Newsletter im Web
Aktion Lebensrecht
für Alle
e.V.

Polen: PiS kippt Abtreibungsnovelle

Warschau (ALfA). Das polnische Unterhaus, der Sejm, hat am Donnerstag mit großer Mehrheit eine Verschärfung des geltenden Abtreibungsgesetzes abgelehnt. Das berichtet die katholische Zeitung „Die Tagespost“ (Ausgabe vom 8.10.). Demnach stimmten 352 Abgeordnete in zweiter Lesung gegen das von einer Bürgerinitiative beantragte fast totale Verbot vorgeburtlicher Kindstötungen, 58 dafür. 18 enthielten sich. Damit ist der Gesetzentwurf der Volksinitiative „Stoppt die Abtreibung“ nun vom Tisch.

Zuvor hatte die nationalkonservative Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) den Gesetzentwurf begrüßt und in der Ersten Lesung am 23. September einstimmig zur weiteren Beratung an den Rechtsausschuss des Sejm überwiesen. Bei der abschließenden Abstimmung am Donnerstag stellte sich dann jedoch eine Mehrheit der PiS-Abgeordneten überraschend gegen den Gesetzentwurf.

Der sah vor, sämtliche vorgeburtliche Kindstötungen zu verbieten und Frauen, die gegen das Verbot verstoßen, mit Haft von bis zu fünf Jahren zu bestrafen. Einzige Ausnahme: Abtreibungen, bei denen eine Fortsetzung der Schwangerschaft das Leben der Mütter lebensgefährlich gefährden würden.

Anfang der Woche waren in Polen 100.000 Menschen auf die Straße gegangen, um am sogenannten „Schwarzen Montag“ gegen das bevorstehende fast vollständige Abtreibungsverbot zu demonstrieren. Polnischen Medienberichten zufolge drängte der PiS-Vorsitzende Jaroslaw Kaczynski seine mit absoluter Mehrheit regierende Partei daraufhin, die Gesetzesnovelle in Zweiter Lesung abzulehnen.


Mehr Abtreibungen durch Bluttest?

Augsburg (ALfA). Von den Krankenkassen bezahlte vorgeburtliche Bluttests könnten nach Ansicht des Augsburger Weihbischofs Anton Losinger die Zahl der Abtreibungen in Deutschland erhöhen. „Es geht um Lebensrecht und die Würde des ungeborenen Menschen“, sagte er der „Augsburger Allgemeinen“ (Ausgabe vom 5.10.). Man könne nicht über die Zulassung eines genetischen Schwangerschaftstests sprechen, ohne das Grundsatzproblem klar zu benennen.

Die Konstanzer Firma Lifecoodex hatte vor ein paar Jahren den sogenannten Praena-Test auf den Markt gebracht, mit dem zum Beispiel die Erkrankung eines ungeborenen Kindes an Trisomie 21 – vielen bekannt als Down-Syndrom – bereits in einer Blutprobe der schwangeren Frau festgestellt werden kann. Der Gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen (G-BA) hatte kürzlich die Einleitung eines Methodenbewertungsverfahrens beschlossen. Am Ende des Verfahrens, das sich über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren erstrecken kann, steht die Entscheidung, ob die Krankenkassen die Kosten für solche Tests zukünftig übernehmen sollen statt wie bisher die Betroffenen selbst.

Losinger sagte, die neue Technik biete gegenüber herkömmlichen Methoden Vorteile. So werde etwa keine Fruchtwasseruntersuchung mehr benötigt; diese ist mit erheblichen Risiken verbunden. „Und in der stetigen Optimierung des Tests wird sehr bald eine Ausweitung auf ein sehr breites genetisches Screening möglich sein.“ Allerdings dürfe bei all dem nicht vergessen werden, das es letztlich um das Leben eines ungeborenen Kindes gehe, fügte der Weihbischof hinzu, der viele Jahre auch dem Deutschen Ethikrat angehörte.


Orthodoxe für Abtreibungsverbot

Moskau (ALfA). In Russland fordert die orthodoxe Kirche ein striktes Abtreibungsverbot. Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. unterzeichnete jetzt eine Petition gegen die „legale Ermordung von Kindern vor der Geburt“. Das berichtet die evangelische Nachrichtenagentur Idea. Anlass war ein Treffen mit Unterstützern der Bewegung „Für das Leben“ und der Organisation „Orthodoxe Freiwillige“ nahe Moskau. Beide Organisationen sammeln mit Hilfe der russisch-orthodoxen Kirche seit rund sechs Monaten Unterschriften für ein Abtreibungsverbot und eine bessere Unterstützung Schwangerer.

Idea beruft sich auf russische Medienberichten, denen zufolge bereits 300.000 Bürger die Petition unterzeichnet haben sowie auf staatliche Statistiken, denen zufolge in Russland jährlich rund eine Million Abtreibungen registriert würden. Auf 100 Geburten kommen demnach etwa 50 vorgeburtliche Kindstötungen.

Lebensrechtler gingen von noch weit höheren Zahlen aus, da nur die staatlichen Kliniken Abtreibungen überhaupt meldeten. Seit 2012 sind vorgeburtliche Kindstötungen in Russland grundsätzlich nur noch in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen erlaubt. Zudem schreibt das Gesetz eine Bedenkzeit der Schwangeren zwischen der Beratung durch einen Arzt und ihrer Entscheidung für eine Abtreibung vor. Diese Vorschrift werde jedoch häufig missachtet.


HFEA erlaubt Samenspender-App

London (ALfA). Die Londoner Samenbank hat eine App für Mobiltelefone entwickelt, die es Frauen ermöglicht, einen Katalog mit Samenspendern zu durchsuchen und bei Gefallen deren Offerte auch direkt kostenpflichtig zu bestellen. Das berichtet das Online-Portal netzfrauen.org. Frauen, die auf der Suche nach einem Samenspender sind, können demnach über die App – ähnlich wie bei Dating-Portalen – auf Profile zugreifen, die eine Biografie des Samenspender sowie Angaben zu seiner ethnischen Zugehörigkeit, körperlichen Merkmalen, Bildungsstand und Beruf enthalten. Eine Bestellung soll umgerechnet 1087 Euro kosten. Wie das Portal schreibt, betonte der wissenschaftliche Leiter der Sperma-Bank, Dr. Kamal Ahuja, dass die britische Kontrollbehörde HFEA (Human Fertilisation & Embryology Authority) die neue App zugelassen habe.


Demo vor Abtreibungsklinik

München (ALfA). Zum zweiten Mal kamen über 120 Lebensrechtler in der Hans-Stützle-Str. 20 in München zusammen, um vor der Praxis des Abtreibungsprofis Friedrich Stapf auf das Unrecht der Abtreibung und die mangelnde Hilfe für Mutter und Kind aufmerksam zu machen. Zu der Veranstaltung hatten die beiden großen Lebensrechtsorganisationen Christdemokraten für das Leben Bayern (CDL) und Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) aufgerufen. „Die Zahl 400, die wir mit den Kerzen gebildet haben, steht für die 400 Mädchen und Jungen, die in jedem Monat hier abgetrieben werden. Das ist eine ganze Schule“, so Christiane Lambrecht, CDL-Landesvorsitzende, bei ihrer Begrüßung.

Mehrere Redner aus Österreich und Deutschland berichteten von persönlichen Erfahrungen mit einer Abtreibung, von der Situation der Ärzte, daran mitwirken zu müssen, und über verschiedene Möglichkeiten, positiv für das Leben zu werben. Der Ehrenvorsitzende des EAK der CSU München, Steffan, wies darauf hin, dass die Vermietung der Räume an Stapf durch den CSU-Politiker Hammer bisher zu keiner Konsequenz innerhalb der CSU geführt habe. Dies, so der Tenor auch der Lebensrechtler, sei angesichts der ethischen Grundlagen der Partei ein Skandal.

Weiteres Thema der Mahnwache war die steigende Zahl der Abtreibungen in Deutschland: „Spätestens jetzt muss jedem klar sein, dass die Regelung des § 218 gescheitert ist. Den Frauen wird nicht wirklich geholfen, den Kindern schon gar nicht, und selbst die unvollständige Bundesstatistik verzeichnet steigende Zahlen“, resümiert Alexandra Linder, Bundesvorsitzende der ALfA. „Wenn man alle nicht erfassten Abtreibungen hinzuzählt, sieht die Bilanz noch erschreckender aus. Wir brauchen einen gesellschaftlichen Wandel, der Kinder nicht als Katastrophe und Lebensende für die Frauen, sondern als Zukunft und Lebensbereicherung betrachtet.“

ALfA e.V.Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V. - Geschäftsstelle
Ottmarsgäßchen 8 | D-86152 Augsburg

ALfA e.V.info@alfa-ev.de

ALfA e.V.0821-512031

Spenden
ALfA e.V.

Vom Newsletter abmelden