Newsletter im Web
Aktion Lebensrecht
für Alle
e.V.

Linder: ALfA unterstützt Vorhaben für Studie

Augsburg (ALfA). Die Bundesvorsitzende der ALfA, Alexandra Maria Linder, hat sich in die Diskussion über die geplante Studie zu möglichen psychischen Folgen von Abtreibungen eingeschaltet. Generell untersuchten wissenschaftliche Studien „wie sinnvoll oder bedenklich Behandlungen und Präparate für die Anwenderinnen und Anwender sind. Das Ergebnis soll dazu dienen, die Aufklärung und Behandlung zu verbessern und Risiken zu mindern“, erklärte Linder. Die ALfA-Bundesvorsitzende nannte es „erstaunlich“, dass sich daher nun „gerade diejenigen, die angeblich für Frauengesundheit und Selbstbestimmung eintreten“, gegen eine Studie wendeten, „die angesichts der Ergebnisse in anderen Ländern und angesichts der vielfachen Beratungs- und Gesprächs-Erfahrungen auch bei uns dringend notwendig ist, um Frauen vor Schaden zu bewahren.“

Studien aus anderen Ländern hätten unter anderem folgendes ergeben:

2011, Coleman (USA): Frauen nach einer Abtreibung haben ein 81 Prozent höheres Risiko für psychische Probleme, darunter ein 37 Prozent höheres Risiko für Depressionen, die häufigste Erkrankung in Deutschland bei Frauen – 11,3 Prozent der Frauen in Deutschland (laut AOK) leiden darunter. Es wäre also eine große Hilfe, durch eine Studie festzustellen, ob ein Teil davon mit Abtreibung zu tun hat. Denn wenn die Ursache nicht erkannt wird, kann man den Patientinnen nicht wirksam helfen. Den Betroffenen aus ideologischen Gründen diese Hilfsmöglichkeit zu verweigern, ist zynisch.

2007, Suliman et al. (Südafrika): Fast ein Fünftel der Frauen, die abgetrieben hatten, zeigten Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung. Ähnliche Ergebnisse zeigen die Studien von Barnard (1990) und Rue et al. (2004).

2002, Burke & Reardon (USA): 39 Prozent der Probandinnen berichteten über nach ihrer Abtreibung erstmalig beginnende Essstörungen.

1997, Ney (Kanada): Bis zu 80 Prozent aller Paare trennen sich nach einer Abtreibung.

2005, Gissler (Finnland): Die Selbsttötungsrate bei Frauen nach Abtreibung ist sechsmal höher als bei Frauen, die ihr Kind zur Welt gebracht haben.

„Zahlreiche weitere Studien aus verschiedenen Staaten erweitern und bestätigen diesen Katalog an möglichen Folgen für Frauen und Familien nach Abtreibung. Die Behauptung, die diagnostizierten Schwierigkeiten hätten diese Frauen bereits vor der Abtreibung gehabt oder die Frauen würden stigmatisiert und daher solche Symptome entwickeln, ist unwissenschaftlich. Und sollten bereits bestehende Schwierigkeiten sich nach einer Abtreibung ganz offensichtlich verschlimmern, muss man auch das den Frauen sagen und dürfte ihnen für ihre eigene Gesundheit eigentlich keine Abtreibung zumuten“, erklärte Linder. Die ALfA unterstütze das Vorhaben einer seriösen Studie, damit den Betroffenen geholfen werden könne und damit Frauen zukünftig noch besser aufgeklärt werden könnten.


Woelki: Werbung für Straftatbestand ist „verrückt“

Köln (ALfA). Der Erzbischof von Köln, Rainer Maria Kardinal Woelki, rechnet für die Zukunft mit neuem Streit beim Thema Abtreibung. Im Interview mit dem katholischen Fernsehsender EWTN sagte Woelki: „Es ist zu befürchten, dass in den nächsten Jahren erneut die Frage nach Abtreibung und der Selbstverständlichkeit, die damit oft verbunden ist, wieder neu in den Mittelpunkt rücken wird.“ Bei dem aktuellen Streit um das Werbeverbot für Abtreibungen, sei das noch einmal verhindert worden. Der Erzbischof erinnerte daran, dass Abtreibung ein Straftatbestand sei und nannte es „verrückt, zu sagen, wir können für einen Straftatbestand werben“. Nichtdestotrotz sei er „wirklich dankbar“ für den Kompromiss, der im Streit um den Paragrafen 219a Strafgesetzbuch gefunden worden sei. Einer Freigabe der Abtreibung könnten Katholiken jedoch „niemals zustimmen“, so der Kardinal. Das Leben stehe „vom Anfang bis zum letztem Atemzug“ unter dem „Schutz Gottes“. 


§ 219a: Bundestag berät Kompromiss

Berlin (ALfA). Der Deutsche Bundestag hat am Freitag in Erster Lesung den von Union und SPD eingebrachten Entwurf eines Gesetzes „zur Verbesserung der Information über einen Schwangerschaftsabbruch“ (Bundestagsdrucksache 19/7693) debattiert. Der Entwurf sieht vor, den § 219a Strafgesetzbuch um einen neuen Absatz 4 zu erweitern und darin zusätzliche Ausnahmetatbestände vom Werbeverbot für Abtreibungen aufzunehmen. Danach sollen Ärzte, Krankenhäuser und Einrichtungen öffentlich darauf hinweisen können, dass sie vorgeburtliche Kindstötungen durchführen. Ferner sollen sie auf staatlich organisierte Informationsangebote verweisen beziehungsweise verlinken können, die über Methoden, Risiken für die Schwangere und Ähnliches informieren.

Außerdem sieht der Gesetzentwurf eine Änderung des Schwangerschaftskonfliktgesetzes vor. Die soll sicherstellen, dass es künftig eine von der Bundesärztekammer erstellte und monatlich aktualisierte Liste mit Ärztinnen und Ärzten gibt, die mitteilen, dass sie vorgeburtliche Kindstötungen gemäß Paragraf § 218a Absatz 1 bis 3 durchführen. Diese Liste soll auch Angaben zu den von Ärzten dabei angebotenen Methoden enthalten. Die Liste wird von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung veröffentlicht.

Bereits am Montag veranstaltet der federführende Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz eine Öffentliche Anhörung zu dem Gesetzentwurf.


§ 219a: FDP kündigt Änderungsantrag an

Berlin (ALfA). Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP, Stephan Thomae, hat den von Union und SPD eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes „zur Verbesserung der Information über einen Schwangerschaftsabbruch“ als „verfassungswidrig“ bezeichnet und angekündigt, seine Fraktion werde im weiteren parlamentarischen Verfahren einen Änderungsantrag zu dem Gesetzentwurf der Koalitionsparteien vorlegen. Sollte dieser keine Mehrheit finden, werde die FDP einen „Normenkontrollantrag“ prüfen und Linke, Grüne und SPD einladen, sich diesem anzuschließen.

Bei der sogenannten „abstrakten Normenkontrolle“ prüft das Bundesverfassungsgericht auf Antrag der Bundesregierung, der Landesregierung oder eines Viertels der Mitglieder des Deutschen Bundestags die Vereinbarkeit eines Gesetzes mit dem Grundgesetz.


Wiener Bioethikerin befürwortet Studie zu seelischen Folgen von Abtreibungen

Wien (ALfA). Die Geschäftsführerin des Wiener Instituts für medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE), Susanne Kummer, hat sich für die Durchführung wissenschaftlich fundierter Studien über die seelischen Folgen ausgesprochen, die Frauen nach Abtreibungen erleiden können. Gegenüber „Kathpress“, der katholischen Presseagentur Österreichs, erklärte die Bioethikerin, laut der Weltgesundheitsagentur WHO gebe es weltweit rund 56 Millionen Abtreibungen pro Jahr. Alleine in Deutschland seien es mehr als 100.000 jährlich. Österreich sei eines der wenigen westlichen Länder, für das keine offiziellen Zahlen vorlägen. „Die Aufgabe der Wissenschaft ist es, vorurteilsfrei Fragestellungen zu durchleuchten und valide Ergebnissen anzustreben – auch was die psychischen Folgen nach Abtreibung bei Frauen anlangt“, so Kummer.

Bisher erschienene Studien zeichneten kein einheitliches Bild und unterschieden sich erheblich in ihrer Qualität. Es sei deshalb „im Interesse aller, evidenzbasierte Medizin auch im Bereich Schwangerschaftsabbruch zu fördern“. Nur so könne ließe sich Frauen, die nach einer Abtreibung mit psychischen Problemen zu kämpfen hätten, adäquat helfen statt das Problem zu tabuisieren und sie alleine zu lassen, betonte die Bioethikerin. Die bislang umfangreichste Studie, die die psychischen Risiken nach Abtreibung untersucht, wurde laut Kummer 2011 im „British Journal of Psychiatry“ publiziert. Die Studie analysiere die Daten von 877.181 Frauen aus den Jahren 1995 bis 2009, von denen 163.831 eine Abtreibung hinter sich hatte. Die Meta-Studie sei dabei unter anderem zu folgenden Ergebnissen gekommen: Frauen, die abgetrieben haben, hätten im Vergleich zu ungewollt schwangeren Frauen, die ihr Kind zur Welt brachten, ein um 81 Prozent höheres Risiko, an psychischen Problemen zu erkranken.

Im Vergleich zu Frauen, die nicht abgetrieben haben, litten Betroffene signifikant öfter unter Angstzuständen und Depressionen. Insbesondere sei das Risiko, eine Sucht zu entwickeln höher. Auch seien Suizidversuche und Suizide signifikant häufiger zu finden gewesen. Junge Frauen seien offenbar besonders gefährdet, nach einer Abtreibung seelisch zu erkranken, so Kummer.

Gegenüber „Kathpress“ verwies Kummer auch auf eine im Januar 2019 publizierte Studie: Südkoreanische Gynäkologen hätten dabei 5.133 Frauen in der letzten Phase der Wechseljahre untersucht, die in ihrem reproduktiven Alter entweder eine oder mehrere Abtreibungen oder spontane Fehlgeburten erlitten hatten. Bei Frauen mit spontanen Aborti sei kein Zusammenhang zwischen deren Anzahl und Selbstmordgedanken festgestellt worden. Hingegen sei bei jenen Frauen, die drei oder mehr Schwangerschaftsabbrüche hinter sich hatten – sie machten 27,6 Prozent der untersuchten Gruppe aus – auch nach Bereinigung durch andere mögliche Faktoren ein 1,66-fache höheres Risiko für Suizidgedanken sowie Neigung zu Stress und Depressionen festgestellt werden.


Termine

17.-19.5.2019
Bundesdelegiertenversammlung der ALfA mit Wahlen
Fulda

Weitere Informationen zu allen Veranstaltungen:
<span style="color: purple; text-decoration: underline;">www.alfa-ev.de/aktuelles/termine</span>

ALfA-Stände:
Didacta Köln, 19.-23.2.2019
Kongress Christlicher Führungskräfte Karlsruhe, 28.2-2.3.2019

ALfA e.V.Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V. - Geschäftsstelle
Ottmarsgäßchen 8 | D-86152 Augsburg

ALfA e.V.info@alfa-ev.de

ALfA e.V.0821-512031

Spenden
ALfA e.V.

Vom Newsletter abmelden