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Päpstliche Akademie für das Leben mit neuer Agenda

Rom (ALfA). Der Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, Erzbischof Vincenzo Paglia, hat im Interview mit den englischsprachigen Onlinemagazin „Cruxnow.com“, das der katholischen Laienvereinigung der Kolumbusritter nahe steht, die neue Agenda der Päpstlichen Akademie erläutert. Demnach will Paglia, anders als von Kritikern unterstellt, nicht die Lehre der Kirche in Fragen des Lebensschutzes aufweichen, sondern künftig einen breiteren und umfassenderen Zugang zu Fragen verfolgen, die den Lebensschutz betreffen.

Das bedeute nicht, dass man Kompromisse in Fragen der Abtreibung und der Euthanasie machen müsse, betonte Paglia. Vielmehr stünden ethische Fragen, die das Leben betreffen, in engem Zusammenhang miteinander. Der Schutz des Lebens umfasse auch den Einsatz gegen die Todesstrafe und für den Umweltschutz. „Ich kann nicht Pro-Life sein und die Atmosphäre vergiften. Ich kann nicht Pro-Life sein und die Alten wegwerfen. Ich kann nicht Pro-Life sein und mich für Genmanipulationen einsetzen, das ist gegen die Würde des Lebens. Ich kann nicht Pro-Life sein und eine Tochter im Reagenzglas erzeugen“, so Paglia.

In dem Interview vertritt der Erzbischof die Ansicht, die Kirche dürfe nicht allein von den Gefahren für das Leben sprechen, sondern müsse auch die Schönheit des Lebendigen in seinen vielen Aspekten hervorheben. Dagegen habe der enge Fokus und der endlose Streit zwischen Mitgliedern der Päpstlichen Akademie für das Leben dazu geführt, dass die Akademie seit Jahren eine „selbstreferentielle“ Kirche verkörpere, die eine „Kultur der ideologischen Reinheit“ und sogar „Fanatismus“ erschaffen habe, was beides sowohl „unattraktiv“ als auch „unwirksam“ sei, um die Welt zu beeinflussen. Ohne Namen zu nennen, erklärte Paglia, es gebe „eine bestimmte Art das Leben, zu verteidigen, die es nicht verteidigt.“ Es reiche nicht, sich „in eine Festung zurück zu ziehen und dort die Flaggen einiger Prinzipien zu hissen.“


Papst kondoliert nach Tod von Baby Charlie

Rom/London (ALfA). Papst Franziskus hat den Eltern des am Freitag in einem Hospiz in London verstorbenen britischen Säuglings Charlie Gard seine Anteilnahme bekundet. Das berichtet das katholische Internetportal „kath.net“. Demnach ließ Franziskus nach der Todesnachricht via Twitter am Freitagabend verbreiten: „Ich vertraue den kleinen Charlie dem Vater an und bete für seine Eltern und alle, die ihn ins Herz geschlossen haben“. Zuvor hatte ein Sprecher der Familie mitgeteilt, dass Charlie in einem Hospiz in London gestorben sei. Wie an dieser Stelle bereits berichtet, litt der elf Monate alte Charlie an einer genetischen Erkrankung, dem mitochondrialen DNA-Depletionssyndrom (MDDS), die besonders das Gehirn schädigt. Nach einem monatelangen juristischen Streit, der für internationales Aufsehen sorgte, hatten die Eltern schließlich ihren Kampf um die Weiterbehandlung des Jungen aufgegeben. Wie ein Sprecher der Familie sagte, hätte am Ende selbst eine experimentelle Therapie Charlie nicht mehr weiterhelfen können.


3sat strahlt Doku „Staatsziel Abtreibung“ aus

Mainz (ALfA). In China werden jeden Tag rund 30.000 ungeborene Kinder abgetrieben. Zwar wurde die Ein-Kind-Politik Chinas 2015 gelockert, doch die Zahl der Abtreibungen bleibt hoch. Der Grund: Der Gesetzgeber hat die Schwangerschaften unverheirateter Frauen, von Frauen unter zwanzig Jahren sowie von Frauen, die bereits zwei Kinder geboren haben, geächtet. Den Müttern drohen Zwangsabtreibungen oder – wenn die Kinder doch geboren werden – Geldstrafen und soziale Ausgrenzung. Der Fernsehsender 3sat strahlt nun am Mittwoch, den 2. August um 21.00 Uhr in Erstausstrahlung eine Dokumentation der Journalistin Marjolaine Grappe aus, die den Titel „Staatsziel Abtreibung. Chinas mörderische Familienpolitik“ trägt. Für den Film begleitete Grappe zwei betroffene Mütter und stellt zudem einen Rechtsanwalt vor, der sich für schwangere Frauen einsetzt.


Suizidhilfe: Karlsruher Richter weisen zwei von 13 Klagen ab

Karlsruhe (ALfA). Das Bundesverfassungsgericht hat zwei von 13 Klagen gegen das Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe aus formalen Gründen abgewiesen. Das berichtet das Online-Portal des „Deutschen Ärzteblatts“ unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur. Demnach erfüllten beide Klageschriften nicht die Annahmevoraussetzungen, wie es in den beiden Beschlüssen heißt, die das Gericht am Freitag in Karlsruhe veröffentlichte. Nach Ansicht der Richter war die Klage einer Gruppe von Medizinern und Professoren unzureichend begründet.

Die Verfassungsbeschwerden richten sich gegen das vom Bundestag im Herbst 2015 verabschiedete „Gesetz zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung“. Seit Dezember 2015 verbietet es die geschäftsmäßige Beihilfe zum Suizid. Wer einem Anderen geschäftsmäßig ein tödliches Medikament zur Verfügung stellt, kann seitdem erstmals mit Haft bis zu drei bestraft werden. Dagegen hatten Sterbehilfe-Organisationen, schwerkranke Patienten sowie Ärzte und Pfleger geklagt. Ein Eilantrag, der darauf abzielte, das Gesetz außer Vollzug zu setzen, war bereits Anfang 2016 gescheitert.

Das vom Bundestag verabschiedete Teilverbot der Suizidhilfe (alle anderen Formen der Suizidhilfe ließ der Gesetzgeber straffrei) steht laut dem Ärzteblatt auf der Liste der Verfahren, in denen die Verfassungsrichter im Laufe des Jahres eine Entscheidung anstreben. Da zu dem Komplex voraussichtlich eine mündliche Verhandlung angesetzt wird, sei ein Urteil bis Ende 2017 jedoch unwahrscheinlich. Wie es weiter heißt lägen zwischen Verhandlung und Urteilsverkündung üblicherweise mindestens mehrere Monate.


Erneut weniger Organspenden

Frankfurt (ALfA). Die Zahl der Organspenden in Deutschland sinkt weiter. Das berichtet die katholische Nachrichtenagentur KNA unter Berufung auf die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO). Danach spendeten im ersten Halbjahr 412 Menschen Organe. Das sei die geringste Zahl an Spendern in einem Halbjahr, die jemals gemessen wurde. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres seien es 421 Spender gewesen, 2011 noch 575. Auch die Zahl der gespendeten Organe sei deutlich weiter gesunken und von 1.397 im ersten Halbjahr 2016 auf jetzt 1.331 zurückgegangen. Die Zahl der transplantierten Organe sank im gleichen Zeitraum von 1.448 auf 1.410.


Termine

Freitag, 15. September 2017, Berlin
BVL-Fachtagung „Fachgespräch Bioethik und Menschenwürde“
Beginn: 14:00 Uhr
Ende: 17:00 anschl. Gemeinsames Abendessen für Interessierte

Samstag, 16. September 2017, Berlin
Marsch für das Leben
Beginn: 13:00 Uhr, vor dem Reichstag

Freitag 22. September 2017, 18 Uhr – Sonntag, 24.09.2017, 12 Uhr
Fortbildung für Beraterinnen und Berater
Gewaltfreie Kommunikation im Kontext der Schwangerenberatung
Ort: Haus Nazareth, Iburgerstr. 23, 49196 Bad Laer (bei Osnabrück)
Kosten: 70 € für Übernachtung und Verpflegung
Referentin: Sandra Sinder, seit 10 Jahren Konfliktberaterin bei der ALfA, Systemischer Coach (ECA und DVNLP-zertifiziert), Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation.
Die Teilnehmerzahl ist auf 12 Personen begrenzt.
Anmeldung und weitere Informationen unter: monika.friederich@alfa-ev.de

ALfA e.V.Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V. - Geschäftsstelle
Ottmarsgäßchen 8 | D-86152 Augsburg

ALfA e.V.info@alfa-ev.de

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