Newsletter im Web
Aktion Lebensrecht
für Alle
e.V.

Deutsche Forscher starten Frontalangriff auf Embryonenschutz

Berlin (ALfA). In einem in der Reihe „Leopoldina Diskussion“ erschienen Papier haben 16 deutsche Wissenschaftler und Reproduktionsmediziner einen Frontalangriff auf den Embryonenschutz gestartet. Die Autoren des Papiers, zu denen die Juristen Jochen Taupitz (Mannheim) und Horst Dreier (Würzburg), die Bioethiker Claudia Wiesemann (Göttingen) und Hartmut Kreß (Bonn) sowie die Reproduktionsmediziner Hennig Beier (Aachen), Klaus Diedrich (Lübeck) und Heribert Kentenich (Berlin) gehören, fordern die Ablösung des deutschen Embryonenschutzgesetzes durch ein neues Fortpflanzungsmedizingesetz.

Wie die Autoren schreiben, würden in Deutschland pro Jahr 80.000 künstliche Befruchtungen vorgenommen. Da das „Durchschnittsalter der Erstgebärenden“ aus gesellschaftlichen Gründen steige, die „biologische Fruchtbarkeit im Alter“ aber abnehme, werde „die Zahl der Hilfesuchenden aller Voraussicht nach weiter ansteigen“. Weltweit würden zudem Verfahren wie die Eizellspende, die Embryospende und die Leihmutterschaft vermehrt in Anspruch genommen. Das fast 30 Jahre alte Embryonenschutzgesetz enthalte nur strafrechtliche Verbote und erlaube „keine angemessene Reaktion auf die medizinische Entwicklung und den gesellschaftlichen Wandel und werde der Komplexität der Materie nicht gerecht“.

In dem 10-seitigen Papier fordern die Autoren unter anderem eine neue Definition des Embryos, die Einführung des sogenannten elektiven Single-Embryo-Transfers, die Öffnung künstlicher Befruchtungen für Schwule und Lesben und damit verbunden, die Abschaffung der in Deutschland geltenden Verbote von Eizellspende und Leihmutterschaft.


Starker Zulauf bei Demo vor Abtreibungsklinik

München (ALfA). Rund 250 Menschen haben am vergangenen Sonntag in München-Freiham vor der Abtreibungsklinik von Deutschlands bekanntestem Abtreibungsarzt, Friedrich Stapf, demonstriert. Zu der Kundgebung unter dem Motto „Zukunft statt Abtreibung“ hatten die Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) und der Landesverbandes Bayern der Christdemokraten für das Leben (CDL) aufgerufen. Wie es in einer gemeinsamen Pressemitteilung heißt, erklärte dabei die Landesvorsitzende der CDL Bayern, Christiane Lambrecht: „Wir wollen, dass keine Mutter mehr aus Druck, Verzweiflung oder wegen finanzieller Sorgen dieses Ärztehaus ohne ihr Baby im Bauch verlässt. Wir fordern in den Schulen eine bessere, lebensbejahende Sexualaufklärung und Bildung. Wir brauchen eine familienfreundliche Politik, zum Beispiel ein Familiensplitting. Die Beratungsqualität in den offiziellen Stellen muss verbessert werden. Wir fordern eine echte Willkommenskultur für Mütter und Kinder!“

Antonia Egger, Vorsitzende des ALfA-Regionalverbandes München, die seit ihrer Geburt im Rollstuhl sitzt, legte eindrucksvoll dar, wie erfüllt ihr Leben trotzdem sei. Der Erlanger Kinderarzt Professor Dr. Holm Schneider, stellvertretender Bundesvorsitzender der ALfA, wies darauf hin, dass die Diagnose des Down-Syndroms bei 9 von 10 Kindern zur Abtreibung führe. Schneider kam in Begleitung eines 16-jährigen Jungen, der das Down-Syndrom hat und der ihm im Zug wieder einmal beim Schachspiel besiegt hatte. Schneider. Josef Dichgans, Landesvorsitzender der CDL Baden-Württemberg, kritisierte, dass der CSU-Funktionär Hans Hammer Vermieter des Gebäudes sei, in dem Abtreibungsarzt seinen Geschäften nachgehe: „Wenn ein kommunistischer Funktionär beruflich Kapitalist ist, ist er unglaubwürdig. Wenn ein Grüner Massentierhaltung betreibt oder ein Atomkraftwerk vermietet, ist er für seine Partei untragbar. Dass ein Parteifunktionär Räume an den bekanntesten Abtreiber im Land zum Betrieb einer Abtreibungsklinik vermietet, fügt der christlichen Partei, in der er immerhin das Amt eines Bezirksschatzmeisters innehat, schwersten Schaden zu.“ Angelika Doose von der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) las aus einem Brief vor, den sie Stapf geschrieben: „Stellen Sie sich einen Augenblick lang vor, Sie hätten in Ihrem Leben 100.000 Kindern auf die Welt geholfen! Die Wandtafeln mit den Geburtsanzeigen, die die dankbaren Eltern Ihnen zugeschickt hätten, würden Ihr ganzes Büro einnehmen – haben Sie jemals eine Dankeskarte von einer Frau bekommen, deren Kind Sie abgetrieben haben? Herr Stapf, helfen Sie mit, die Probleme zu beseitigen, nicht die Kinder!“

Die „Jugend für das Leben“ setzte mit in den Himmel fliegenden, roten Herz-Luftballons ein Erinnerungszeichen für alle Verletzungen, die eine Abtreibung verursacht.

„I have a dream“ war das Motto der Ansprache von Manuel Kuhn. Er sprach über die Hoffnung, dass wir zu einer Gesellschaft werden, in der jeder Mensch willkommen ist, in der keine Kinder abgetrieben werden und keine Mutter eine Schwangerschaft als Konflikt sehen muss. Zuvor hatte eine Teilnehmerin berichtet, dass sie ihr zweites Kind abtreiben ließ, weil sie kein „Sicherheitsnetz“ fand, welches ihre Panik hätte auffangen können, und wie traurig sie darüber ist, dass dieses Kind nicht leben darf.


Abtreibungen: Klinikkonzern weist Vorwürfe zurück

Schaumburg (ALfA). Der christliche Klinikkonzern „Agaplesion“ hat Vorwürfe zurückgewiesen, denen zufolge er beabsichtige, Abtreibungen von angestellten Ärzten vornehmen zu lassen, die nicht medizinisch indiziert seien. Das berichtet die evangelische Nachrichtenagentur „idea“. Dem Bericht zufolge eröffnet Agaplesion in Kürze das „Gesamtklinikum Schaumburg“. Dieses soll die bisherigen drei Krankenhäuser in der Region ersetzen. Der Landkreis Schaumburger Land hatte von dem Konzern verlangt, dass in dem Gesamtklinikum auch vorgeburtliche Kindstötungen vorgenommen werden, die anders als medizinisch begründet werden. Die ethischen Richtlinien des Konzerns erlauben die Vornahme von Abtreibungen jedoch nur dann, wenn diese als medizinisch notwendig erachtet werden. Landkreis und Klinikbetreiber hätten sich deshalb auf einen Kompromiss geeinigt: Ärzte von außerhalb sollten solche Abtreibungen in den Räumen der Klinik durchführen können. Nach einem Bericht der „Schaumburger Zeitung“ habe man für eine entsprechende Kooperation jedoch bislang noch keine externen Gynäkologen finden können. Deshalb sollten nun doch Agaplesion-Ärzte die Abtreibungen vornehmen. Wie „idea“ berichtet, widersprach eine Sprecherin des Klinikums dieser Darstellung. Der Agentur sagte sie, auch künftig würden Ärzte von Agaplesion keine Abtreibungen durchführen, die nicht medizinisch indiziert seien. Zurzeit befinde man sich in Gesprächen mit einer möglichen Kooperationspraxis.


Polen: Neue Initiative will Verbot eugenisch motivierter Abtreibungen

Warschau (ALfA). Polens Regierungschefin Beata Szydlo hat sich erneut bereit erklärt, die Abtreibungsgesetzgebung des Landes zu verschärfen. Das berichtet die katholische Zeitung „Die Tagespost“. Demnach sagte die Ministerpräsidentin der in Kattowitz erscheinenden katholischen Zeitschrift „Gosc Niedzielny“, sie werde im Parlament selbstverständlich für ein Verbot von „eugenischen Abtreibungen“ stimmen. In der Parlamentsfraktion der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) fände die entsprechende Volksinitiative, für die ein Bürgerkomitee derzeit Unterschriften sammelt, sehr viel Unterstützung.

Derzeit gelten in Polen vorgeburtliche Kindstötungen in drei Fällen als legal: Wenn die Gesundheit der Frau durch die Fortsetzung der Schwangerschaft gefährdet wird, wenn sie vergewaltigt wurde oder wenn bei dem ungeborenen Kind eine schwere, irreversible Schädigung diagnostiziert wurde. Das Bürgerkomitee will einen Gesetzentwurf in das Parlament einbringen, der vorgeburtliche Kindstötungen von ungeborenen Kindern mit Behinderungen verbietet. Wenn das Komitee bis November mindestens 100.000 Unterschriften vorlegen kann, muss sich das Parlament mit dem Gesetzesvorschlag befassen. Wie die „Tagespost“ weiter schreibt, werde das Komitee von der katholischen Kirche Polens unterstützt. So würben zahlreiche Bischöfe öffentlich für die Unterschriftenaktion. Auch Polens Staatspräsident Andrzej Duda habe sich gegen die Abreibung unheilbar kranker Embryos ausgesprochen.

Vor rund einem Jahr hatte sich das polnische Parlament schon einmal mit einem ähnlichen Gesetzesentwurf befassen müssen. Nach massiven Protesten von Frauen lehnte das Parlament, in dem die PiS über die absolute Mehrheit verfügt, den Gesetzentwurf einer Bürgerinitiative jedoch mit großer Mehrheit ab.


Bioethiker will Abtreibungen wegen Down-Syndrom weiter forcieren

Wien (ALfA). Der Niederländische Bioethiker Marcel Zuijderland hat sich in einem Zeitungsbeitrag für das „NRC Handelsblad“ dafür ausgesprochen, Abtreibungen von Kindern mit Down-Syndrom weiter zu forcieren. Das berichtet das Wiener Institut für Medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE) in seinem monatlichen Newsletter. Wie IMABE schreibt, habe das niederländische Gesundheitssystem auf Empfehlung des Rijksinstituut voor Volksgezondheid (RIVM) das Down-Syndrom unter die teuersten Top-Ten-Krankheiten gelistet. Mittels nicht-invasiver pränataler Diagnostik (NIPT) könne Down-Syndrom jedoch frühzeitig durch einen Bluttest erkannt und damit die Geburt von Kindern mit Behinderung vermieden werden, so Zuijderland. Es sei auch nachvollziehbar, dass Eltern es als moralische Pflicht ansehen, dem Gesundheitssystem keine zusätzlichen finanziellen Bürden durch Kinder mit schwerer Behinderung auferlegen zu wollen und deshalb ihr Kind abtreiben lassen, so der Philosoph. Diese Haltung drücke Solidarität mit jenen aus, die ebenfalls auf Betreuungseinrichtungen angewiesen sein, aber kein Wahl hätten, weil sie zum Beispiel durch einen Unfall pflegebedürftig geworden sind.

Seit März diesen Jahres wird in den Niederlanden ein nicht-invasiver Bluttest zur Untersuchung der fötalen DNA allen Schwangeren zu einem stark verbilligten Preis (175 statt ca. 600 Euro) angeboten. Möglich wird das, weil der niederländische Staat das Angebot mit 26 Millionen Euro subventioniert.


Termine

Samstag 11. November
Jugendakademie Bioethik in München
Darf der Mensch alles, was technisch möglich ist?
Veranstalter: Hanns-Seidel-Stiftung/Christdemokraten für das Leben Bayern

Anmeldung/Organisation
Karin Fahnert
Referat III/3
Tel.: 089/1258-254
Fax: 089/1258-338
Mail: refIII/3@hss.de

ALfA e.V.Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V. - Geschäftsstelle
Ottmarsgäßchen 8 | D-86152 Augsburg

ALfA e.V.info@alfa-ev.de

ALfA e.V.0821-512031

Spenden
ALfA e.V.

Vom Newsletter abmelden