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Italien: Klinik sucht Abtreibungsärzte

Rom (ALfA). In Italien ist ein Streit um Frauenärzte und ihr Recht sich zu weigern, an vorgeburtlichen Kindstötungen mitzuwirken, ausgebrochen. Das berichtet die „Tiroler Tageszeitung“. Auslöser war eine Stellenausschreibung des städtischen San-Camillo-Spitals in Rom, in der ausdrücklich zwei Gynäkologen gesucht wurden, welche die Durchführung vorgeburtlicher Kindstötungen nicht ablehnen. Politiker, Ärztevertreter und die Kirche hätten dies unter Verweis auf die geltende Gesetzeslage scharf kritisiert. Wie die Zeitung weiter schreibt, berief sich die Ärztekammer der Region Latium auf den aus dem Jahr 1978 stammenden Abtreibungsparagrafen 194, der auch ein Verweigerungsrecht für Ärzte beinhaltet. Die Absicht, nur Gynäkologen anzustellen, die auch bereit sind, eine Abtreibung durchzuführen, diskriminiere die Verweigerer von Abtreibungen und werde von der Rechtslage nicht gedeckt.

Auch Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin schloss sich dieser Meinung an. Es sei offenkundig, dass eine Ärzteauswahl aufgrund ihrer Bereitschaft, Abtreibungen durchzuführen, gesetzeswidrig sei. Ein Sprecher der Italienischen Bischofskonferenz erklärte: „Statt Abtreibungen zu fördern, sollte die öffentliche Hand die Beratung und die Prävention ausbauen“.

Dagegen will der Präsident der Region Latium, Nicola Zingaretti, eigenen Worten zufolge „Frauen das gesetzlich verankerte Recht auf Schwangerschaftsabbruch“ garantieren. Statistiken zeigten, dass sich ein Großteil der Gynäkologen in Italien weigere, dem nachzukommen. Umfragen zufolge lehnen in Italien rund 70 Prozent der Frauenärzte ab, Abtreibungen durchzuführen oder sich an vorgeburtlichen Kindstötungen zu beteiligen.


Abtreibungsstreit: Klinikchef entlassen

Dannenberg/Fulda (ALfA). Im Streit um die Vornahme von Abtreibungen an der Capio-Elbe-Jeetzel-Klinik im niedersächsischen Dannenberg wurde jetzt der Verwaltungsdirektor der Klinik, Markus Fröhlich, entlassen. Das berichtet die evangelische Nachrichtenagentur „idea“. Demnach teilte der Klinikkonzern Capio am Dienstag dieser Woche mit, das Arbeitsverhältnis sei „arbeitgeberseitig beendet“ worden. Nach den Entwicklungen in den vergangenen Wochen hätten sich „unüberbrückbare Differenzen“ ergeben.

Anfang Februar hatte der neue Chefarzt der Gynäkologie in Dannenberg, Thomas Börner, erklärt, in seiner Abteilung würden keine Abtreibungen mehr vorgenommen, die nicht medizinisch indiziert seien. Dies stieß in Politik und Medien auf mitunter harsche Kritik. Daraufhin stellte sich Verwaltungsdirektor der Klinik öffentlich hinter seinen Chefarzt. Der Capio-Konzern war jedoch mit der Entscheidung des Chefarztes nicht einverstanden. Er wollte Börner ein persönliches Weigerungsrecht zugestehen, nicht jedoch eine entsprechende Weisung für alle Ärzte seiner Abteilung. Börner bot daraufhin seine Kündigung an. Der Capio-Konzern beurlaubte daraufhin zunächst den Verwaltungsdirektor. Wie der Geschäftsführer des Konzerns mit Sitz in Fulda, Martin Reitz, jetzt erklärte, habe die Elbe-Jeetzel-Klinik als einziges Krankenhaus im Landkreis Lüchow-Dannenberg einen umfassenden gesetzlichen Versorgungsauftrag für die Region. Frauen könnten dort auch dort in Zukunft Abtreibungen vornehmen lassen.


Bischof maßregelt US-Politiker

Albany (ALfA). Politiker, die sich für Abtreibungen einsetzen, können nicht behaupten, praktizierende Katholiken zu sein. Das hat laut einem Bericht des Internetportals „kath.net“ der Bischof von Albany, Edward Scharfenberger, (US-Bundesstaat New York) in einer Stellungnahme betont. Anlass für die Stellungnahme des Bischofs war der Auftritt von drei Politikern bei einer Demo gegen die Streichung öffentlicher Gelder für die Organisation „Planned Parenthood“ durch die Trump-Administration. In ihren Ansprachen hatten sich die drei Politiker, die öffentlich als Katholiken bekannten, die ihren Glauben praktizierten, nachdrücklich für die öffentliche Unterstützung von „Planned Parenthood“ aus Steuergeldern eingesetzt.

Als Bischof sei es seine Pflicht, die Politiker an die Lehre der Kirche zu erinnern. Es sei gegenüber den Gläubigen unpassend und stifte Verwirrung, wenn sie sich öffentlich zum katholischen Glauben bekennen und gleichzeitig für Abtreibungen einsetzen würden, schreibt Scharfenberger. „Abtreibung ist keine Gesundheitsleistung; sie ist die beabsichtigte Tötung einer einmaligen menschlichen Person im Leib der Mutter. Das ist eine wissenschaftliche Tatsache und hat nichts mit Religion oder religiösem Glauben zu tun“, heißt es in der Erklärung. Die Kirche halte daher daran fest, dass Abtreibung ein schwerwiegendes moralisches Übel sei. Kooperation mit Abtreibungen sei daher eine schwere Sünde, so der Bischof weiter.

Eigenen Angaben zufolge führt „Planned Parenthood“ in den USA etwa 320.000 Abtreibungen pro Jahr durch. Das sind ungefähr ein Drittel aller in den USA vorgenommenen vorgeburtlichen Kindstötungen.


Guatemala gegen Abtreibungsschiff

Guatemala-Stadt (ALfA). Guatemala hat ein in Österreich registriertes Segelboot der niederländischen Organisation „Women on waves“ aufgefordert, Guatemala zu verlassen. Das berichtet die katholische Zeitung „Die Tagespost“. Demnach erklärte der Vizeminister der Marine, die Streitkräfte seien verpflichtet, menschliches Leben zu schützen und zu verteidigen. Nach einer Anordnung von Präsident Jimmy Morales werde die Jacht aus guatemaltekischem Gebiet hinausbegleitet. Zuvor hatten die Behörden das Boot festgesetzt. Mit ihm will die Organisation „Women on waves“ vorgeburtliche Kindstötungen außerhalb der Hoheitsgewässer von Staaten durchführen, in denen Abtreibungen verboten sind. Dem Konzept zufolge können abtreibungswillige Frauen in den jeweiligen Häfen an Bord des Schiffes gehen. Anschließend werden sie in internationale Gewässern gebracht, wo ihnen die Abtreibungspille verabreicht wird. Nach der Abtreibung werden sie wieder an Land gebracht. Mit an Bord des Schiffes ist diesmal auch der österreichische Abtreibungsarzt Christian Fiala. Er leitet das Gynmed Ambulatorium in Wien und Salzburg.


Glück: Kritik an Down-Syndrom-Test

München (ALfA). Der ehemalige Präsident des Bayrischen Landtages Alois Glück (CSU) hält nichts von der Idee eines von den Krankenkassen bezahlten vorgeburtlichen Down-Syndrom-Tests. Derartige Regelungen würden „gesellschaftliche Maßstäbe verändern“, warnte Glück in einem Interview der Zeitschrift „misericordia“ in München. „Sie machen es Eltern, die Ja sagen zur Geburt eines Kindes mit Behinderung, noch schwerer.“ Ein „perfektes Leben“ gebe es nicht, betonte Glück, der auch sechs Jahre lang Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken war.


Suizidhilfe: Karlsruhe entscheidet 2017

Karlsruhe (ALfA). Das Bundesverfassungsgericht plant, die weit mehr als ein Dutzend Verfassungsbeschwerden gegen das neue Suizidhilfegesetz in diesem Jahr zu entscheiden. Dabei sei auch eine mündliche Verhandlung sehr wahrscheinlich. Das berichtet das „Deutsche Ärzteblatt“. Mit der mündlichen Verhandlung wollten die Richter die gesellschaftliche Bedeutung der Debatte um die Sterbehilfe unterstreichen.

Gegen das im Spätherbst 2015 vom Bundestag verabschiedete Gesetz zur Suizidbeihilfe liegen mehrere Verfassungsbeschwerden von sogenannten Sterbehilfevereinen, Palliativmedizinern und tödlich Erkrankten vor, die das Gesetz für zu restriktiv halten. Aber auch ein aus renommierten Ärzten bestehendes Arbeitsbündnis mit dem Namen „Kein assistierter Suizid in Deutschland!“ wandte sich an das Bundesverfassungsgericht. Die Ärzte halten das Gesetz für nicht streng genug und für unvereinbar mit der hippokratischen Ethik. Das Gesetz stellt nur die geschäftsmäßige, also organisierte Förderung der Beihilfe zur Selbsttötung unter Strafe. Vor der Verabschiedung des Gesetzes war in Deutschland jegliche Beihilfe zum Suizid straffrei.

ALfA e.V.Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V. - Geschäftsstelle
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