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Nordirin fühlt sich diskriminiert

London (ALfA). Der Oberste Gerichtshof in Großbritannien hat eine nordirische Mutter und deren minderjährigen Tochter angehört, die meinen diskriminiert worden zu sein, weil Nordiren keinen Zugang zu den vom britischen Gesundheitsdienst NHS finanzierten Abtreibungen hätten. Das berichtet das englischsprachige Online-Portal „christianconcern.com“.

Vorgeburtliche Kindstötungen sind in Nordirland nur dann erlaubt, wenn das Leben der Mutter gefährdet ist. Das war bei dem Mädchen, das 2014 mit 15 Jahren schwanger wurde, nicht der Fall. Mit seiner Mutter fuhr es deshalb damals nach Manchester, wo es sich einer 900 Pfund kostenden Abtreibung unterzog. Wann mit einem Urteil des Supreme Court gerechnet werden kann, ist derzeit unklar.


Keine Angst vor Trisomie 21

Louisville (ALfA). Der frühere Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz in den USA, Erzbischof Joseph Kurtz (Louisville/Bundesstaat Kentucky), hat sich öffentlich gegen die Abtreibung von Kindern mit Downsyndrom gewandt. Das berichtet die Evangelische Nachrichtenagentur „idea“. Anlass für die Äußerung des Bischofs sei die Entscheidung des obersten Verwaltungsgerichts von Frankreich gewesen, die Ausstrahlung des Kurzvideos „Dear Future Mom“ (Liebe zukünftige Mutter) über Menschen mit Downsyndrom im Fernsehen zu verbieten. In dem Video berichten von Trisomie 21 Betroffene über ihr Leben und über die Begabungen, die Gott ihnen geschenkt habe. Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, das Video könne auf Frauen, die ein Kind mit Downsyndrom abgetrieben haben, „verstörend“ wirken.

Wie „idea“ berichtet, schreibe Erzbischof Kurtz, dass ihn das Verbot betrübe. Eltern, die eine entsprechende Diagnose für ihr Kind bekämen, müssten sich nicht fürchten. Das wisse er aus eigener Erfahrung. Sein Bruder George habe Downsyndrom gehabt. Nach dem Tod der Mutter sei George zu ihm gezogen. Er habe in der Kirchengemeinde geholfen, die Gemeinschaft zu stärken: „Er hat in das Pfarrhaus eine Leichtigkeit hineingebracht, die ansteckend war.“ Sein Bruder habe allen das Gefühl gegeben, Teil der Familie zu sein. Er sei sanftmütig und immer liebevoll gewesen, so der Erzbischof: „Durch ihn bin ich eine bessere Person.“ 2001 sei sein Bruder gestorben: „Ich vermisse ihn jeden Tag“, zitiert „idea“ Kurtz. Es sei tragisch, dass weltweit 90 Prozent aller Kinder abgetrieben werden, bei denen das Downsyndrom diagnostiziert werde. Kurtz ermutigte, sich das Video anzuschauen. Es widerlege die Vorurteile über Menschen mit Downsyndrom. Er hoffe, so der Erzbischof weiter, dass es dazu beitrage, sowohl die wundervollen Begabungen und Potenziale der ungeborenen Kinder besser zu verstehen, als auch, warum Menschen sich gegen Abtreibung engagierten.


Barmherzigkeit als Lebensschutz

Rom (ALfA). Der Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, Erzbischof Vicenzo Paglia, betrachtet Papst Franziskus’ Entscheidung, alle Priester zu befähigen, Betroffene auch von der schweren Sünde der Abtreibung loszusprechen, als eine „Art Lebensschutzmaßnahme“. Das berichtete „Radio Vatikan“.

Laut dem katholischen Kirchenrecht ist die vorgeburtliche Kindstötung eine schwere Sünde, mit der sich alle daran Mitwirkenden „latae sententiae“, das heißt automatisch, die Exkommunikation zuziehen. Bis zu Beginn des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit konnte diese Sünde nur durch den Bischof oder dazu beauftragte Priester in der Beichte vergeben und die Exkommunikation aufgehoben werden. Für die Dauer des nun zu Ende gegangenen Heiligen Jahres hatte Franziskus diese Regelung ausgesetzt und jedem Priester erlaubt – Reue und Wille zur Umkehr vorausgesetzt – das Sakrament der Versöhnung auch den an Abtreibung Mitwirkenden zu spenden. Mit dem Apostolischen Schreiben „Misericordia et Misera“ hat Franzikus dieser Sonderregelung nun Dauer verliehen.

Paglia wandte sich gegen den auch innerkirchlich erhobenen Vorwurf, die Neuregelung des Papstes zeige eine „Laxheit“ im Umgang mit Abtreibungen. „Das Gegenteil ist wahr. Denn Vergebung zu gewähren bedeutet einen Dialog, ein Bewusstsein, eine Entscheidung, das, was man tat, nicht nochmals zu tun. In diesem Sinn bedeutet die Maßnahme, das Lossprechen auf die Priester auszudehnen: denjenigen, die diese schreckliche Tat begingen, mehr Möglichkeiten zum Verständnis der Schwere ihrer Tat zu geben, also die Möglichkeit, ihr Leben zu verändern und es so nicht noch einmal zu tun“, zitiert Radio Vatikan Paglia. Auch beziehe sich das erweiterte Angebot zur Versöhnung mit Gott nicht allein auf Frauen, die abgetrieben haben, sondern etwa auch auf die Ärzte, die Abtreibungen vorgenommen hätten.


Frankreich: Abtreibung bleibt so

Paris (ALfA). Die beiden verbliebenen Bewerber der französischen Konservativen für die Wahl des Präsidentschaftskandidaten, Alain Juppe und Francois Fillion, wollen an dem in Frankreich geltenden Abtreibungsgesetz nichts ändern. Das berichtet die katholische Zeitung „Die Tagespost“. Dem Bericht zufolge, hätten linksliberale Medien in Frankreich vor der Stichwahl am morgigen Sonntag behauptet, Fillion wolle das „Grundrecht der Frauen auf freiwillige Unterbrechung der Schwangerschaft“ abschaffen. Juppe habe daraufhin ein klärendes Wort von seinem Kontrahenten zum „Grundrecht auf Abtreibung“ verlangt. Wie das Blatt weiter berichtet, habe sich Fillion, der wie Juppe Katholik ist, daraufhin bestürzt über die Angriffe seines „Freundes“ gezeigt und versichert: „Niemand und schon gar nicht ich selbst werden Hand anlegen an dieses Gesetz“.

In Frankreich können volljährige Frauen ohne die Angabe von Gründen bis zur 12 Schwangerschaftswoche eine vorgeburtliche Kindstötung legal in Auftrag geben und von den Krankenkassen bezahlen lassen. Das Ende 2015 erneut liberalisierte Gesetz sieht weder die Einhaltung einer Bedenkzeit noch ein verpflichtende Beratung vor.


Österreich beurkundet Sternenkinder

Wien (ALfA). In Österreich können Eltern, deren Kinder kurz nach der Geburt sterben und ein Geburtsgewicht von weniger als 500 Gramm besitzen, diese künftig in das Personenstandsregister eintragen lassen. Das berichtet das Online-Portal der Niederösterreichischen Nachrichten (NöN). Einer entsprechenden Initiative der Österreichischen Volkspartei (ÖVP), stimmte der stärkere Koalitionspartner SPÖ kürzlich zu. Auf Antrag erhalten die Eltern sogenannter „Sternenkinder“ damit künftig eine Geburts- und Sterbeurkunde ihres Kindes. Die Aufnahme in das Personenstandsregister ist Voraussetzung für eine offizielle Namensgebung und – in einzelnen Bundesländern – auch für eine ordentliche Bestattung. Außerdem hatten Mütter, die solche Kinder gebaren, in der Vergangenheit keinen Anspruch auf Mutterschutz. Unter 500 Gramm geborene „Sternenkinder“ galten bislang rechtlich als „Fehlgeburten“ und waren somit als Kinder für den Staat nie existent.


Chaoten stören Lebensrechts-Tagung

Kassel (ALfA). Gegen die vom „Treffen Christlicher Lebensrecht-Gruppen“ (TCLG) veranstaltete Tagung „Auf dem Weg in eine Gesellschaft ohne Abtreibung und Euthanasie?“ am vergangenen Samstag in Kassel haben nach Polizeiangaben rund 70 Demonstranten protestiert. Aufgerufen hatte dazu die Gruppe „qrew“ (queerfeministisch radikal emanzipatorisch weiß nicht Polit-Gruppe) Kassel. Das berichtet das Internetportal „kath.net“ unter Berufung auf die Evangelische Nachrichtenagentur „idea“.

Laut „qrew“ vertreten die „vermeintlichen LebensschützerInnen“ ein reaktionäres Weltbild: „Sie propagieren die heterosexuelle Kleinfamilie, in der Frauen die ,natürliche’ und ,gottgegebene’ Aufgabe haben, Mutter zu sein.“ Schwangeren werde das Recht auf Selbstbestimmung abgesprochen, indem Abtreibung als Mord dargestellt werde.

Dem TCLG-Vorsitzenden Hartmut Steeb zufolge hat die Polizei einen „guten Job“ gemacht. Man habe die Demonstranten zwar vom Veranstaltungsraum gehört, es sei aber nicht wirklich störend gewesen, zitiert „idea“ Steeb, der auch Generalsekretär der „Deutschen Evangelischen Allianz“ ist. Es sei die erste TCLG-Veranstaltung gewesen, die unter Polizeibegleitung stattgefunden habe.

Nach Ansicht des Vorsitzenden der Organisation „Ärzte für das Leben“, Paul Cullen, herrscht in Deutschland beim Thema Lebensschutz eine „Meinungsdiktatur“. Er sagte bei dem Forum: „Meinungen, die außerhalb des sehr eng begrenzten politisch korrekten Meinungskorridors liegen, werden als ,fundamentalistisch‘, ,frauenfeindlich‘, ,extremistisch‘ und so weiter regelrecht diffamiert.“ Laut Cullen Angaben führt die Lebensschutz-Bewegung einen Kulturkampf. Es müsse darum gehen, eine Gesellschaft zu verhindern, in der Menschen zu Waren und Kinder zu Objekten werden. Der Arzt rief dazu auf, die sozialen Medien für die eigenen Anliegen zu nutzen: „Selbst mit fünf Prozent der Bevölkerung kann man ein Umdenken in der gesamten Gesellschaft herbeiführen.“ Ziel müsse es sein, nicht auf die von anderen gesetzten Themen zu reagieren, sondern sie selber zu setzen. Der Schutz des Lebens sei „die wichtigste moralische Frage unserer Zeit“, sagte Cullen.

An der Tagung nahmen auch die Bundesvorsitzende der „Aktion Lebensrecht für Alle“ (ALfA), Alexandra Linder, der Vorsitzende des „Bundesverbandes Lebensrecht“ (BVL), Martin Lohmann, die Vorsitzende der christlichen Lebensrechtsvereinigung KALEB (Kooperative Arbeit Leben Ehrfürchtig Bewahren), Ruthild Kohlmann, die stellvertretende Bundesvorsitzende der „Christdemokraten für das Leben“ (CDL), Odila Carbanje, und der Leiter des evangelischen Fachverbandes für Sexualethik und Seelsorge „Weißes Kreuz“, Martin Leupold, teil.

ALfA e.V.Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V. - Geschäftsstelle
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