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Ministerium meldet 335 „vertrauliche Geburten“

Berlin (ALfA). Seit Mai 2014 hat es in Deutschland 335 sogenannte „vertrauliche Geburten“ gegeben. Das teilte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) am Mittwoch vergangener Woche in Berlin mit. Der Bericht, den das Bundeskabinett ebenfalls am Mittwoch beschloss, erfasst die Anzahl der vertraulichen Geburten bis zum September 2016.

Das „Gesetz zum Ausbau der Hilfen und zur Regelung der vertraulichen Geburt“ trat im Mai 2014 in Kraft. Es sichert Schwangeren eine anonyme Beratung sowie eine anonyme, medizinisch betreute Entbindung zu. Zugleich wird ein Nachweis hinterlegt, der gewährleisten soll, dass das Kind ab dem 16. Lebensjahr den Namen seiner Mutter erfahren kann.

Bei den zuvor lediglich geduldeten anonymen Geburten wurde das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Herkunft nicht berücksichtigt. Bei der nun gesetzlich geregelten vertraulichen Geburt können Mütter ihre Anonymität nur noch in besonders begründeten Fällen wahren.

Laut dem BMFSFJ haben sich 60 Prozent der Frauen, die zu einer Beratung kamen, „für eine Lösung im Sinne des Kindes entschieden“. Bei 20 Prozent der Beratungen sei der Ausgang noch offen gewesen, acht Prozent hätten sich für eine Abtreibung, vier Prozent für eine anonyme Kindsabgabe in einer Babyklappe entschieden. Acht Prozent hätten keine Angaben gemacht. Rund 80 Prozent der Frauen zwischen 15 und 45 Jahren kennen den Angaben zufolge die Angebote aus den Schwangerschaftsberatungsstellen.


Arkansas will neues Abtreibungsrecht

Little Rock (ALfA). Ende Juli soll im US-Bundesstaat Arkansas ein neues Abtreibungsgesetz in Kraft treten, das vorgeburtliche Kindstötungen vermutlich deutlich erschweren würde. Das berichtete das österreichische Fernsehen ORF auf seinem Internetportal. Demnach sollen die Schwangeren und die Kindsväter künftig gemeinsam entscheiden, was mit dem Leichnam eines ungeborenen Kindes nach der Abtreibung geschehen solle. Damit der Vater seine Meinung kundtun kann, müsse er jedoch zunächst informiert werden, dass die Mutter des Kindes eine Abtreibung plane. Abtreibungsbefürworter werfen den Initiatoren vor, dies gefährde vor allem Frauen, die bei Inzest oder anderen Vergewaltigung ungewollt schwanger geworden seien.

Sei die Schwangere unter 17 Jahre alt, müsse zudem die örtliche Polizei über den Abtreibungswunsch informiert werden, und zwar unabhängig davon, ob der Schwangerschaft einvernehmlicher Sex oder eine Vergewaltigung zugrunde gelegen und ob die Eltern ihre Zustimmung zur Abtreibung gegeben hätten. Kritikern zufolge müsse die Polizei dann den Leichnam des abgetriebenen Kindes hernach als „Beweis“ sicherstellen. Ist die Schwangere unter 18 Jahre alt, sollten die Eltern oder der Vormund entscheiden, was mit dem Leichnam geschehen solle.


US-Studie: 57 Prozent wollen das Abtreibungen legal bleiben

Washington/Rom (ALfA) In den USA gehen die Meinungen beim Thema vorgeburtliche Kindstötungen weiter auseinander. Einer Studie des Pew Research Centers in Washington zufolge stimmten 57 Prozent für die Beibehaltung der Legalität von Abtreibungen, während 40 Prozent sich für strikte Begrenzungen vorgeburtlicher Kindstötungen aussprachen. Das berichtet Radio Vatikan. Wie der Sender weiter meldet, seien unter den Republikanern 34 Prozent für die Beibehaltung der Legalisierung von Abtreibung, bei den Demokraten seien es 75 Prozent. Auch setzten sich jüngere US-Amerikaner eher für die Legalität vorgeburtlicher Kindstötungen ein; in der Altersgruppe zwischen 18 und 29 Jahren seien es 65 Prozent. Mit 70 Prozent herrsche dagegen bei weißen, evangelischen Protestanten die stärkste Opposition gegen die erfolgte Liberalisierung. Abtreibungen gelten in den USA seit dem 22. Januar 1973 durch das Urteil des Obersten Gerichtshofs „Roe vs. Wade“ als legal.


Neues Internetportal zur Debatte um „Sterbehilfe“

München (ALfA). Anfang vergangener Woche hat die InteressenGemeinschaft Kritische Bioethik Deutschland unter der Domain www.sterbehilfe-debatte.de ein völlig neu überarbeitetes Infoportal freigeschaltet. Wie es in der dazugehörigen Pressemitteilung der Gemeinschaft heißt, soll das Portal umfassende Informationen zum Thema pro menschenwürdige Pflege, Palliativmedizin und Hospizarbeit contra Sterbehilfe und Suizidbeihilfe bieten. Dabei spiegele es die gesellschaftlichen und biopolitischen Debatten der letzten Jahre und gebe einen chronologischen Überblicke über die Entwicklungen sämtlicher Themenbereiche.

Die seit 2006 bestehende Webseite sei mit dem Relaunch sowohl inhaltlich als auch technisch überarbeitet worden. Alle Informationen seien thematisch übersichtlich sortiert, lesbar aufbereitet, systematisch ergänzt und auf den neuesten Stand gebracht worden. Grundlage dafür seien verschiedene Themenspecials, die zu bestimmten Anlässen erstellt worden seien. Technisch sei die Seite zeitgemäß responsive gestaltet worden. Das bedeutet, dass sich das Layout allen Nutzergeräten automatisch anpasse.

Konkret findet sich unter https://www.sterbehilfe-debatte.de klar und übersichtlich chronologisch sortiert alles zur Debatte im Deutschen Bundestag um ein Verbot der Suizidbeihilfe – vom Anfang bis zur Verabschiedung des Gesetzes zum Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung (§ 217 StGB) Ende 2015. Ergänzt wird dies mit der Rubrik „Sterbehilfe im Ausland“, die einen Blick auf die Rechtslage und die Debatten in Nachbarländern wie der Schweiz, Niederlande, Belgien und Luxemburg erlaubt.

Ein weiterer großer Themenbereich ist die Debatte von 2004 bis 2010 um die rechtliche Verbindlichkeit von Patientenverfügungen, bis zur Verabschiedung der entsprechenden Gesetzesregelung. Ergänzend dazu kommen aktuelle höchstrichterliche Entscheidungen und zahlreiche weiterführende Materialien.

Als Gegenpart zur Sterbehilfe und Suizidhilfe gibt es Informationen zur Entwicklung der Hospiz- und Palliativversorgung mit dem Hospiz- und Palliativgesetz HPG. Des Weiteren finden Interessierte Infos zur Kinderhospizarbeit sowie zur Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland. Die Charta von 2010 kann von Organisationen und Einzelpersonen nach wie vor unterzeichnet werden.

Das Thema menschenwürdige Pflege und die Diskussion um Pflegemissstände sind ebenfalls in das Portal eingeflossen. Denn menschenwürdige Pflege und die Angst vor Pflegeheimen sei immer wieder ein Thema, wenn der Wunsch nach Sterbehilfe im Alter aufkommt, heißt es in der Pressemitteilung.


Termine

Freitag, 15. September 2017, Berlin
BVL-Fachtagung „Fachgespräch Bioethik und Menschenwürde“
Beginn: 14:00 Uhr
Ende: 17:00 anschl. Gemeinsames Abendessen für Interessierte

Samstag, 16. September 2017, Berlin
Marsch für das Leben
Beginn: 13:00 Uhr, vor dem Reichstag

Freitag 22. September 2017, 18 Uhr – Sonntag, 24.09.2017, 12 Uhr
Fortbildung für Beraterinnen und Berater
Gewaltfreie Kommunikation im Kontext der Schwangerenberatung
Ort: Haus Nazareth, Iburgerstr. 23, 49196 Bad Laer (bei Osnabrück)
Kosten: 70 € für Übernachtung und Verpflegung
Referentin: Sandra Sinder, seit 10 Jahren Konfliktberaterin bei der ALfA, Systemischer Coach (ECA und DVNLP-zertifiziert), Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation.
Die Teilnehmerzahl ist auf 12 Personen begrenzt.
Anmeldung und weitere Informationen unter: monika.friederich@alfa-ev.de

ALfA e.V.Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V. - Geschäftsstelle
Ottmarsgäßchen 8 | D-86152 Augsburg

ALfA e.V.info@alfa-ev.de

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