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Reproduktionsmediziner legen Studie zu Defiziten der Laborzeugung vor

Leuven (ALfA). Künstlich gezeugte Embryonen weisen im Vergleich zu denen, die nicht im Labor gezeugt wurden, signifikant höhere Instabilitäten im Genom auf. Das berichtet das Online-Portal des „Deutschen Ärzteblattes“ unter Berufung auf eine Tierstudie, die jetzt im reproduktionsmedizinischen Fachjournal Human Reproduction (DOI: 10.1093/humrep/dex286) erschienen ist. Demnach hätten unter den in vivo gezeugten Embryonen knapp 20 Prozent eine chromosomale Anomalie aufgewiesen. Bei im Labor gezeugten Embryonen seien solche Abweichungen je nach Art der reproduktionsmedizinischen Maßnahme bei rund 70 bis 85 Prozent der In-vitro gezeugten Embryonen aufgetreten.

Anstelle von Mäusen, den üblichen Versuchstieren der Reproduktionsmediziner, forschte die Arbeitsgruppe um Joris Robert Vermeesch vom Zentrum für Humangenetik der Universität Leuven an Holsteinischen Kühen, da diese sich für den Abgleich von genetischen Instabilitäten beim Menschen besser eigneten. Wie das „Ärzteblatt“ berichtet, schreiben die Autoren, dass sich die Ergebnisse ihrer Studie zwar nicht ohne weiteres auf den Menschen übertragen ließen. Dennoch ließen die Ergebnisse den Schluss zu, dass zu den Komplikationen einer künstlichen Zeugung von Menschen auch eine erhöhte Rate genetischer Aberrationen zähle.

Weshalb chromosomale Aneuploidien infolge einer In-Vitro-Fertilisation im Vergleich zur natürlichen Zeugung vermehrt auftreten, zu einer erhöhten Abortrate und der nach wie vor eher geringen Erfolgsrate von Laborzeugungen beitragen, ist nach wie vor ungeklärt. Wie das „Ärzteblatt“ weiter schreibt, liege die sogenannte Baby-Take-Rate laut dem letztem Report des Deutschen IVF-Registers lediglich bei 20 Prozent.


Gericht: Unverheiratete haben Anspruch auf Künstliche Befruchtung

Karlsruhe (ALfA). Privatversicherte hätten auch dann einen Anspruch auf die Übernahme der Kosten künstlicher Befruchtungen, wenn sie unverheiratet seien. Eine Beschränkung auf verheiratete Versicherte in den allgemeinen Versicherungsbedingungen sei unwirksam. Das entschied am Freitag das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe (Az: 12 U 107/17). In dem zur Entscheidung anstehenden Fall hatte eine Versicherung die Kostenerstattung mit Verweis auf eine ähnlich lautende Bestimmung für gesetzlich Krankenversicherte abgelehnt. Weil der private Versicherer aber nur wirtschaftliche Interessen verfolge, sei die Unterscheidung zwischen Verheirateten und Unverheirateten mit Kinderwunsch willkürlich, so die Richter. Eine Beschränkung des Anspruchs auf insgesamt drei Versuche sei hingegen auch hier wirksam. Geklagt hatte eine Frau, die vor ihrer Heirat eine künstliche Befruchtung samt Präimplantationsdiagnostik vornehmen ließ. Für den erfolglosen Behandlungsversuch sollte sie 11.771 Euro zahlen. Das OLG hat für die beklagte Versicherung die Revision zum Bundesgerichtshof zugelassen. Die Frage der Begrenzung der Leistung für künstliche Befruchtung auf Verheiratete sei höchstrichterlich noch nicht geklärt – und auch nicht die Frage, unter welchen Voraussetzungen private Krankenversicherer Maßnahmen der Präimplantationsdiagnostik erstatten müssen, so das Gericht in seiner Entscheidung.


Schweiz geht gegen Geschlechtsselektion vor

Bern/Wien (ALfA). Der Schweizer Bundesrat arbeitet an einem Gesetz, wonach die Bekanntgabe des Geschlechts durch den Arzt bis zum Ablauf der Frist für einen straffreien Schwangerschaftsabbruch ausdrücklich verboten sein soll. Das berichtet die überregionale katholische Zeitung „Die Tagespost“. Wie die Zeitung schreibt, berichteten Schweizer Ärzte, dass der Wunsch nach vorgeburtlicher Geschlechterselektion steige. Schätzungsweise komme es in der Schweiz jährlich zu rund 100 Abtreibungen aufgrund des „falschen“ Geschlechts. Wie das Blatt weiter schreibt, verschärften neue, unkomplizierte genetische Tests das Problem. Tatsächlich kann das Geschlecht mittels nicht-invasiver Bluttests bereits in der neunten Schwangerschaftswoche und damit wesentlich früher festgestellt werden als bei einer Ultraschalluntersuchung. Erhebungen der vergangenen Jahre zeigten, dass trotz Verboten die Praxis des „Genderzids“ in Industrienationen weiter verbreitet sei als bisher angenommen. In Deutschland verbietet das Gendiagnostik-Gesetz, das Ärzte Eltern das Geschlecht eines ungeborenen Kindes vor Ablauf der 12. Schwangerschaftswoche mitteilen.


US-Bischöfe loben Aufhebung des Verhütungsmandats

Washington (ALfA). Die US-amerikanische Bischofskonferenz hat die Entscheidung der US-Regierung begrüßt, das sogenannte Verhütungsmandat aufzuheben. Das berichtet „Radio Vatikan“. Durch die im Zuge der Gesundheitsreform unter Präsident Barack Obama eingeführten Regelung konnten US-Amerikaner Versicherungspolicen abschließen, die ihnen den kostenfreien Zugang zu Verhütungsmitteln ermöglichten. Für die Kosten mussten die Arbeitgeber aufkommen. Der Vorsitzende der US-amerikanischen Bischofkonferenz, Daniel Kardinal DiNardo, sprach von einer „Rückkehr zum gesunden Menschenverstand“. Die neue Regel beende einen Zustand, der niemals hätte bestehen dürfen und nie wiederholt werden sollte.

In den Ausführungsbestimmungen zum Gesundheitsgesetz (ACA) erlaubt das zuständige Ministerium nun Ausnahmen für Arbeitgeber, die religiöse oder moralische Einwände gegen Verhütung und Geburtenkontrolle ihrer Mitarbeiterinnen geltend machen. Dazu gehören auch die katholische Kirche und kirchliche Organisationen in den USA, die seit Inkrafttreten von ACA darauf bestanden hatten, nicht für Versicherungspolicen bezahlen zu müssen, die gegen ihr Gewissen verstoßen. In der Amtszeit von US-Präsident Barack Obama hatten zahlreiche Schulen, Krankenhäuser und gemeinnützige Organisationen in christlicher Trägerschaft gegen die Mitfinanzierung der kostenlosen Verhütung geklagt und diese mit der in der Verfassung garantierte Religionsfreiheit begründet. Auch Papst Franziskus hatte die Regelung des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama kritisiert und seine Position mit einem Besuch der „Little Sisters of the Poor“, die gegen dieses Mandat vor Gericht gezogen waren, verdeutlicht.


Termine

Samstag 11. November
Jugendakademie Bioethik in München
Darf der Mensch alles, was technisch möglich ist?
Veranstalter: Hanns-Seidel-Stiftung/Christdemokraten für das Leben Bayern

Anmeldung/Organisation
Karin Fahnert
Referat III/3
Tel.: 089/1258-254
Fax: 089/1258-338
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