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Aktion Lebensrecht
für Alle
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Linder: Diagnose nur bei Therapie sinnvoll

Augsburg (ALfA). Anlässlich des Welt-Down-Syndrom-Tages am 21. März erklärte die Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle e.V., Alexandra Maria Linder: „Internationale Jahrestage, die auf Missstände oder drängende Themen hinweisen, sind gut und wichtig. Beim Welt-Down-Syndrom-Tag steht aktuell vor allem ein großer Missstand im Vordergrund, der nicht nur die Zukunft dieses Tages in Frage stellt, sondern konkret alle zukünftigen Menschen mit Down-Syndrom bedroht.“

„Jede sinnvolle Initiative, Menschen in die Gesellschaft zu integrieren, statt sie auszuschließen, ist zu begrüßen. Während jedoch auf der einen Seite die Inklusion immer mehr an Bedeutung gewinnt, entsteht auf der anderen Seite der Eindruck, als würde alles getan, um die Zahl der Menschen, die inkludiert werden sollen, möglichst zu verringern“, so Linder weiter.

So lasse sich mit dem so genannten PraenaTest zum Beispiel durch eine einfache Blutabnahme ab der neunten Schwangerschaftswoche insbesondere das Down-Syndrom diagnostizieren. „Der Sinn dieses und weiterer Tests liegt jedoch nicht darin, dem Kind schon vor der Geburt eine Behandlung oder Heilung zu ermöglichen. Den Eltern bleibt stattdessen nur die Wahl zwischen der Annahme des Kindes so, wie es ist, oder der vorgeburtlichen Tötung des Kindes“, kritisierte Linder. Auch wenn mit der Nicht-Zumutbarkeit für die Eltern argumentiert werde, sei die Andersartigkeit des Kindes der tatsächliche Grund für diese Entscheidung. „Eine Abtreibung aufgrund einer Behinderung, Krankheit oder Andersartigkeit wurde früher korrekt als eugenische Indikation bezeichnet.“ Schon seit vielen Jahren würden von 100 Kindern, bei denen das Down-Syndrom vorgeburtlich festgestellt wird, über 90 Kinder abgetrieben. „Wenn diese Entwicklung weiter fortschreitet und der PraenaTest zur normalen Kassenleistung wird, sind der Welt-Down-Syndrom-Tag und Inklusionsbestrebungen in Zukunft überflüssig, insoweit sie Menschen mit Down-Syndrom betreffen, weil es dann bald keine mehr geben wird“, erklärte die ALfA-Bundesvorsitzende.

„Die ALfA fordert, dass Untersuchungen im Zusammenhang mit Schwangerschaft nur durchgeführt werden, wenn sie eine Behandlung oder Heilung der Mütter und/oder der Kinder vor der Geburt zum Ziel haben. Vorgeburtliche Untersuchungen, die lediglich dazu führen, dass Kinder getötet werden, wie zum Beispiel die Präimplantationsdiagnostik oder der PraenaTest, sind unmenschlich und sinnlos“, so Linder abschließend.


Wider die Legalisierung der Eizellspende

Köln (ALfA). Der katholische Theologe Andreas Lob-Hüdepohl hat sich gegen eine Zulassung der Eizellspende in Deutschland ausgesprochen. „Ich persönlich halte davon nichts“, sagte das Mitglied des Deutschen Ethikrates am Donnerstag im Interview mit dem Kölner „domradio“. Dass die Samenspende in Deutschland erlaubt sei, die Eizellspende aber nicht, liege daran, dass die Gewinnung von Eizellen für die Spenderin um ein Vielfaches gefährlicher sei. So müsse die Spenderin zunächst „hormonell stimuliert werden und sich dann einem „hochinvasiven Eingriff unter Vollnarkose unterziehen“. Auch die Empfängerin der Eizellspende habe ein erhöhtes Risiko. Das sei einer der maßgeblichen Gründe, weshalb das Embryonenschutzgesetz von 1990 die Eizellspen- de nicht erlaube.

Darüber hinaus gehe es aber auch um andere Fragen: „Muss die Frau das aus einer Notlage heraus machen? Ist sie ausreichend informiert vom medizinischen Personal?“ Das alles sei „bei einer Samenspende des Mannes ungleich weniger bedeutsam“.

Der Theologe fügte hinzu: „Außerdem ist es nach meiner ganz persönlichen Einschätzung mittlerweile so, dass die Sehnsucht nach einem Kind in einer Weise stilisiert werden kann, dass ich eine Verzweckung von Kindern befürchte.“ Das widerspreche der Würde eines jeden Menschen und daher auch der eines Kindes. Es dürfe nicht nur darum gehen, „die Schwangerschaft biografisch passend zu machen“, forderte Lob-Hüdepohl mit Blick darauf, dass es in der Regel ältere Frauen seien, die im Ausland die Eizellspende entgegennähmen. Experten sehen inzwischen einen wachsenden globalen Markt für Eizellspenden. Wegen des Verbotes in Deutschland gehen viele Paare zur Behandlung ins Ausland.


Ethikrat-Kontroverse zu Eizellspende

Berlin (ALfA). Am Mittwoch dieser Woche hat der Deutsche Ethikrat sich des Thema Eizellspende im Ausland und der Konsequenzen im Inland angenommen. Auf einer öffentlichen Abendveranstaltung prallten dabei kontroverse Positionen auseinander. Dabei wurde etwa unter anderem hervorgehoben, dass in den meisten Ländern die Eizellspende anonym sei, weshalb den auf diese Weise erzeugten Kindern die Wahrnehmung ihres elementaren Rechts auf Wissen um die eigene Herkunft verwehrt bleibe. Zwar könnten Eltern das Kind über die Art seiner Entstehung aufklären, das Faktum der Anonymität ändern könnten sie nicht, was in psychosozialer Hinsicht problematisch sein könne.

Wie der Deutsche Ethikrat in einer Pressemitteilung schreibt, betonte der Vorsitzende des Gremiums, Peter Dabrock, man müsse „Fragen der Gestaltung und damit auch der rechtlichen Gestaltung unserer Gesellschaft im Blick behalten, freiheitsfunktional und sensibel für besonders vulnerable Menschen und Gruppen“. Vor diesem Hintergrund müsse man sich auch die Frage stellen: „Ist es eigentlich fair und nachvollziehbar, wenn wir Samen- und Embryospende erlauben oder als rechtlich möglich ansehen und die Eizellspende verbieten? Trägt diese Unterscheidung? Was begründet sie?“

Ratsmitglied Petra Thorn, die als Paar- und Familientherapeutin Frauen und Paare auch zu Fragen der Eizellspende berät, erläuterte, weshalb die Eizellspende ein sehr umstrittenes Verfahren ist: „Die Spenderinnen gehen aufgrund des erforderlichen medizinischen Eingriffs ein Risiko für die eigene Gesundheit ein. Zwischen den Empfängerpaaren und den Spenderinnen besteht ein Einkommensgefälle, und viele Frauen spenden wahrscheinlich nicht nur aus altruistischen, sondern auch finanziellen Gründen.“

Die Ethnologin Michi Knecht von der Universität Bremen berichtete über den Stand empirisch-ethnografischer Forschungen zur Frage der grenzüberschreitenden Reproduktionstechnologien sowohl aus der Perspektive der ins Ausland reisenden Paare mit Kinderwunsch als auch aus der Sicht der Frauen, die diese Dienstleistungen im Ausland anbieten. Die Weltkarten der internationalen Reproduktionsmedizin seien stark in Bewegung geraten und auf der Basis ökonomischer und rechtlicher Asymmetrien entständen große kommerzielle Märkte. Man müsse sich fragen, so Knecht, ob durch Reproduktionsmobilität „reicher“ Frauen und Paare die Gesundheitsrisiken auf Frauen in Ländern mit niedrigeren Einkommen verschoben würden und ob eine restriktive nationale Gesetzgebung wie die deutsche – wenngleich unbeabsichtigt – zur Folge habe, dass Ausbeutungsrisiken in andere Länder verlagert würden.

Aus der Sicht der Familienforscherin Birgit Mayer-Lewis von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, die über die individuelle Perspektive und den gesellschaftlichen Kontext von Familien nach Eizellspenden referierte, ließen sich in den wenigen aus dem Ausland vorliegenden Studien keine Hinweise auf negative Auswirkungen einer mit einer Eizellspende einhergehenden „gespaltenen Mutterschaft“ auf die Kindes- und Familienentwicklung finden. Bei der Bewältigung des Familienalltags zeigten sich allerdings Probleme, vor allem hinsichtlich des Umgangs mit multipler Elternschaft, der Aufklärung des Kindes und der biografischen Integration der Zeugungsgeschichte.

In einem von Andreas Lob-Hüdepohl moderierten Streitgespräch über den ethisch angemessenen Umgang mit den bestehenden Problemen diskutierten die Philosophin Susanne Lettow von der Freien Universität Berlin und die Medizinethikerin und stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrates Claudia Wiesemann. Susanne Lettow forderte, dass die Diskussion über die mit dem „reproduktiven Reisen“ verbundenen ethischen Fragen nicht nur auf die Akteure im Inland fokussiert sein dürfe, sondern – ausgehend vom Prinzip der Gleichheit und der Kritik von Dominanzverhältnissen – die Situation der Eizellspenderinnen im Ausland einbeziehen müsse.

Aus Sicht von Claudia Wiesemann wirft das transnationale reproduktive Reisen ein massives Gerechtigkeitsproblem auf – bezüglich der gesundheitlichen Versorgung der Spenderinnen, über die es keine Kontrolle gebe, bezüglich der Nichtverfügbarkeit des Verfahrens für finanziell schwächer gestellte Paare in Deutschland und auch bezüglich der Ungleichbehandlung von Samen- und Eizellspende in Deutschland. Sie verwies auf die Verantwortung der Gesellschaft für die Rechte des Kindes und die Gesundheit der Spenderinnen und forderte die Ermöglichung einer guten Beratung ohne Kriminalisierungsgefahr. Konsequenter sei allerdings, so Wiesemann, die Aufhebung des Verbots der Eizellspende im Embryonenschutzgesetz.

Die einzelnen Beiträge der Anhörung können unter https://voicerepublic.com/talks/eizellspende-im-ausland-konsequenzen-im-inland nachgehört und in Kürze auch unter http://www.ethikrat.org/veranstaltungen/forum-bioethik/eizellspende-im-ausland nachverfolgt werden.


AfD gegen Subventionierung von Abtreibungsklinik

Mainz (ALfA). Der familienpolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion Michael Frisch hat sich gegen die von der rheinland-pfälzischen Landesregierung im Doppelhaushalt 2017/18 vorgesehenen Zuschüsse von jährlich 75.000 Euro für eine von Pro Familia getragene Mainzer Abtreibungsklinik gewandt. Das berichtet das katholische Internet-Portal „kath.net“.

„Die Festbetragsfinanzierung dieser Einrichtung verstößt eindeutig gegen die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts zum Schutz des ungeborenen Lebens. Das Gericht hat in seinem zweiten Fristenlösungsurteil ausdrücklich betont, dass die Länder aufgrund ihrer verfassungsrechtlichen Verpflichtung zum Schutz des Lebens jede aktive Förderung des Schwangerschaftsabbruchs zu unterlassen haben. Dem widerspricht die Subventionierung dieses Zentrums, dessen Tätigkeit zumindest überwiegend in der Durchführung von Abtreibungen besteht. Die Landesregierung finanziert hier unmittelbar die Tötung ungeborener Kinder – zusätzlich zur Kostenerstattung für Schwangerschaftsabbrüche im Falle von Bedürftigkeit, für die Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr allein 1,5 Millionen Euro aufgewendet hat“, wird Frisch zitiert.

Laut dem AfD-Politiker, der seit Jahrzehnten auch Mitglied der „Aktion Lebensrecht für Alle“ ist, stehen die vorgesehenen Finanzhilfen in einen eklatanten Widerspruch zu Artikel 2 des Grundgesetzes und der Verpflichtung staatlicher Gewalt, das Leben jedes Menschen zu schützen. „Wie soll der von den Verfassungsrichtern erhobene Anspruch, das Lebensrecht der Ungeborenen und den Unrechtscharakter der Abtreibung im allgemeinen Bewusstsein zu erhalten, umgesetzt werden, wenn der Staat selbst solches Unrecht mit Steuergeldern fördert?“, wird Frisch zitiert.


Zu Eltz: Kein Recht auf Abtreibung

Frankfurt (ALfA). Es gibt kein Recht auf Abtreibung. Darauf hat jetzt der prominente Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz in einem Leserbrief in der „Frankfurter Rundschau“ hingewiesen. „Abtreibungen sind immer noch grundsätzlich rechtswidrig und strafbar. Die gesetzliche Beratung hebt die Rechtswidrigkeit nicht auf. Die Rechtmäßigkeit einer Abtreibung bei medizinischer und kriminologischer Indikation ist erkennbar als Ausnahme konzipiert. Der Gesetzgeber hat eben nicht nur das ,right of privacy’ der unglücklichen schwangeren Frau im Blick“, sondern auch das Lebensrecht des ungeborenen Kindes. Vielleicht braucht es Mahnwachen um an diese unangenehme Wahrheit zu erinnern“, schreibt van Eltz.

Der Frankfurter Stadtdekan mischte sich damit in den in den Medien ausgetragenen Streit um eine von Lebensrechtlern organisierte Mahnwache vor einer Pro-Familia-Beratungsstelle in Frankfurt ein.


BGH-Urteil zu Behandlungsabbruch

Karlsruhe (ALfA). Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in einem Urteil (Az: XII ZB 604/15) die Instanzgerichte gemahnt, den in einer Patientenverfügung geäußerten Sterbewillen ernst zu nehmen. Das berichtet das Online-Portal des Deutschen Ärzteblatts. Danach dürfen die Gerichte aus einer Ablehnung aktiver Sterbehilfe nicht ableiten, eine Patientin würde auch einen Abbruch der künstlichen Ernährung nicht wollen.

Von dem vor dem BGH verhandelten Streitfall betroffen ist eine heute 77 Jahre alte Frau aus Bayern. 2008 erlitt sie einen Schlaganfall und danach einen vorübergehenden Kreislaufstillstand. Seitdem liegt sie im Wachkoma. Sie wird künstlich ernährt und mit Flüssigkeit versorgt. Bereits 1998 verfasste sie eine Patientenverfügung. Danach lehnt sie lebensverlängernde Maßnahmen ab, wenn „keine Aussicht auf Wiedererlangung des Bewusstseins besteht“. Behandlung und Pflege sollten auf die Linderung von Schmerzen ausgerichtet sein, auch wenn dies die Lebenserwartung verringern könne. Wörtlich heißt es zudem: „Aktive Sterbehilfe lehne ich ab.“ Als Vertrauensperson benannte die Frau ihren Sohn. Zum rechtlichen Betreuer wurde neben dem Sohn aber auch ihr Ehemann berufen. Während der Sohn einen Abbruch der künstlichen Ernährung und der Flüssigkeitszufuhr durchsetzen will, lehnt der Ehemann dies ab.

Das Landgericht Landshut hatte darauf verwiesen, dass die Frau praktizierende Katholikin war. Zudem habe sie aktive Sterbehilfe abgelehnt. Daraus und aus weiteren vermeintlichen Anhaltspunkten leitete das Landgericht ab, dass die Patientin nach ihrem „Wertesystem“ auch den Abbruch der künstlichen Ernährung ablehne.

Laut dem BGH sind derartige Rückschlüsse nicht zulässig. Nach allgemeinem Verständnis sei der Abbruch einer künstlichen Ernährung keine aktive Sterbehilfe. Auch der katholische Glaube sei für sich genommen kein Anhaltspunkt für ein entsprechendes Wertesystem. Über konkretere Glaubensinhalte habe aber keiner der Zeugen mit der Frau gesprochen.

Ebenso stehe der Wunsch nach schmerzlindernder Behandlung einem Abbruch der künstlichen Ernährung nicht entgegen. Schmerzen im Sterbeprozess könnten palliativ­medizinisch aufgefangen werden.


Termine

(TEXT)

20. bis 23. April 2017
Kooperationsseminar ALfA/Kaleb, Bad Blankenburg

28. bis 30. April 2017
ALfA-Jugendseminar, Kassel

19. bis 21. Mai 2017, Fulda
Bundesdelegiertenversammlung der ALfA und 40-jähriges Jubiläum. Programm und Informationen über die ALfA-Bundesgeschäftsstelle Augsburg

16. bis 18. Juni 2017, Bad Laer (bei Osnabrück)
Schulung „Patin für 9 Monate"; Fortbildung für die Begleitung von Schwangeren. Programm und Informationen: Monika Friederich, moni@vita-l.de oder 04122/960506.

Messen und Veranstaltungen mit ALfA-Präsenz:

24. bis 28. Mai 2017
Kirchentag, Berlin/Wittenberg

7. bis 9. Juli 2017
Kongress Freude am Glauben, Fulda

ALfA e.V.Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V. - Geschäftsstelle
Ottmarsgäßchen 8 | D-86152 Augsburg

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ALfA e.V.0821-512031

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