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Staatsanwaltschaft will sieben Jahre Haft für „Sterbehelfer“

Hamburg (ALfA). Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat wegen Totschlags sieben Jahre Haft für den Arzt Johann Spittler gefordert. Das berichtet die „Hamburger Morgenpost“. Demnach wirft die Staatsanwaltschaft dem 75-Jährigen, der unter anderem als Gutachter für den Verein „Sterbehilfe Deutschland e.V.“ tätig war, vor, im November 2012 zwei Seniorinnen im Alter von 81 und 85 Jahren getötet zu haben. „Es liegt kein Fall der Sterbehilfe vor, sondern des Totschlags“, zitiert das Blatt die Staatsanwältin. Von einer frei verantwortlichen Entscheidung der beiden Frauen im Alter von 81 und 85 Jahren könne keine Rede sein. Wie das Blatt weiter schreibt, hätten die beiden Frauen mit ihrer Entscheidung gehadert, schließlich aber doch die tödlichen Substanzen eingenommen.

Der Verteidiger des Angeklagten, der frühere Hamburger Staatsrat Walter Wellinghausen, forderte dagegen Freispruch für seinen Mandanten. Ein Tötungsdelikt liege nicht vor, die Betroffenen hätten den wohl erwogenen Entschluss gefasst zu sterben. „Die Damen haben sehr planmäßig gehandelt“, wird Wellinghausen zitiert. Das Urteil wird für kommende Woche erwartet.


Bioethikerin kritisiert „Embryonen-Schmuck“

Wien (ALfA). Die Wiener Bioethikerin Susanne Kummer hat Kritik an Firmen geäußert, die im Zuge künstlicher Befruchtung sogenannte überzählige Embryonen zu Schmuck verarbeiten. Das berichtet die katholische Nachrichtenagentur Österreichs, „Kathpress“. Demnach sagte Kummer, diese Geschäftsidee stelle eine „emotionale Verbrämung“ dar und habe mit Totenkult nicht zu tun. „Hier werden aus Menschen, die selbst hätten leben und Schmuck tragen können, Schmuckstücke hergestellt.“ Auf diese Weise werde der Embryo endgültig zu einer Sache. Wie die Agentur weiter schreibt, bezog sich Kummer auf eine australische Firma, die Embryonen zu Asche verbrenne, mit Harz versetze und zu Anhängern oder Ringen verarbeite. Mit ihrer Offerte spreche die Firma Paare an, die nach künstlicher Befruchtung vor der Entscheidung stünden, was mit ihren tiefgefrorenen überzähligen Embryonen geschehen solle.

Viele Frauen würden auch nach dem Abschluss ihrer „Familienplanung“ eine Beziehung zu den in den Tiefkühltanks gelagerten Embryonen behalten. „Die emotionale Nabelschnur bleibt. Das ist durchaus belastend für die Frauen. Das innere Wissen, dass es sich nicht bloß um Zellklumpen handelt, sondern um potenzielle Kinder, lässt sich nicht immer wegschieben“, wird Kummer zitiert.

Die Bioethikerin, die auch Geschäftsführerin des „Instituts für Medizinische Anthropologie und Bioethik“ (IMABE) ist, verwies dem Bericht zufolge auch auf Internetforen, in denen gefrorene Embryonen als „Eisbärlis“ oder „Schneeflocken“ bezeichnet würden, sowie auf eine spanische Reproduktionsmedizinerin, die auf ihrer Webseite erklärte, die Embryonen würden „in kalten Kindertagesstätten leben, in Tanks mit Abteilen, in welchen die Geschwister zusammen, in Plastikbechern, untergebracht sind, jede Familie in ihrer Farbe.“ Auf perfide Weise wolle man „das innere Wissen um die Kostbarkeit jedes Menschen ästhetisch-konsumistisch sublimieren“, so Kummer weiter. Außer Acht gelassen werde dabei die Aufarbeitung der Todeserfahrung und der unverantwortlichen Erzeugung von Embryonen.

Auch nach 40 Jahren kämpfe die Reproduktionsmedizin mit dem Widerspruch, „dass das Zur-Welt-Bringen des einen Kindes zugleich das Vernichten von Embryonen bedeutet“, so Kummer weiter. Ethisch gebe es hier keine sinnvolle Auflösung, da es weder die Verpflichtung gebe, die Millionen auf diese Weise erzeugten Embryonen zu adoptieren, noch jene, sie „utilitaristisch“ zum Freigut für Forschungszwecke zu erklären.


Papstkritiker gründen alternative Akademie

Rom (ALfA). Katholische Laien haben offenbar als Alternative zu der „Päpstlichen Akademie für das Leben“, die „John Paul II. Academy for Human Life and the Family” (JAHLF) gegründet. Das berichtet die katholische Zeitung „Die Tagespost“. Wie im ALfA-Newsletter bereits mehrfach berichtet, hatte Papst Franziskus unlängst zahlreiche neue Fachleute in die Akademie berufen und zugleich die Amtszeit einer Reihe ehemaliger Mitglieder des von Papst Johannes Paul II. errichteten Expertengremiums nicht mehr verlängert. Wie die Zeitung schreibt, sehe sich der neue Zusammenschluss von Wissenschaftlern und Pro Life-Aktivisten in der Tradition der alten Akademie für das Leben, wohingegen sich die von Erzbischof Vincenzo Paglia geleitete neue Päpstliche Akademie bei der Behandlung von Lebensschutzfragen breiter aufstellen wolle, als bisher.

Wie die Zeitung weiter schreibt, gehörten zu der neuen Gruppe, über deren zukünftiger Status als Verein, akademische Einrichtung oder Ähnliches keine Informationen vorlägen, die ehemaligen Akademie-Mitglieder Joseph Seifert, Christine de Marcellus Vollmer, Thomas Ward, Philippe Schepens, Luke Gormally, Michael Schooyans sowie der italienische Historiker Roberto de Mattei, der sich als „heftiger Kritiker von Papst Franziskus einen Namen gemacht“ habe. Die Neugründung habe der Philosoph Joseph Seifert am vergangenen Wochenende auf einer Tagung in Rom bekannt gegeben. Wie Seifert bei der Gelegenheit gesagt haben soll, sei es das Ziel der neuen Akademie, „alle schrecklichen Übel und Irrtümer zurückzuweisen, die die moderne Gesellschaft charakterisieren und schließlich auch in das Innere des Heiligtums der Kirche eingedrungen sind“.


2017: Bayern erlaubte bereits 143 Embryo-Selektionen

München (ALfA). Die Bayerische Ethikkommission für Präimplantationsdiagnostik (PID) hat im laufenden Jahr bislang über 155 Anträge entschieden. 12 Anträge wurden abgelehnt, 143 Anträge wurden zustimmend bewertet. Darauf wies Anfang der Woche Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) in einer Pressemitteilung ihres Ministeriums hin. Im vergangenen Jahr hatte die Kommission 128 Anträge entschieden. Es gab 26 ablehnende Entscheidungen. 102 Anträge wurden genehmigt.

Dessen ungeachtet erklärte Hummel in der Pressemitteilung: „Bayern stellt sicher, dass die medizinischen Möglichkeiten der PID verantwortungsbewusst genutzt werden. Der Schutz des menschlichen Lebens hat oberste Priorität. Die PID darf auf keinen Fall als ein Selektionsinstrument wahrgenommen werden. Die Bayerische Ethikkommission leistet einen wichtigen Beitrag dazu.“

Bei der PID werden künstlich erzeugte Embryonen einem Gen-Check unterzogen. Dabei wird gezielt nach genetischen Auffälligkeiten gesucht. Ziel ist es, nur solche Embryonen in die Gebärmutter zu übertragen, die keine genetischen Auffälligkeiten besitzen. Laut dem Embryonenschutzgesetz darf die PID nur in Ausnahmefällen und in eigens dafür zertifizierten Zentren durchgeführt werden. Im Freistaat Bayern gibt es derer gleich vier. Zwei befinden sich in München, je eines in Planegg-Martinsried und in Regensburg.


Kolumbien: Bischöfe kritisieren Euthanasiegesetz

Rom (ALfA). Der Generalsekretär der kolumbianischen Bischofskonferenz, Weihbischof  Elkin Fernando Álvarez Botero, hat das neue Euthanasiegesetz des Landes als einen „schwerwiegenden Fehler“ und einen „Angriff auf das Leben“ bezeichnet. Das berichtet „Radio Vatikan“. Demnach sagte der Bischof dem Sender: „Eigentlich sieht die kolumbianische Verfassung vor, wie es im Artikel 11 heißt, dass der Staat das Leben eines jeden Menschen in all seinen Formen schützt. Deshalb ist der Beschluss des Verfassungsgerichts unserer Meinung nach ein klarer Bruch der Verfassung. Wir haben den Eindruck, dass es einfach darum geht, der Euthanasie keine Grenzen mehr zu setzen. Da will man die Beseitigung von Menschen gesetzlich festlegen und darunter würden vor allem die Schwächsten und Bedürftigsten unserer Gesellschaft leiden.“


Termine

Samstag 11. November
Jugendakademie Bioethik in München
Darf der Mensch alles, was technisch möglich ist?
Veranstalter: Hanns-Seidel-Stiftung/Christdemokraten für das Leben Bayern

Anmeldung/Organisation
Karin Fahnert
Referat III/3
Tel.: 089/1258-254
Fax: 089/1258-338
Mail: refIII/3@hss.de

ALfA e.V.Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V. - Geschäftsstelle
Ottmarsgäßchen 8 | D-86152 Augsburg

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ALfA e.V.0821-512031

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