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Abtreibungsärztin Hänel mit „Marburger Leuchtfeuer“ geehrt

Marburg (ALfA).Die Gießener Ärztin Kristina Hänel hat am Dienstag (9.7.) das „Marburger Leuchtfeuer“ im historischen Saal des Rathauses aus den Händen von Marburgs Oberbürgermeister Thomas Spies (SPD) entgegengenommen. Der undotierte Preis wird jedes Jahr von der Stadt Marburg gemeinsam mit der Humanistischen Union (HU) verliehen. In diesem Jahr wurde er – zum ersten Mal – zweimal vergeben. Neben der Allgemeinärztin, die in ihrer Gießener Praxis auch vorgeburtliche Kindstötungen durchführt und das Werbeverbot dafür für verfassungswidrig hält, erhielt auch die Marburger Ärztin Ruby Hartbrich das „Marburger Leuchtfeuer“. Hartbrich arbeitet ehrenamtlich auf dem privaten Rettungsschiff „Sea Watch 3“ und leistet dort medizinische Hilfe für aus dem Meer gerettete Flüchtlinge.

Die Laudatio auf Hänel hielt – per Videobotschaft – die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU). Die vom Bundestag beschlossene Novelle des § 219a StGB, die nach Ansicht des OLG Frankfurt zu einem milderen Strafmaß im Falle Hänels führen könne (vgl. ALfA-Newsletter vom 9.7.), bezeichnete Süssmuth als „Rückfall“. Frauen würden erneut wie „nicht entscheidungsfähige, nicht zu verantwortungsvollem Handeln fähige Menschen“ behandelt.

Marburgs Alt-Oberbürgermeister Egon Vaupel, Vorsitzender der Jury, verlas bei der Feierstunde die Jury-Begründung für die Doppelvergabe. Darin heißt es unter anderem: „Letztlich stehen beide Frauen für dasselbe Ziel: In vorbildlicher Weise setzen sie sich für ein selbstbestimmtes Leben in Würde ein.“ Und weiter: „Der Schutz der Menschenwürde nach Artikel 1 des Grundgesetzes könnte kaum klarer durch praktisches Handeln verdeutlicht werden als mit dem Engagement dieser beiden Ärztinnen.In herausragender Weise engagieren sie sich für Menschen in Not und ihr Recht auf Leben und körperliche sowie seelische Unversehrtheit.“


ALfA-Vorsitzende kritisiert Preisvergabe an Hänel

Fulda (ALfA). Die Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V., Cornelia Kaminski, hat die Vergabe des „Marburger Leuchtfeuers“ an die Gießener Ärztin Kristina Hänel durch Marburgs Oberbürgermeister Thomas Spies (SPD) kritisiert. In einem Gastkommentar für die Evangelische Nachrichtenagentur „idea“ schreibt Kaminski: „Hänel, die in ihrer Gießener Praxis vorgeburtliche Kindstötungen durchführt, setzt sich für die Abschaffung des Werbeverbots für Abtreibungen (§ 219a StGB) ein. Ich halte das für falsch. Weshalb sollen Ärzte in einem Land, das die Werbung für Tabak verbietet, ausgerechnet für die Tötung von wehrlosen und unschuldigen Menschen im Mutterleib werben dürfen?“ Zu einem freien Land gehöre jedoch auch, „dass sich die dort lebenden Menschen auch für die falschen Dinge einsetzen und von Menschen, die ihre Überzeugungen teilen, dafür ausgezeichnet werden“ dürften. Anders sehe es jedoch aus, „wenn – wie hier – der oberste Repräsentant einer Kommune eine Straftäterin in der Repräsentanz dieser Kommune dafür ausgezeichnet, dass sie Recht bricht.“

„Was Herr Spies persönlich für richtig oder falsch hält, geht mich nichts an. Das darf auch gern so bleiben. Wen aber der von Steuergeldern bezahlte OB einer hessischen Kommune in dem mit Steuergeldern finanzierten Rathaus in einer mit Steuergeldern finanzierten Feierstunde auszeichnet und wofür, geht mich etwas an. Eine Straftäterin für ihren kalkulierten Rechtsbruch in der Repräsentanz einer Kommune auszuzeichnen, ist denn auch nicht bloß geschmacklos, sondern Amtsmissbrauch und Zweckentfremdung von Steuergeldern“, so Kaminski weiter. 

Einem Repräsentanten des Staates stehe es weder zu, jemanden für die Begehung von Straftaten auszuzeichnen, noch steht es ihm zu, „öffentliche Gelder für die mediale Inszenierung des Ganzes zu verschwenden“. Dass Marburgs Oberbürgermeister die Preisvergabe mit der Behauptung begründe, die Straftäterin richte „ihren Dienst an der Gesundheit richtungsweisend und beispielgebend an moralischen und ethischen Grundsätzen“ aus, schlage „selbst dem Fass der Desinformation noch den Boden“ aus.


Koma-Patient Vincent Lambert ist tot – Eltern verklagen behandelnde Ärzte

Reims (ALfA). Vincent Lambert ist tot. Der französische Wachkoma-Patiente verstarb am Donnerstagmorgen im Universitätsklinikum Reims. Rund eine Woche zuvor hatten die Lambert dort behandelnden Ärzte die künstliche Ernährung des 42-Jährigen und seine Versorgung mit Wasser eingestellt. Ermächtigt hatte sie dazu der französische Kassationshof. Der „Cour de cassation“ ist das höchste Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit Frankreichs und hat seinen Sitz im Pariser Justizpalast. Er hob das Urteil eines Berufungsgerichts auf, das im Drama um den Wachkoma-Patienten die Einstellung der lebenserhaltenden Maßnahmen verboten hatte. Nach Ansicht des Kassationshofes habe das Berufungsgericht nicht die Kompetenz gehabt, die Einstellung der lebenserhaltenden Maßnahmen aufzuheben.

Wie „Spiegel-Online“ berichtet, haben die Eltern Lamberts Klage gegen die ihren Sohn behandelnden Ärzte eingereicht. Sie würfen den Ärzten vor, ihren Sohn ermordet zu haben. Die Staatsanwaltschaft habe eine Untersuchung des Falls eingeleitet.


Reaktionen zum Tod von Vincent Lambert

Rom/Paris (ALfA). Nach dem Tod des französischen Wachkoma-Patienten Vincent Lambert hat Papst Franziskus an den unbedingten Wert menschlichen Lebens erinnert. Das berichtet das Online-Portal der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“. „Wir dürfen keine Zivilisation aufbauen, die Menschen beseitigt, deren Leben unserer Meinung nach nicht mehr lebenswert ist: Jedes Leben ist wertvoll, immer“, schrieb Franziskus demnach auf Twitter. Gott der Vater möge Vincent Lambert in seinen Armen empfangen.

Wie das Portal weiter schreibt, hatte zuvor schon Vatikan-Sprecher Alessandro Gisotti bestürzt auf den Tod des 42-Jährigen reagiert und von einem „schmerzhaften Fall“ gesprochen. Menschliches Leben müsse von seinem Anfang bis zu seinem natürlichen Ende bewahrt werden. Man dürfe keiner „Wegwerfkultur“ erliegen. Im Vatikan bete man für den Verstorbenen und seine Familie, sowie für alle „die sich bis zum Schluss mit Liebe und Entschiedenheit um ihn kümmerten“, erklärte Gisotti.

Kurienkardinal Robert Sarah schrieb auf Twitter, Lambert sei „als Märtyrer und Opfer des furchterregenden Wahnsinns der Menschen unserer Zeit“ gestorben.

Der ehemalige Krankenpfleger Vincent Lambert war 2008 schwer mit dem Motorrad verunglückt und seitdem querschnittsgelähmt. In den vergangenen Jahren lieferten sich seine Frau und seine Eltern einen erbitterten Rechtsstreit, der bis hinauf zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg ging. Während die Eltern stets für eine Weiterbehandlung des selbständig atmenden Komapatienten gekämpft hatten, sprachen sich die Frau des im Alter von 42 Jahren Verstorbenen sowie einige seiner Schwestern und Brüder gegen jegliche lebenserhaltenden Maßnahmen aus. Vor gut einer Woche hatten die behandelnden Ärzte die künstliche Ernährung Lamberts endgültig eingestellt. Das französische Kassationsgericht hatte dies den Ärzten endgültig erlaubt.

Auch die französischen Bischöfe äußerten sich zum Tod Lamberts. Der Generalsekretär der französischen Bischofskonferenz, Thierry Magnin, erklärte im Interview mit der katholischen Tageszeitung „La Croix“, er gedenke eines Menschen, der „schwer getroffen wurde von einem schrecklichen Unfall“. Gleichzeitig erinnerte Magnin an die Größe menschlichen Lebens, das – gleich unter welchen Bedingungen – „eine Größe“ besitze, „die über all die Argumente für oder gegen die Entscheidung der Ärzte und der Justiz hinausgeht, dem ein Ende zu bereiten“. Magnin sprach auch von „tiefer Trauer“, da sich neben dem dramatischen Unfall auch das Drama des Zerreißens einer Familie abgespielt habe. „Ich denke an die Eltern Vincent Lamberts, die ihr Leben für ihren Sohn aufgeopfert und ihn bis zuletzt verteidigt haben. Ich denke auch an seine Ehefrau. Sie hat eine Entscheidung treffen müssen und wollte nur das Richtige tun.“


Nordirland droht liberales Abtreibungsrecht

London (ALfA). Das britische Unterhaus hat sich dafür ausgesprochen, die eigene Abtreibungsgesetzgebung auf Nordirland auszuweiten. Das berichtet das Online-Portal der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“. Am Dienstag stimmte eine breite Mehrheit der Abgeordneten für eine entsprechende Vorlage. Nordirland hat seit über zwei Jahren keine eigene Regierung und wird geschäftsführend von London aus regiert. Abtreibungen sind dort bisher nur erlaubt, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist, oder das Risiko besteht, dass deren psychische oder körperliche Gesundheit ernsthaft beeinträchtigt sein könnte. Dem Bericht zufolge könnte das nordirische Parlament die Klausel aber wieder rückgängig machen, wenn es bis Ende Oktober wieder zusammentritt. Derzeit ist die „Northern Ireland Assembly“ suspendiert.


Termine

27.07.-18.08.2019
ProLife Tour Jugend für das Leben: Drei Länder in drei Wochen
Mehr Informationen: www.prolifetour.org

20.09.2019
Kultur des Lebens? Ideal und Wirklichkeit (Berlin)
Veranstalter: Bundesverband Lebensrecht
Mehr Informationen: www.bundesverband-lebensrecht.de

21.09.2019
Marsch für das Leben Berlin
Veranstalter: Bundesverband Lebensrecht
Mehr Informationen: www.marsch-fuer-das-leben.de

24.-27.10.2019
„,Zurück zu den Wurzeln’ oder eher ,Auf zu neuen Ufern’“
Kaleb-Kooperationsseminar in Kooperation mit der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA e.V.)
Ort: Allianzhaus Bad Blankenburg (Thüringen)
Mehr Informationen: info@kaleb.de

15.-17.11.2019
Fortbildung für Beraterinnen und Berater
Gewaltfreie Kommunikation im Kontext der Schwangerenberatung
Beginn: Freitag 15.11.2019, 18 Uhr
Ende: Sonntag, 17.11.2019, 12 Uhr
Ort: Haus Nazareth, 49196 Bad Laer (bei Osnabrück)
Flyer, Anmeldung und weitere Informationen unter:monika.friederich@alfa-ev.de

Weitere Informationen zu allen Veranstaltungen:www.alfa-ev.de/aktuelles/termine

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Ottmarsgäßchen 8 | D-86152 Augsburg

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