusammenspiel der Gene, um die Keimbahntherapie risikofrei zu realisieren“, so Sitte.

Der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp erklärte, die katholische Kirche habe „erhebliche Vorbehalte gegen die Annahme, dass die menschliche Keimbahn nicht kategorisch unantastbar ist“. Das gelte auch gegenüber der Vorstellung, dass „keine weiteren prinzipiellen Gründe gegen die Weiterverfolgung der Entwicklung von Keimbahneingriffen am Menschen sprechen“.


Linksaktivisten verhindern Vortrag von Gynäkologen

Göttingen (ALfA) Linke Aktivisten haben einen für den 8. Mai geplanten Vortrag des Mannheimer Gynäkologen Michael Kiworr in Göttingen durch massive Störungen verhindert. Das berichtet die Evangelische Nachrichtenagentur „idea“. Dem Bericht zufolge sollte Kiworr, der auch Mitglied der „Ärzte für das Leben“ ist, auf Einladung der christlichen Hochschulgruppe „Reformatio 21“ über das Thema „Ein Baby im Bauch – ein Recht auf Leben?“ sprechen. Wie ein Sprecher der Hochschulgruppe, Friedhelm Appel, der Evangelischen Nachrichtenagentur idea mitteilte, habe es bereits im Vorfeld Proteste gegen die Veranstaltung gegeben. So habe die „Alternative Linke Liste Göttingen“ die Universität aufgefordert, keinen Raum für den Vortrag zur Verfügung zu stellen. Die Linksaktivisten nannten die christliche Gruppe auf Facebook „sexistische Demagog*innen“, die „frauenfeindliche und rückständige Propaganda“ verbreiten wollten. Es gehe ihnen darum, Zuhörer „durch einseitige Argumentationen und Fehlinformationen mit einer rückständigen und tiefmisogynen Ideologie zu indoktrinieren“. Eine derartige Veranstaltung habe in den Räumlichkeiten einer Universität nichts verloren.

Wie „idea“ weiter berichtet, lehnte die Präsidentin der Universität Göttingen, Professor Ulrike Beisiegel, eine Raumanfrage der christlichen Gruppe mit der Begründung ab, sie gehe davon aus, dass es bei der Veranstaltung „vornehmlich um persönliche Wertungen, Vorstellungen und Sichtweisen des Referenten“ gehe. Reformatio 21 schrieb daraufhin in einem Offenen Brief, es sei problematisch, „wenn bestimmte Gruppen einer Universität auf dem einen oder anderen Auge blind sind und dann entsprechend ihrer Ideologieversessenheit Rundumschläge austeilen“. Eine Universität solle unvoreingenommen und offen sein. Reformatio 21 biete darüber hinaus Veranstaltungen zu vielen Themen an, etwa zu Flucht und Migration und zur Finanzwirtschaft. Auch Kiworr wandte sich mit einem Offenen Brief an die Universitätspräsidentin und verwies darauf, dass „der Einsatz für einen besseren Lebensschutz noch nicht geborener Kinder Verfassungsauftrag ist und zukunftsgewandt“. Wer den Glauben an Jesus Christus und das Ernstnehmen des Gottesbezugs im Grundgesetz als „ideologisch“ darstelle, verkenne „die Grundlagen und Werte europäischer Kulturgeschichte“.

Angesichts des großen öffentlichen Drucks habe Reformatio 21 nach der Absage der Universität zunächst keinen Raum für die Veranstaltung gefunden. Ein muslimischer Gastronom habe schließlich seine Bar zur Verfügung gestellt. Obwohl der Ort erst kurz vor Veranstaltungsbeginn bekanntgegeben wurde, hätten laut Appel etwa 80 Aktivisten in und vor der Bar „blockiert, geschrien und randaliert“. „Wir haben die Veranstaltung dann abgesagt, auch aus Rücksicht auf den Wirt.“ Wie „idea“ weiter berichtet, sei der Wirt im Vorfeld der Veranstaltung mehrfach telefonisch bedroht worden. Ein Anrufer habe ihn gefragt, ob er „für oder gegen Abtreibung“ sei. Der Mann habe geantwortet, er sei dagegen. Daraufhin habe der Anrufer ihm gedroht, er werde „Schwierigkeiten“ bekommen.


BVL liefert Fakten für das Leben

Berlin (ALfA). Nach Ansicht des Bundesverband Lebensrecht (BVL) zeigen die Diskussionen um den assistierten Suizid oder krankenkassenfinanzierte Bluttests zur vorgeburtlichen Diagnose von Behinderungen, dass die Einschätzungen darüber, was Menschen am Lebensanfang und Lebensende tun dürfen, weit auseinandergingen. Ein Grund hierfür sei die mangelnde Kenntnis wissenschaftlicher Fakten. Der BVL habe es sich daher unter anderem zur Aufgabe gemacht, im Rahmen der „Woche für das Leben“ zu Fachtagungen mit namhaften Referenten einzuladen. Das teilte der BVL in einer Pressemitteilung mit.

Bei der diesjährigen Veranstaltung im Anschluss an den offiziellen Eröffnungsgottesdienst, der unter dem Motto „Lebensanfang – Lebensende: Fakten für das Leben“ stand, habe Professor Dr. Thomas Sören Hoffman von der Fernuniversität Hagen dargelegt, warum menschliches Leben immer und untrennbar mit Menschenwürde verbunden sei. „Selbstbestimmung im Sinne wahrhafter Autonomie heißt zu allererst, den eigenen Handlungsradius so zu bestimmen, dass Freiheit möglich ist – vernunftgeleitete Freiheit setzt sich Grenzen selbst, weil sich nur innerhalb solcher Grenzen Freiheit erhalten lässt“, so Hoffmann. Dieses Verständnis von Selbstbestimmung, das ihre Grundlagen bei Kant habe, finde jedoch immer weniger Anklang. Stattdessen gelte: „Ich will das, daher ist es so.“ Ein solches Verständnis von Selbstbestimmung sei jedoch eher eine Willkürentscheidung als eine reflektierte, begründete und an bestimmten Normen orientierte Entscheidung.

Im anschließenden Vortrag schilderte die Privatdozentin Dr. med. Angela Köninger, Leitende Oberärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Essen, wie gut Mutter und Kind mit medizinischer Unterstützung und Begleitung geholfen werden könne. „Die Situation, dass aufgrund einer gesundheitlichen Gefahr für die Mutter eine Schwangerschaft beendet werden muss, gibt es heute eigentlich nicht mehr“, stellte Köninger klar. „Und auch für das Kind bietet die pränatale Diagnostik viele Möglichkeiten, rechtzeitig einzugreifen, um das Leben des Kindes zu retten.“ Als Beispiele nannte Köninger unter anderem Toxoplasmose oder verschiedene Herzfehler.

Den Abschluss der hochkarätig besetzten Tagung bildete der Vortrag von Professor Dr. Dr. Armin Schmidtke. Der ehemaligen Vorsitzende des Nationalen Suizidpräventionsprogramms und Seniorprofessor der Psychiatrischen Klinik der Universität Würzburg verdeutlichte, dass die meisten Menschen froh seien, vor einem Suizid bewahrt oder gerettet zu werden. In der Regel bedeute das Äußern eines Sterbewunsches nicht, dass der Betreffende tatsächlich zu sterben wünscht. Artikuliert werde auf diese Weise vielmehr der Wunsch, so nicht weiterleben zu wollen. Die Gesellschaft müsse künftig auch eine Antwort auf die Entwicklung eines „präemptiven“ Suizids, der vorsorglichen Selbsttötung vor Auftreten eines Problems, finden, so etwa,  wenn Menschen zum Beispiel bei genetischer Beratung erführen, dass sie im Alter möglicherweise an Chorea Huntington erkranken könnten.


Termine

17.-19.5.2019

Bundesdelegiertenversammlung der ALfA mit Wahlen
Fulda

21.9.2019
Marsch für das Leben, Berlin

24.-27.10.2019
„,Zurück zu den Wurzeln’ oder eher ,Auf zu neuen Ufern’“
Kaleb-Kooperationsseminar in Kooperation mit der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA e.V.)
Ort: Allianzhaus Bad Blankenburg (Thüringen)
Mehr Informationen: info@kaleb.de

15.-17.11.2019
Fortbildung für Beraterinnen und Berater
Gewaltfreie Kommunikation im Kontext der Schwangerenberatung
Beginn: Freitag 15.11.2019, 18 Uhr
Ende: Sonntag, 17.11.2019, 12 Uhr
Ort: Haus Nazareth, 49196 Bad Laer (bei Osnabrück)
Flyer, Anmeldung und weitere Informationen unter:monika.friederich@alfa-ev.de

Weitere Informationen zu allen Veranstaltungen:
<span style="color: purple; text-decoration: underline;">www.alfa-ev.de/aktuelles/termine</span>

ALfA-Stand:
19.-23.6.2019, Evangelischer Kirchentag, Dortmund

ALfA e.V.Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V. - Geschäftsstelle
Ottmarsgäßchen 8 | D-86152 Augsburg

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