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England: Sieg für die Gewissenfreiheit von Apothekern

London (ALfA). Nach Intervention christlicher Lebensrechtler hat das General Pharmaceutical Council (GPhC), eine Behörde, die Apotheker im Vereinigten Königreich beaufsichtigt, die vorgesehene Änderung seiner Richtlinien korrigiert. Das berichtet das britische Internetportal „Christian Concern“. Dem Bericht zufolge hätte die Änderung der Richtlinien Apotheker des Rechts auf Gewissensfreiheit beraubt.

Dem Internetportal des christlichen Radiosenders „Premier“ zufolge bestätigte das GPhC jetzt, dass christliche Apotheker nicht gezwungen würden, Abtreibungspräparate gegen ihren Willen abzugeben. Zuvor hatte ein Kampagnenteam des „Christian Institute“ dem GPhC glaubhaft vermittelt, es sei bereit, die durch den ursprünglichen Entwurf der Richtlinie gefährdete Glaubens- und Gewissensfreiheit auf dem Rechtsweg zu verteidigen.

Wie das GPhC erklärte, würden die neuen Richtlinien nun die Stellungnahmen berücksichtigen, die während des Konsultationsprozesses eingegangen seien. Wie der Leiter des Rechtsverteidigungsfonds des „Christian Institute“ Sam Webster, gegenüber dem Internetportal des Sender erklärte, danke das Institut dem GPhC dafür, dass es bereit gewesen sei, sich mit seinen Vertretern zu treffen und deren Forderungen zu diskutieren. Allerdings sei das Institut auch willens gewesen, die Angelegenheit erforderlichenfalls bis zur letzten Instanz zu klären und hätte dies in der vorangegangenen Rechtskorrespondenz, die mit den Anwälten des GPhC ausgetauscht worden sei, auch deutlich gemacht.


Polen: Abgeordnete wollen Verfassungsgericht anrufen

Warschau (ALfA). Der seit langem andauernde Streit um die rechtliche Neuregelung vorgeburtlicher Kindstötungen in Polen wird voraussichtlich beim Obersten Gerichtshof landen. Das berichtet die katholische Zeitung „Die Tagespost“ unter Berufung auf die polnische Nachrichtenagentur KAI. Demnach beabsichtigen rund 100 Parlamentsabgeordnete beim polnischen Verfassungsgericht zu beantragen, die Abtreibung ungeborener Kindern, bei denen eine genetische Belastung diagnostiziert wurde, für verfassungswidrig zu erklären. „Es geht vor allem um Kinder mit Down-Syndrom, die hervorragend leben und eine Freude für ihre Eltern sind“, wird Anna Sobecka von der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) zitiert. Derzeit erlaubt das Gesetz vorgeburtliche Kindstötungen bei Gefährdung der Gesundheit der Schwangeren sowie nach Vergewaltigung oder bei Diagnose einer irreversiblen, schweren Schädigung des Kindes.

Wie die Zeitung weiter schreibt, argumentierten die Abgeordneten, diese gesetzliche Regelung verstoße gegen die Verfassung, die „jedem Menschen den rechtlichen Schutz seines Lebens“ und seiner Würde garantiere. Zudem verwiesen sie auf das Gleichbehandlungsgebot.

Die PiS hatte Anfang Oktober überraschend eine Verschärfung des Abtreibungsgesetzes im Parlament abgelehnt. Ministerpräsidentin Beata Szydlo kündigte damals ein Hilfsprogramm für schwangere Frauen an, die sich trotz Diagnose einer unheilbaren Krankheit des ungeborenen Kindes für dessen Geburt und Erziehung entschieden. Gegen die von einer Bürgerinitiative und der katholischen Kirche geforderte Verschärfung der in Polen geltenden Abtreibungsgesetzgebung hatten Zehntausende Polen demonstriert.


Union, SPD und Grüne fordern verbesserte Suizidprävention

 

Berlin (ALfA). Nach Ansicht der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen muss die Suizidprävention in Deutschland gezielt verbessert werden. Das berichtete am Donnerstag das Online-Portal des „Deutschen Ärzteblatts“. Demnach seien in Deutschland jährlich rund 10.000 Todesfälle auf einen Suizid zurückzuführen. Die Zahl der versuchten Selbsttötungen sei nach Schätzungen sogar zehn Mal so hoch. Nach Ansicht der Abgeordneten müssten daher weitere Anstrengungen unternommen werden, um Suizide und -versuche zu verhindern sowie um betroffenen Menschen und Angehörigen frühzeitig Auswege, etwa in Form einer Therapie, aufzuzeigen. Laut aktuellen Forschungsergebnissen litten mehr als 90 Prozent derjenigen, die sich das Leben nehmen, an einer psychischen Erkrankung. Mehr als 80 Prozent seien nicht behandelt worden. Um Suiziden entgegenzuwirken, benötigten Menschen in psychischen Krisen niedrigschwellige und schnelle Hilfe.

Wie es in dem Antrag weiter heißt, lebten in Deutschland zudem mindestens 1,5 Millionen Kinder, deren Eltern an einer Psychose oder schweren Depression leiden oder alkohol- beziehungsweise drogenabhängig sind. Hinzu kämen Kinder, deren Eltern unter Angst-, Zwangs und Persönlichkeitsstörungen litten. Diese Kinder hätten durch ihre familiäre Situation ein erhöhtes Risiko, selbst psychische Störungen zu entwickeln. In der Altersgruppe der 15 bis 29-Jährigen stelle der Suizid eine der häufigsten Todesursachen dar. Der Suizid stehe an zweiter Stelle der Todesursachen junger Männer zwischen 18 und 25 Jahren.

Wie das Ärzteblatt weiter schreibt, sprächen sich die Abgeordneten dafür aus, offener über psychische Erkrankungen zu sprechen, Aufklärungskampagnen zu unterstützen, Möglichkeiten der Prävention zu stärken und auch die Forschung zu diesem Thema zu fördern.


IMABE-Geschäftsführerin Kummer übt massive Kritik an österreichischem IVF-Report

Wien (ALfA). Die Wiener Bioethikerin Susanne Kummer hat den österreichischen IVF-Jahresbericht 2016 kritisiert. Der seit kurzem vorliegende Report zeige, dass Österreich bei der Vornahme künstlicher Befruchtungen im internationalen Trend liege. So habe sich die Anzahl der in Vertragskrankenanstalten durchgeführten fondsgestützten IVF–Versuche in 15 Jahren mehr als verdoppelt und sei von 4.726 im Jahr 2001 auf 10.097 Versuche im Jahr 2016 gestiegen. Dennoch habe sich – wie auch in anderen Ländern – die sogenannte Baby-Take-Home-Rate kaum verbessert und liegt bei nur 18 Prozent.

„Am reproduktionsmedizinischen Markt werden Hoffnungen geschürt und Versprechungen gemacht, wir haben immer mehr Versuche von künstlicher Befruchtung, geben dafür auch erhebliche Summen aus. Doch am Ende gehen mehr als 80 von 100 Frauen ohne Kind nach Hause. Darüber aber redet niemand“, kritisierte die Geschäftsführerin des Instituts für medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE).

Bis heute gebe es in Österreich keine gesetzlich verpflichtende psychologische Beratung bei künstlicher Befruchtung, obwohl Studien zeigten, dass die physischen und psychischen Belastungen einer reproduktionsmedizinischen Behandlung von den Betroffenen deutlich unterschätzt würden. „Hier ist der Gesetzgeber weiter säumig“, erklärte Kummer.

Laut dem Report seien in Österreich von 2001 bis 2016 104.172 Behandlungsversuche durchgeführt worden. Diese hätten jedoch nur zu 26.814 Schwangerschaften geführt, bei denen es jedoch nur in durchschnittlich 26,6 Prozent der Fälle auch zu einer Lebendgeburt gekommen sei. Bezogen auf die Gesamtanzahl der Versuche liege die Baby-Take-Home-Rate daher bei 18 Prozent. Pro Lebendgeburt seien durchschnittlich sechs bis sieben Embryonen verbraucht worden. „Diese Zahlen stimmen sehr nachdenklich“, so Kummer. Vom staatlichen IVF-Fonds seien für diese Versuche 183 Millionen Euro in IVF-Kliniken geflossen. Bedenke man, „dass zahlreichen Paaren auch auf alternativem Weg hätte geholfen werden können, ist es in einem Solidarsystem nicht unethisch, über diese Kosten und Folgekosten – zum Beispiel aufgrund des hohen Anteils von Frühgeburten nach IVF – laut nachzudenken“, so Kummer weiter.

Aus dem Report gehe auch hervor, dass 2016 erstmals 39 IVF-Versuche mit fremden Eizellen durchgeführt wurden. Ob es bei dieser risikoreichen Form der künstlichen Befruchtung auch zu Lebendgeburten gekommen sei, erfahre man nicht, auch gebe es keine Daten zur Herkunft der Spenderinnen. 245 IVF-Versuche seien mit anonymen Samenspenden vorgenommen worden.

Zudem zeigten die aktuellen Daten, dass die hormonelle Stimulierung im Vorfeld einer künstlichen Befruchtung für Frauen keineswegs ungefährlich sei. So sei es in 492 Fällen zu einer hormonellen Überstimulation (OHSS) und damit einer signifikanten Gefährdung der Gesundheit der Frau gekommen. Bei den vorzeitig beendeten Versuchen sei in 41,5 Prozent der Fällen eine hormonelle Belastung der Grund für den Abbruch der Behandlung gewesen. Insgesamt hätten 1.386 IVF-Versuche abgebrochen werden müssen. In 61 Fällen sei eine für die Frau lebensgefährliche Eileiterschwangerschaft der Grund für den Abbruch der Behandlung und der Durchführung einer Abtreibung des Embryos gewesen.

Kummer kritisiert ferner, dass der IVF-Report keinerlei Daten zur niedrigen Erfolgsrate nach IVF angebe, wie etwa die Zahl der viel häufigeren Fehlgeburten oder auch Totgeburten nach IVF. Auch das Phänomen der selektiven Abtreibung von Embryonen bei Mehrlingsschwangerschaften bleibe unerwähnt. „Ethisch darf nicht unwidersprochen bleiben, dass die Reproduktionsmedizin den Fetozid als selbstverständlichen Teil ihres Angebots darstellt“, betonte die Bioethikerin.

Auch gebe der Report keinerlei Auskunft zur Anzahl sogenannter „übriggebliebener“ Embryonen, die tiefgefroren weitergelagert würden. Kummer: „Sieht man sich die Zahlen der letzten 15 Jahre an, dann wurden alleine in den staatlich subventionierten IVF-Kliniken in Österreich eine halbe Million Embryonen hergestellt, von denen einige für IVF-Versuche verbraucht und andere tief gefroren weitergelagert werden. Andere Kinderwunschinstitute sind da noch nicht einberechnet.“ „Wenn man im Zuge der künstlichen Befruchtung Embryonen erzeugt – im Schnitt werden in Österreich 9 bis 10 Eizellen zwecks Befruchtung gewonnen – und schon einkalkuliert, dass einige davon übrig bleiben werden, schafft man ethische Probleme, die nicht mehr sinnvoll aufzulösen sind“, sagte Kummer und ergänzt: „Der Embryo ist keine Sache. Wer Menschen auf Vorrat produziert, verletzt die Würde der Person.“


Termine

Schon jetzt angekündigt:

Freitag 22.09.2017, 18 Uhr – Sonntag, 24.09.2017, 12 Uhr

Fortbildung für Beraterinnen und Berater
Gewaltfreie Kommunikation im Kontext der Schwangerenberatung
Ort: Haus Nazareth, Iburgerstr. 23, 49196 Bad Laer (bei Osnabrück)
Kosten: 70 € für Übernachtung und Verpflegung
Referentin: Sandra Sinder, seit 10 Jahren Konfliktberaterin bei der ALfA, Systemischer Coach (ECA und DVNLP-zertifiziert), Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation.
Die Teilnehmerzahl ist auf 12 Personen begrenzt.
Anmeldung und weitere Informationen unter: monika.friederich@alfa-ev.de


Messen und Veranstaltungen mit ALfA-Präsenz:

7. bis 9. Juli 2017
Kongress Freude am Glauben, Fulda

ALfA e.V.Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V. - Geschäftsstelle
Ottmarsgäßchen 8 | D-86152 Augsburg

ALfA e.V.info@alfa-ev.de

ALfA e.V.0821-512031

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