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Ärzte kritisieren Vorstoß für neues Fortpflanzungsmedizingesetz

Münster (ALfA). Die „Ärzte für das Leben“ haben die Forderung von Wissenschaftlern, der Bundestag müsse das Embryonenschutzgesetz in dieser Legislaturperiode durch ein Fortpflanzungsmedizingesetz ersetzen, kritisiert. „Die Menschlichkeit einer Gesellschaft zeigt sich an ihrem Umgang mit den Schwachen“, erklärte der Vorsitzende, Professor Dr. Paul Cullen, in einer Pressemitteilung des Vereins. Diese dürften nicht zur „Verfügungsmasse der Reichen und Starken“ werden.

Wie im ALfA-Newsletter berichtet, hatten 16 Forscher in einem von der Nationalen Akademie der Wissenschaften herausgegebenen Diskussionspapier bemängelt, das deutsche Embryonenschutzgesetz erlaube „keine angemessene Reaktion auf die medizinische Entwicklung und den gesellschaftlichen Wandel“ auf dem Gebiet der Reproduktionsmedizin und dessen Ersetzung durch eine Fortpflanzungsmedizingesetz gefordert.

Wie die „Ärzte für das Leben“ schreiben, schlage die „sechszehnköpfige Gruppe“ in ihrem zehnseitigen Papier eine „vollständige Verschiebung der rechtlichen Perspektive vor“. Anders als bisher sollten künftig nicht mehr die Rechte der ungeborenen Kinder Vorrang genießen, sondern die der sogenannten „Wunscheltern“. Entscheidend solle auch nicht mehr die biologische Abstammung sein, sondern die „Wünsche der zahlenden Kundschaft“. Die „rechtliche Zuordnung des Kindes“ solle erst „mit oder nach der Geburt“ erfolgen. Dieser Logik folgend fordere das Papier die „Freigabe“ der Embryonenselektion (Single Embryo Transfer), der Eizellspende, der Embryonenspende und -adoption sowie der Leihmutterschaft.


US-Forscher stellen neue Genom-Editing-Werkzeuge vor

Cambridge (ALfA). Forscher vom Broad Institute in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts haben neue Werkzeuge zur Veränderung des Erbguts in lebenden Zellen hergestellt. Das berichtet das Online-Portal des „Deutschen Ärzteblatts“ unter Berufung auf die Publikationen, die zwei Arbeitsgruppen in den renommierten Wissenschaftsmagazinen „Nature“ (2017; doi:10.1038/nature24644) und „Science“ (2017; doi: 10.1126/science.aaq0180) veröffentlicht haben. Wie das Ärzteblatt schreibt, könnten die vorgestellten „Basen-Editoren etwa die Hälfte aller Punktmutationen mit hoher Effizienz korrigieren, ohne dass mit Kollateralschäden zu rechnen wäre, wie dies bei den bisherigen Genom-Editoren der Fall ist.“

Anders als bei den Genomscheren, welche die DNA an einem bestimmten Punkt zerschneiden und anschließend darauf angewiesen seien, dass die zelleigenen Reparaturmechanismen die zertrennten DNA-Stränge wieder korrekt reparierten, sorgten die neuen Instrumente durch die Auslösung chemischer Reaktionen dafür, dass in der DNA eine Base gegen eine andere ausgetauscht werde.

Chemisch betrachtet ist die DNA ein aus Nukleotiden bestehendes Polymer. Jedes dieser Nukleotide besteht aus einem Zucker-Molekül, einem Phosphatrest und einer Base. Sämtliche Nukleotide unterscheiden sich nur durch die Basen, von denen es vier gibt, nämlich: Adenin (A), Thymin (T), Guanin (G) und Cytosin (C). Dabei bilden die Basen A und T sowie G und C jeweils komplementäre Basenpaare.

Wie das „Ärzteblatt“ schreibt, würden die meisten Mutationen durch einen Basenaustausch von G-C nach A-T ausgelöst. Der von einer der beiden Arbeitsgruppen vorgestellte Basen-Editor könne solche Punktmutationen korrigieren, da dieser die Base Adenin „in Inosin“ verwandele, „die bei der nächsten Zellteilung als Guanin erkannt wird“. Da sich Guanin mit Cytosin paare, „komme es zu dem gewünschten Austausch von A-T nach G-C.“

In den ersten Experimenten habe der neue Basen-Editor eine „Effizienz von etwa 50 Prozent erreicht, die wohl zur Behandlung vieler Erbkrankheiten ausreichen würde.“ Auch lasse eine sehr niedrige Fehler-Rate von 0,1 Prozent hoffen, „dass sich die Kollateralschäden in Grenzen“ halten ließen. Wie das „Ärzteblatt“ weiter schreibt, wollten die Forscher ihre Ergebnisse zunächst weiter in tierexperimentellen Studien prüfen. Klinische Studien seien „derzeit offenbar noch nicht geplant“.


Ärztin wegen Werbung für Abtreibungen angeklagt

Gießen (ALfA). Die Staatsanwaltschaft Gießen hat Anklage gegen eine Gießener Ärztin erhoben. Sie wirft der 61-jährigen Allgemeinärztin vor, auf ihrer Internetseite gegen das Werbeverbot für Abtreibungen zu verstoßen. Das berichten die evangelische Nachrichtenagentur „idea“ und die „Gießener Allgemeine“. Auf der Homepage der Allgemeinärztin heißt es unter der Überschrift „Informationen zum Schwangerschaftsabbruch“: „Weitere Informationen zum Thema Schwangerschaftsabbruch senden wir Ihnen gerne per Mail zu“. Offeriert werden die Informationen in deutscher, englischer und türkischer Sprache. Die Staatsanwaltschaft Gießen sieht darin einen Verstoß gegen den § 219a Strafgesetzbuch. Der schreibt unter der Überschrift „Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft“ in Absatz 1 vor: „Wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (...) seines Vermögensvorteils wegen oder in grob anstößiger Weise 1. eigene oder fremde Dienste zur Vornahme oder Förderung eines Schwangerschaftsabbruchs oder 2. Mittel, Gegenstände oder Verfahren, die zum Abbruch der Schwangerschaft geeignet sind, unter Hinweis auf diese Eignung anbietet, ankündigt, anpreist oder Erklärungen solchen Inhalts bekanntgibt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

Die Verhandlung vor dem Amtsgericht Gießen wurde für den 24. November anberaumt. Die Angeklagte hat bereits angekündigt, notfalls durch alle Instanzen gehen zu wollen.

 


Papst klagt Abtreibung von Behinderten an

Rom (ALfA) Papst Franziskus hat die Ablehnung und Diskriminierung von Menschen mit Behinderung verurteilt. Das berichtet die katholische Zeitung „Die Tagespost“. Demnach sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche vor den Teilnehmern eines Kongresses zum Thema Katechese und Menschen mit Behinderung, der am vergangenen Wochenende an der Päpstlichen Universität Urbaniana in Rom stattfand, eine solche Mentalität herrsche allgemein noch zu oft vor. Das belege unter anderem die Tendenz, „ungeborene Kinder, die irgendeine Art von Fehlbildung aufweisen, zu beseitigen“. Ein egoistisches und an Nützlichkeit orientiertes Menschenbild bringe leider viele Leute dazu, „Menschen mit Behinderung als minderwertig anzusehen, ohne in ihnen den Reichtum der menschlichen und geistigen Vielfalt zu erkennen“, so Franziskus. Die Antwort darauf sei konkrete und respektvolle Liebe. Es gelte, alle Menschen, aber besonders Schwache und Verletzliche, mit Liebe in die Gesellschaft aufzunehmen und sie auf dem Weg zu einem glücklichen und erfüllten Leben zu begleiten.


Großbritannien: Bischöfe fordern „Sinnes- und Herzenswandel“

London (ALfA). Angesichts der hohen Abtreibungszahlen in Großbritannien haben die Bischöfe von England, Wales und Schottland die Briten zu einem „Sinnes- und Herzenswandel“ aufgerufen. Das berichtet „Radio Vatikan“. Demnach wurden im Jahr 2015 auf der Insel rund 200.000 vorgeburtliche Kindstötungen verzeichnet. Das sei eine „alarmierend hohe“ Zahl, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Jeder einzelne Fall sei eine „Tragödie“, so die Bischöfe weiter. In England, Schottland und Wales gelten Abtreibungen bis zur 24. Schwangerschaftswoche als legal.


Termine

Samstag 11. November
Jugendakademie Bioethik in München
Darf der Mensch alles, was technisch möglich ist?
Veranstalter: Hanns-Seidel-Stiftung/Christdemokraten für das Leben Bayern

Anmeldung/Organisation
Karin Fahnert
Referat III/3
Tel.: 089/1258-254
Fax: 089/1258-338
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