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Frankreich erlaubt Adoption von Kindern aus Leihmutterschaft

Paris (ALfA). In Frankreich können auch nicht-biologische Elternteile künftig Kinder adoptieren, die von einer Leihmutter geboren wurden. Das entschied, wie die katholische Zeitung „Die Tagespost“ am Samstag berichtete, in dieser Woche das oberste französische Verwaltungsgericht in Paris. Geklagt hatte unter anderem ein homosexuelles Paar, das in den USA die Austragung eines Kinder via Leihmutterschaft in Auftrag gegeben hatte. Später war dem nicht-biologischen „Vater“ die Adoption des Kindes untersagt worden.

Wie die Zeitung weiter schreibt, hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg bereits 2014 bestätigt, dass die Elternschaft in Frankreich anerkannt werde, sofern es eine genetische Verbindung zwischen dem von der Leihmutter ausgetragenen Kind und dem die Leihmutterschaft in Auftrag gebenden Paar gebe. Rechtlich unklar war bisher nur die Anerkennung der Elternschaft des „intendierten Elternteils“ – das heißt des „Elternteils“, der keine biologische Verbindung zu dem Kind besitzt, aber sich mit dem Partner für das Kind entschieden hat. Juristen sprechen hier auch von „sozialer Elternschaft“.


Abstammungsrecht offenbar vor Reform

Berlin (ALfA). Angesichts der Entwicklungen in der Reproduktionsmedizin und der damit einhergehenden möglich gewordenen neuen Familienkonstellationen hat der „Arbeitskreis Abstammungsrecht“ grundlegende Reformen des deutschen Abstammungsrechts empfohlen. Das berichtet die katholische Nachrichtenagentur KNA. Statt von „Abstammungsrecht“ solle künftig von der „rechtlichen Eltern-Kind-Zuordnung“ gesprochen werden, da die genetische Abstammung nur noch eines unter mehreren Prinzipien der Zuordnung sei, heißt es in dem Abschlussbericht, den der Arbeitskreis Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) übergab.

Der 2015 eingesetzte Kommission unter dem Vorsitz der ehemaligen Familienrichterin am Bundesgerichtshof Meo-Micaela Hahne, gehören weitere acht Fachjuristen sowie die ehemalige Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Christiane Woopen, und der Münchner Psychologe Heinz Kindler an. Sie legen 91 Thesen als „Orientierungs- und Entscheidungshilfe“ für den Gesetzgeber vor. Anlass für die Prüfung war nach Angaben des Ministeriums die zunehmende Vielfalt der heutigen Familienkonstellationen und die Entwicklungen der Reproduktionsmedizin. Das Recht müsse mit diesem Veränderungsprozess Schritt halten.


Neue Hoffnung für Charlie Gard

London (ALfA). In den Fall des todkranken Babys Charlie Gard ist neue Bewegung gekommen. Nachdem die vatikanische Kinderklinik „Bambino Gesu“ in Rom sowie das renommierte Presbyterian Hospital in New York sich anboten, den elf Monate alten Charlie in Behandlung zu nehmen, teilte das Great-Ormond-Street-Hospital in London mit, es wolle erneut gerichtlich prüfen lassen, ob Charlie für eine experimentelle Therapie ins Ausland gebracht werden könne. Das berichtet Spiegel-Online.

Demnach begründete die Klinik den Schritt damit, Forscher hätten neue Hinweise auf experimentelle Methoden zur Heilung des Kindes geliefert. Wie „Spiegel Online“ schreibt, erklärte die Klinik: „Wir glauben, genau wie Charlies Eltern, dass es richtig ist, diese Aussagen auszuwerten.“ Zuvor hatten britische Gerichte in allen Instanzen entschieden, dass die lebenserhaltenden Maßnahmen für Charlie gegen den Willen der Eltern auf Anraten der Ärzte eingestellt werden sollten.

Laut den Ärzten hat Charlie, der an einer seltenen genetischen Krankheit leidet, durch die Krankheit unheilbare Gehirnschäden erlitten und muss künstlich beatmet und ernährt werden.

Nachdem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Urteile der Londoner Gerichte bestätigte, hätten die lebenserhaltenden Maßnahmen eigentlich schon am Freitag eingestellt werden sollen: Das behandelnde Krankenhaus gewährte den Eltern jedoch einen Aufschub, damit sie sich in angemessener Weise von ihrem Kind verabschieden könnten. Angesichts der neuen Hinweise soll stattdessen nun am Montag eine erneute Anhörung vor einem britischen Gericht stattfinden.


Bundesrat billigt Samenspenderregister

Berlin (ALfA). Menschen, die mittels einer Samenspende entstanden sind, können künftig Informationen über ihre biologische Herkunft verlangen. Nach dem Bundestag billigte am Freitag auch der Bundesrat ein Gesetz, das den Aufbau eines bundesweiten Spenderregisters vorsieht. Das berichtet das Online-Portal des Deutschen Ärzteblatts.

In dem Register werden die Daten von Samenspendern und -empfängerinnen für die Dauer von 110 Jahren gespeichert. Gleichzeitig erhalten die Kinder, die durch eine künstliche Befruchtung mit gespendeten Samen gezeugt wurden, einen gesetzlichen Auskunftsanspruch zu Einzelheiten ihrer Abstammung.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hatte das Gesetzgebungsverfahren damit begründet, das jeder Mensch erfahren können solle, von wem er abstamme. Mit dem Gesetz solle diesem „grundlegenden menschlichen Bedürfnis“ Rechnung getragen werden. Ferne solle das Gesetz für einen hohen Schutz der gespeicherten persönlichen Daten sorgen.


Lebensrechtler würdigen Kardinal Meisner

Köln (ALfA). Lebensrechtler in Deutschland haben dem in dieser Woche verstorbenen früheren Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner, gedacht. So erklärte die Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA), Alexandra Maria Linder, in Augsburg: „Kardinal Meisner war ein furchtloser Streiter, der keine Diskussionen und Konflikte scheute und immer ein klares Bekenntnis abgab.“ Gerade auch dem Feld des Lebensschutzes sei er eine verlässliche Stimme gewesen, die vielen Mitgliedern der Lebensrechtsverbände zusätzlich Mut und Halt gegeben habe. „In seinen Predigten“ – so etwa zum ,Fest der Unschuldigen Kinder’, das die katholische Kirche jedes Jahr am 28.12. begeht – „legte er deutlich den Finger in große Wunden der Gesellschaft, wie Abtreibung, Forschung an embryonalen Stammzellen oder Euthanasie“, erklärte Linder. Meisner habe immer wieder darauf hingewiesen, „dass das ungeborene, das geborene, das alt gewordene Leben, kein ,Es’, sondern ein ,Du’“ sei. „Die ALfA dankt Kardinal Meisner für seine Unterstützung, seine konsequente Haltung und sein Vorbild“, so Linder weiter und versprach, die Lebensrechtsorganisation werde dem „großen, mutigen Hirten und Lebensrechtler“ stets „ein ehrendes Andenken bewahren“.

Zuvor hatte bereits die Bundesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL), Mechthild Löhr, erklärt: „Kardinal Meisner hat als Erzbischof von Köln in seiner über 25 Jahre langen, richtungsweisenden Amtszeit seit 1989 unermüdlich für den notwendigen Schutz jedes menschlichen Lebens geworben und gewirkt.“ Bei vielen Gelegenheiten habe Meisner, ohne den Widerspruch in Medien, Politik und Gesellschaft zu fürchten, sich zur Würde jedes Menschen vom Moment seiner Entstehung bis zu seinem natürlichen Tode bekannt. „Vielen Menschen, die sich im Lebensschutz engagieren, seien sie Katholiken oder Protestanten, hat er durch seine stets prägnanten Stellungnahmen und Worte begleitet, ermutigt und bestärkt und in der Öffentlichkeit die Aufmerksamkeit für einen uneingeschränkten Lebensschutz häufig neu entfacht und lebhafte, meist kontroverse, aber immer wertvolle Debatten eröffnet“, so Löhr weiter.

Kardinal Meisner, der 83 Jahre alt wurde, war am Mittwoch während seines Urlaubs in Niederbayern verstorben.


Termine

Freitag, 15. September 2017, Berlin
BVL-Fachtagung „Lebensrecht im 21. Jahrhundert“
Beginn: 14:00 Uhr

Samstag, 16. September 2017, Berlin
Marsch für das Leben
Beginn: 13:00 Uhr, vor dem Reichstag

Schon jetzt angekündigt:

Freitag 22.09.2017, 18 Uhr – Sonntag, 24.09.2017, 12 Uhr
Fortbildung für Beraterinnen und Berater
Gewaltfreie Kommunikation im Kontext der Schwangerenberatung
Ort: Haus Nazareth, Iburgerstr. 23, 49196 Bad Laer (bei Osnabrück)
Kosten: 70 € für Übernachtung und Verpflegung
Referentin: Sandra Sinder, seit 10 Jahren Konfliktberaterin bei der ALfA, Systemischer Coach (ECA und DVNLP-zertifiziert), Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation.
Die Teilnehmerzahl ist auf 12 Personen begrenzt.
Anmeldung und weitere Informationen unter: monika.friederich@alfa-ev.de

ALfA e.V.Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V. - Geschäftsstelle
Ottmarsgäßchen 8 | D-86152 Augsburg

ALfA e.V.info@alfa-ev.de

ALfA e.V.0821-512031

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