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Absatz der „Pille danach“ steigt weiter

Berlin (ALfA). Der Abverkauf der „Pille danach“ hat in Deutschland einen neuen Höchstwert erreicht. 2017 wurde das Präparat mehr als 800.000 Mal über den Tresen von Apotheken gereicht. Das berichtet die „BILD“-Zeitung (Samstagsausgabe) unter Berufung auf Zahlen der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Demnach stieg der Abverkauf im Vergleich zum Jahr 2016 von 757.000 um 6,7 Prozent auf 808.000 verkaufte Packungen.

Die „Pille danach“ war nach heftigem, politischem Streit im März 2015 durch eine Änderung der Arzneimittelverschreibungsordnung aus der Rezeptpflicht entlassen worden.

Während Befürworter die „Pille danach“ als „Notfall-Verhütungsmittel“ betrachten, das lediglich einen bevorstehenden Eisprung hinauszögere und dadurch die Befruchtung einer Eizelle nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr verhindern könne, schreiben Kritiker dem Präparat auch eine frühabtreibende Wirkung zu, da es in Fällen, in denen der Eisprung bereits erfolgt ist, auch die Einnistung befruchteter Eizellen verhindern könne.

Obwohl das Heilmittelgewerbegesetz (HGW) vorsieht, dass rezeptfreie Arzneimittel von Herstellern und Apotheken auch beworbenen werden dürfen, änderte der Deutsche Bundestag im Zuge der Befreiung der „Pille danach“ von der Rezeptpflicht eigens das HGW. In Deutschland dürfen die entsprechenden Präparate weder beworben noch von Versandapotheken über das Internet vertrieben werden.

Die „Pille danach“ ist ein hochdosiertes Hormonpräparat. Verglichen mit den handelsüblichen Anti-Baby-Pillen enthalten die Präparate einiger Hersteller die Dosis einer Monatspackung.


Linder kritisiert „chrismon“-Porträt „Die Retterin“

Weuspert (ALfA). In einem Kommentar für die Evangelische Nachrichtenagentur „idea“ hat die Vorsitzende des Bundesverbands Lebensrecht (BVL), Alexandra Linder, scharfe Kritik an einem Porträt über die wegen unerlaubter Werbung für vorgeburtliche Kindstötungen verurteilte Gießener Ärztin Kristina Hänel im EKD-Monatsmagazin „chrismon“ geübt. Das von „chrismon“-Chefredakteurin Ursula Ott verfasste und in der August-Ausgabe erschiene Porträt trägt den Titel „Die Retterin“.

Das Amtsgericht Gießen hatte Hänel Ende November wegen Verstoßes gegen das Werbeverbot für Abtreibungen (§ 219a StGB) zur Zahlung einer Geldstrafe von 6.000 Euro verurteilt. Hänel hat dagegen Berufung eingelegt. Am 6. September befasst sich das Landgericht Gießen mit dem Fall.

Linder zufolge suggeriert „chrismon“ mit der „Homestory“ über eine Frau, „die ihr Geld vor allem mit der tödlichen Beseitigung von Kindern vor der Geburt verdient, dass eine großmütige, menschenfreundliche Heldin zu Unrecht vor Gericht gezerrt werde.

Hänel, die wie Linder vermerkt, keine gynäkologische Facharztausbildung besitze, könne sich als Abtreibungen vornehmende Ärztin mit ihrer Praxis dennoch bei jeder Schein-Beratungsstelle registrieren lassen und brauche keine Werbung. Auch könne sie „100 Internetseiten erstellen, wenn sie den Eindruck hätte, dass es an sachlicher Information  zum Thema Abtreibung fehlt – nur ohne den Hinweis, dass man in ihrer Praxis abtreiben kann“.

„Chrismon“ mache sich „zum Handlanger von Ideologen“, eines falschen Hilfeverständnisses und einem Denken, „das eine Gruppe von Menschen willkürlich aus den Menschenrechten ausgrenzen will“. Für ein christliches Magazin sei das „ein hanebüchenes Unterfangen“, kritisiert Linder. 

Wie „idea“ meldet, wird das EKD-Monatsmagazin „chrismon“ mit einer Auflage von 1,6 Millionen Exemplaren überregionalen und regionalen Zeitungen beigelegt.


Steeb: Recht des Kindes auf Leben bleibt unerwähnt

Bad Blankenburg (ALfA). Kritik an dem Porträt der Gießener Ärztin Kristina Hänel im EKD-Monatsmagazin „chrismon“ hat auch der Generalsekretär der Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb“ geübt. Das berichtet die Evangelische Nachrichtenagentur „idea“. Der Beitrag mit dem Titel „Die Retterin“ bilde „die an Einseitigkeit kaum zu überbietende Sicht von Frau Hänel“ ohne Gegenposition ab, kritisierte Steeb. Kritik an der „unhaltbaren Haltung“ Hänels dürfe aber nicht so grundsätzlich zurückgewiesen werden, wie dies der Beitrag tue. Auch bleibe das Recht des Kindes auf Leben in dem Beitrag unerwähnt. „Sich anscheinend für die Schwächsten einzusetzen, um die wirklich Schwächsten – nämlich die ungeborenen Kinder – zu töten, ist eine kaum zu überbietende menschenfeindliche Einstellung. Das ist irrational und verantwortungslos“, so Steeb.


Irlands Bischöfe: Keine Abtreibungen in katholischen Kliniken

Dublin (ALfA). Die katholischen Bischöfe Irlands haben bekräftigt, dass katholische Kliniken in Irland keine Abtreibungen durchführen werden. So stehe es in einem Kodex mit ethischen Standards für das Gesundheitswesen, den die Bischöfe der irischen Regierung kürzlich überreichten hätten, berichtet das Online-Portal der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“. 

Die Regierung von Premierminister Leo Varadkar will noch in diesem Jahr ein Gesetz vorlegen, das vorgeburtliche Kindstötungen bis zur zwölften Schwangerschaftswoche für legal erklärt.

Wie das Portal meldet, gelte der Kodex der irischen Bischöfe für bis zu 20 Krankenhäuser, die von katholischen Orden getragen würden. Die Regierung von Premierminister Leo Varadkar erklärte, man werde akzeptieren, wenn einzelne Ärzte und Angehörige des Klinikpersonals eine Mitwirkung an Abtreibungen aus Gewissensgründen ablehnten. Dies könne jedoch nicht für eine medizinische Einrichtung als Ganze gelten. Die Bischöfe argumentieren dagegen, dass das Ethos einer medizinischen Einrichtung den Charakter eines „institutionellen Gewissens“ besitze.

Premierminister Varadkar sagte hierzu: „Religiöse Träger dürfen natürlich ihre eigenen ethischen Richtlinien aufstellen, aber Krankenhäuser, die staatlich finanziert werden, sollten den Richtlinien des Medical Council folgen, und ich gehe stark davon aus, dass dies auch geschehen wird.“

Im Mai hatten rund Zweidrittel der Iren im Rahmen eines Referendums dafür gestimmt, den achten Zusatzartikel der irischen Verfassung, der das Leben Ungeborener Kinder auf dieselbe Stufe wie das ihrer Mütter stellte, aus dieser zu streichen und machten so den Weg für die geplante Gesetzesänderung der Regierung Varadkar frei.


Künstliche Befruchtungen: Hessen will vierten Versuch fördern

Wiesbaden (ALfA). Das Bundesland Hessen will künstliche Befruchtungen bei ungewollt kinderlosen Paaren künftig im Falles eines vierten Versuchs finanziell unterstützen. Das berichtet das Online-Portal des „Deutschen Ärzteblatts“. Die entsprechende Förderrichtlinie habe das hessische Sozialministerium bereits erarbeitet. Dem Bericht zufolge begründete Hessens Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) die Maßnahme damit, die Erfüllung eines Kinderwunsches dürfe nicht an den persönlichen finanziellen Möglichkeiten scheitern. Der Landesregierung sei es „ein wichtiges Anliegen“ ungewollt kinderlosen Paaren umfassend und nachhaltig zu helfen und die „Kinder- und Familienfreundlichkeit“ im Land voranzubringen, wird Grüttner zitiert. Hessen wird derzeit von einer schwarz-grünen Koalition regiert. Am 28. Oktober sind die Hessen aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen.

Zusammen mit dem Bund will Hessen 75 Prozent der Kosten für einen vierten Versuch übernehmen, maximal jedoch 3.300 Euro pro Paar. Die Paare können die Förderung des vierten Versuchs beim Regierungspräsidium Gießen beantragen. Derzeit übernehmen die Krankenkassen 50 Prozent der Kosten für die ersten drei Versuche einer künstlichen Befruchtung.

Seit Anfang 2016 können Paare in einigen Bundesländern den Eigenanteil auf 25 Prozent reduzieren. Damals trat eine vom Bundesfamilienministerium erarbeitete Förderrichtlinie in Kraft, die Steuergelder des Bundes Paaren in jenen Ländern zur Verfügung stellt, die sich mit Steuergeldern des Landes an der Förderung künstlicher Befruchtungen beteiligen. Entsprechende Bund-Länder-Vereinbarungen gelten bisher in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.


Termine

Freitag, 21.09.2018
Fachtagung Bundesverband Lebensrecht in Berlin
Beginn: 14.00 Uhr
Weitere Infos in Kürze unter www.bundesverband-lebensrecht.de

Samstag, 22.09.2018
Marsch für das Leben in Berlin
Beginn: 13.00 Uhr
Weitere Infos in Kürze unter www.bundesverband-lebensrecht.de

Vorankündigung
Freitag, 16.11.2018 bis Sonntag 18.11.2018
Gewaltfreie Kommunikation im Kontext der Schwangerenberatung
Fortbildung für Beraterinnen und Berater
Ort: Haus Nazareth, 49196 Bad Laer (bei Osnabrück)
Die Teilnehmerzahl ist auf 12 Personen begrenzt.
Referentin: Sandra Sinder, seit 10 Jahren Konfliktberaterin bei der ALfA, Systemischer Coach (ECA und DVNLP-zertifiziert), Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation
Anmeldung und weitere Information unter: monika.friederich@alfa-ev.de
Erläuterungen zum Seminar:
Für eine Frau im Schwangerschaftskonflikt ist es von fundamentaler Bedeutung, dass wir es schaffen, eine empathische Beziehung, die auf Wertschätzung beruht und Vertrauen ermöglicht, aufzubauen. Doch wie gelingt uns das am besten? Manchmal sind wir unsicher, ob wir die richtigen Worte finden, haben möglicherweise Sorge, etwas falsch zu machen oder etwas Falsches zu sagen und fühlen uns in Anbetracht vielleicht begrenzter Handlungsmöglichkeiten nicht wohl. Es gibt eine Art Grammatik der hilfreichen Beratung von Frauen im Schwangerschaftskonflikt, mit der man als Beraterin noch besser werden und seine Möglichkeiten des Zugangs zu den Frauen noch erweitern kann.
In diesem Seminar beleuchten wir, welche Haltungen, Worte und Ziele hier besonders hilfreich sind und erkennen Stolpersteine, die wir möglichst umgehen. Wir vertiefen das Hinhören oder „Dahinterhören“, das unser Zuhören noch erweitert, und berücksichtigen dabei, dass auch wir etwas brauchen, um für Frauen im Schwangerschaftskonflikt hilfreich zu sein.

ALfA e.V.Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V. - Geschäftsstelle
Ottmarsgäßchen 8 | D-86152 Augsburg

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