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Schweden: Kein Weigerungsrecht für Hebammen bei Abtreibungen

Stockholm (ALfA). In Schweden können Krankenhäuser die Bewerbungen von Hebammen ablehnen, die sich unter Berufung auf ihre christliche Überzeugung weigern, an vorgeburtlichen Kindstötungen mitzuwirken. Das entschied am Donnerstag ein schwedisches Arbeitsgericht, wie das Online-Portal des „Deutschen Ärzteblatts“ berichtete. Geklagt hatte eine Hebamme, die sich diskriminiert sah, weil das Krankenhaus eine entsprechende Bewerbung abgelehnt hatte. Laut den Richtern habe der Arbeitgeber „das Recht, zu verlangen, dass alle Hebammen alle ihre Pflichten erfüllen können, einschließlich Abtreibungen“. Nach Angaben eines schwedischen Radiosenders erwägt die Frau nun, sich an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu wenden.


Erneut mehr Tötungen auf Verlangen – Brysch: Zahlen zeigen Scheitern

Dortmund/Den Haag (ALfA). Die Deutsche Stiftung Patientenschutz betrachtet den erneuten Anstieg von Fällen der „Tötung auf Verlangen“ und des ärztlich assistierten Suizids in den Niederlanden mit großer Sorge. Juristen in den Niederlanden hätten immer wieder betont, sie wollten mit harten Kriterien das Töten auf Verlangen juristisch regeln und eine systematische Ausweitung verhindern. „Die Zahlen machen das Scheitern deutlich“, erklärte Vorstand Eugen Brysch am Mittwochabend gegenüber der katholischen Nachrichtenagentur KNA. In Deutschland, so Brysch weiter, denke das Bundesverwaltungsgericht,„mit genau den gleichen Kriterien die staatlich organisierte Suizidbeihilfe auf Einzelfälle zu begrenzen. Auch das wird in der Praxis scheitern.“

Am Mittwochnachmittag hatte die staatliche Kommission für Sterbehilfe in den Niederlanden ihren neuesten Jahresbericht veröffentlicht. Demnach gab es in Niederlanden 2016 offiziell 6.091 Euthanasie-Fälle. Das seien rund zehn Prozent mehr als noch 2015 (5.516). Nach Angaben der Kommission machten die Tötungen auf Verlagen vier Prozent aller Sterbefälle im Land aus. 2015 seien es 3,75 Prozent gewesen.

Im weitaus größten Teil der gemeldeten Fälle seien die Menschen unheilbar an Krebs erkrankt gewesen. Auch Menschen mit Parkinson, Multiple Sklerose oder ALS seien von Ärzten auf Verlangen getötet worden. Den Anteil der Demenzkranken bezifferte die Kommission auf rund zwei Prozent.

Die Niederlanden hatten Anfang 2002 als erster Staat weltweit die „Tötung auf Verlangen“ unter bestimmten Bedingungen legalisiert. Voraussetzung ist, dass ein Patient unerträglich leidet, aussichtslos krank ist und mehrfach ausdrücklich um die „Tötung auf Verlangen“ bittet. Die Staatsanwaltschaft wird nur bei Zweifeln an der ärztlichen Entscheidung angerufen.

Laut dem „Gesetz über die Kontrolle der Lebensbeendigung auf Verlangen und der Hilfe bei der Selbsttötung“ bleibt der handelnde Arzt straffrei, wenn er die vorgegebenen Sorgfaltskriterien einhält. Mittlerweile können auch Jugendliche ab zwölf Jahren ihre Tötung durch einen Arzt verlangen, ab einem Alter von 16 Jahren auch ohne Zustimmung der Eltern.


KKV zur „Woche für das Leben“: Menschliches Leben ist unverfügbar

Essen (ALfA). Der Verband der Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKK) unterstützt die von den christlichen Kirchen initiierte „Woche für das Leben“, die vom 29. April bis 6. Mai stattfindet, und begrüßt die Thematik, die in diesem und dem kommenden Jahr unter dem Motto „Kinderwunsch – Wunschkind – Designerbaby“ steht. Sie zeige, wie einerseits fortschreitende medizinisch-technische Möglichkeiten etwa die Risiken bei Schwangerschaften minderten. Andererseits brächten die Ausweitungen der genethischen Testmethoden Eltern in immer schwierigere Entscheidungssituationen. Reproduktionsmedizin, Präimplantations- oder Pränataldiagnostik zeigten die Bandbreite der heutigen medizinischen Möglichkeiten. Gleichzeitig würden die ethischen Herausforderungen für alle Beteiligten immer komplizierter, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes.

„Damit stellt sich in besonderem Maße die Frage: Darf der Mensch alles, was machbar ist oder gibt es hier natürliche beziehungsweise ethische Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen?“ erklärte der KKV-Bundesvorsitzende Bernd-M. Wehner. Wehner erinnert an die Rede des emeritierten Papstes Benedikt XVI., der im November 2011 in seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag 2011 gesagt hatte: „Es gibt auch eine Ökologie des Menschen. Auch der Mensch hat eine Natur, die er achten muss und die er nicht beliebig manipulieren kann. Der Mensch ist nicht nur sich selbst machende Freiheit. Der Mensch macht sich nicht selbst. Er ist Geist und Wille, aber er ist auch Natur, und sein Wille ist dann recht, wenn er auf die Natur hört ...“ Die entscheidende Frage bei all diesen Techniken und Verfahren, die mit Selektion und selektiver Vernichtung menschlichen Lebens verbunden sei, müsse somit sein, „wird hier das Recht auf Leben geschützt oder wird es – aus welchen Gründen auch immer – zur Disposition gestellt?“

Die Menschenwürde und insbesondere ihre Verletzung müssten, so der KKV weiter, Prüfstein des reproduktionsmedizinischen Fortschritts sein. Für den KKV gelte daher: Menschliches Leben ist unverfügbar und muss deshalb ohne Wenn und Aber vom Beginn der Befruchtung bis zum natürlichen Ende geschützt werden. Die Tatsache, dass Gott den Menschen nach seinem Ebenbild erschaffen habe, gebe ihm eine unantastbare Würde und zwar unabhängig von seinem Entwicklungs-, Gesundheits- oder Vernunftzustand. Damit stünden dem Menschen unbedingte Rechte und Pflichten zu, die ihm weder durch politische Entscheidungen oder ökonomische Zwänge abgesprochen werden könnten. „Besser kann der Schutz des Menschen nicht begründet werden“, so der KKV-Bundesvorsitzende.

Auch Papst Franziskus habe in seinem Apostolischen Schreiben Evangelii Gaudium (EG) darauf hingewiesen, „dass ein menschliches Wesen immer etwas Heiliges und Unantastbares ist, in jeder Situation und jeder Phase seiner Entwicklung. Es trägt seine Daseinsberechtigung in sich selbst und ist nie ein Mittel, um andere Schwierigkeiten zu lösen. Wenn diese Überzeugung hinfällig wird, bleiben keine festen und dauerhaften Grundlagen für die Verteidigung der Menschenrechte; diese wären dann immer den zufälligen Nützlichkeiten der jeweiligen Machthaber unterworfen" (EG 213). „Dem ist nichts hinzuzufügen“, so der KKV-Bundesverband.

Der Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung e.V. ist ein katholischer Sozialverband mit rund 70 Ortsgemeinschaften in ganz Deutschland.


Britische Forscher bauen Gebärmutterschleimhaut im Labor nach

Cambridge (ALfA). Stammzellforscher der Universität von Cambridge um Margherita Turco haben erstmals im Labor die sich regelmäßig erneuernde Schleimhaut der Gebärmutter als eine Art Miniorgan gezüchtet. Das berichtet der Deutschlandfunk unter Berufung auf das Fachmagazin Nature Cell Biology (doi: 10.1038/ncb3516), in dem die Forscher die Ergebnisse ihrer Experimente publizierten.

Danach gelang es den dem Team um Turco, im Labor aus adulten Stammzellen ein 3-D-Modell aus so genannten Organoide zu züchten, die sich bei erwachsenen Frauen im Originalgewebe befinden. Die so gewonnenen Strukturen seien nicht nur genetisch stabil gewesen, sondern hätten sich auch funktionell wie Schleimhautgewebe der Gebärmutter in vivo verhalten, schreiben die Forscher.


In eigener Sache

Augsburg (ALfA). Die Redaktion des ALfA-Newsletters wünscht allen Beziehern gesegnete Ostertage.


Termine

20. bis 23. April 2017
Kooperationsseminar ALfA/Kaleb, Bad Blankenburg

 

27. April 2017 18:00 bis 20:00 Uhr
Kinderwunsch – Wunschkind – Designerbaby – Abendseminar zur Sozialethik mit anschl. Diskussion
Referent: Professor Dr. med. Christoph von Ritter
Chefarzt und ärztlicher Leiter RoMed Klinik Prien am Chiemsee Akad. Lehrkrankenhaus der LMU München
Ort: Konferenzzentrum München, Lazarettstr. 33, 80636 München.
Anmeldung unter E-Mail: antonia.egger@t-online.de oder unter Tel.: 089/7147378

 

28. bis 30. April 2017
ALfA-Jugendseminar, Kassel

 

29. April 2017
„Kinderwunsch ist menschlich – Selektion nicht“
Fachtagung des BVL zur „Woche für das Leben“ in Kassel
http://fachtagung.bv-lebensrecht.de/

 

4. Mai 2017 19:30 bis 21:30 Uhr
Kinderwunsch – Wunschkind – Designerbaby
Referent: Professor Dr. med. Holm Schneider, Universitätsklinikum Erlangen
Ort: Konferenzraum Erdgeschoss, Kreiskrankenhaus Schleiz
Berthold-Schmidt-Straße 7-9, 07907 Schleiz

 

19. bis 21. Mai 2017, Fulda
Bundesdelegiertenversammlung der ALfA und 40-jähriges Jubiläum. Programm und Informationen über die ALfA-Bundesgeschäftsstelle Augsburg

16. bis 18. Juni 2017, Bad Laer (bei Osnabrück)
Schulung „Patin für 9 Monate“; Fortbildung für die Begleitung von Schwangeren. Programm und Informationen: Monika Friederich, moni@vita-l.de oder 04122/960506.

 

Schon jetzt angekündigt:

Freitag 22.09.2017, 18 Uhr – Sonntag, 24.09.2017, 12 Uhr
Fortbildung für Beraterinnen und Berater
Gewaltfreie Kommunikation im Kontext der Schwangerenberatung
Ort: Haus Nazareth, Iburgerstr. 23, 49196 Bad Laer (bei Osnabrück)
Kosten: 70 € für Übernachtung und Verpflegung
Referentin: Sandra Sinder, seit 10 Jahren Konfliktberaterin bei der ALfA, Systemischer Coach (ECA und DVNLP-zertifiziert), Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation.
Die Teilnehmerzahl ist auf 12 Personen begrenzt.
Anmeldung und weitere Informationen unter: monika.friederich@alfa-ev.de


Messen und Veranstaltungen mit ALfA-Präsenz:

24. bis 28. Mai 2017
Kirchentag, Berlin/Wittenberg

7. bis 9. Juli 2017
Kongress Freude am Glauben, Fulda

ALfA e.V.Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V. - Geschäftsstelle
Ottmarsgäßchen 8 | D-86152 Augsburg

ALfA e.V.info@alfa-ev.de

ALfA e.V.0821-512031

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