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Bedford-Strohm beklagt hohe Zahl der Abreibungen

Wetzlar (ALfA). Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, hat die hohe Zahl vorgeburtlicher Kindstötungen in Deutschland beklagt. Das berichtet die evangelische Nachrichtenagentur „idea“, deren Redaktion Bedford-Strohm kürzlich besuchte. Dabei warnte der oberste Repräsentant der Evangelischen Kirchen in Deutschland zugleich vor einem gefühllosen Umgang mit betroffenen Frauen.

Menschliches Leben beginne mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle. Bei einem Schwangerschaftskonflikt müsse es immer um Verständnis für die individuelle Not eines Paares oder einer Frau und um die nötige Unterstützung gehen, damit das Kind geboren werden könne. Das mit einer Abtreibung Schuld verbunden sei, dürfte nicht ausgeblendet werden, fasst „idea“ Bedford-Strohm zusammen und zitiert ihn mit den Worten: „Ich wünsche mir aus ethischen Gründen eine Verringerung der Schwangerschaftsabbrüche.“

Vorgeburtliche Bluttests an Schwangeren etwa zur Erkennung des Downsydroms hält der EKD-Ratsvorsitzende für „hochproblematisch“. Durch sie bestünde die Gefahr, dass Menschen mit Behinderungen „ganz still“ aussortiert würden. Da solche Tests auch über das Internet bezogen werden könnten, sei eine umfassende Beratung wichtig. Im vergangenen Jahr war die Zahl vorgeburtlicher Kindstötungen im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent auf 101.209 gestiegen.


Erzbischof Burger unterstützt „Marsch für das Leben“

Freiburg/Berlin (ALfA). Der Erzbischof von Freiburg, Stephan Burger, wünscht allen Teilnehmern des diesjährigen „Marsches für das Leben“ (22.9. in Berlin) „Mut, Überzeugungskraft, ein starkes Miteinander und Gottes Segen für eine solidarisches Initiative für das Leben“. Das schreibt Burger in einem Grußwort, das der Bundesverband Lebensrecht (BVL) jetzt auf seiner Homepage veröffentlichte. „Der Mensch (...) ist von Gott geliebt“. Dies sei Grundlage des kirchlichen Einsatzes für das Lebensrecht eines jeden Menschen. „Als katholische Kirche haben wir uns diesem Schutz des Lebens unbedingt verschrieben. Ob vor der Geburt, bei Krankheit, oder im Alter: Wir dürfen nicht entscheiden, welches Leben lebenswert ist und welches nicht.“ Christen müssten sich immer wieder fragen, „wo schwache und kranke Menschen, Menschen am Rande unseren Einsatz brauchen, wo wir für ihr Leben solidarisch eintreten müssen. (...) Ob Sterbehilfe, Präimplanatationsdiagnostik oder Pränataldiagnostik: Jeden Menschen mit seinem Leben gilt es zu würdigen, zu schützen und auch in schweren Situationen zu begleiten“, so Burger.


BVL erwartet tausende Teilnehmer zum „Marsch für das Leben“ in Berlin

Berlin (ALfA). Zum „Marsch für das Leben“ am 22. September in Berlin erwartet der Bundesverband Lebensrecht (BVL) in Berlin wieder tausende Teilnehmer. Das berichtet die Evangelische Nachrichtenagentur „idea“. Der Marsch steht unter dem Motto „Menschenwürde ist unantastbar. Ja zu jedem Kind – Selektion und Abtreibung beenden“. Im vergangenen Jahr hatten sich rund 7.500 Personen an der Demonstration beteiligt. Sie wurden von neun Hundertschaften der Polizei vor linken Gegendemonstranten geschützt. Die Veranstaltung beginnt üblicherweise mit einer Kundgebung vor dem Reichstag. Danach findet ein Schweigemarsch durch Berlin-Mitte statt. Den Abschluss bildet ein ökumenischer Gottesdienst.

Laut „idea“ werden auch in diesem Jahr wieder führende Repräsentanten aus den beiden großen christlichen Kirchen und der Politik mitwirken. So werde diesmal der frühere Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Johannes Singhammer (CSU), bei der Kundgebung ein Grußwort an die Teilnehmer richten. Die Predigt beim Abschlussgottesdienst hält der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, Hans-Jürgen Abromeit. Von katholischer Seite wird sich unter anderen der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer an dem Marsch beteiligen.

Im Aufruf des BVL heißt es, „viele Frauen (und Männer) leiden ihr Leben lang“ unter einer Abtreibung. Daher wolle man umfassend über alle Konsequenzen informieren. „Wir wollen Hilfe für Frauen, denen das Ja zum Kind schwerfällt.“ Im Blick auf die Forderung, das Werbeverbot für Abtreibungen abzuschaffen, heißt es: „Wir wollen keine Werbung für eine Tat, die so viele Frauen bitter bereuen. Wir kämpfen für das Recht auf Leben – für alle Menschen!“

Wie es in dem Bericht weiter heißt, rechnet die BVL-Vorsitzende Alexandra Maria Linder damit, dass es bei Veranstaltung auch zu Störaktionen durch militante Abtreibungsbefürworter kommen wird. Wie Aufrufe im Internet zeigten, gebe es unter diesen eine „hohe Gewaltbereitschaft“, zitiert „idea“ Linder. Man könne jedoch darauf vertrauen, dass die Berliner Polizei den „Marsch für das Leben“ wie in früheren Jahren erfolgreich vor gewalttätigen Übergriffen schützen werde.


Organspende: Viel Kritik an Spahn-Vorstoß

Berlin (ALfA). Der Streit um einen möglichen Systemwechsel bei der Organspende spitzt sich zu. Nachdem sich bereits die Stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden von Union und SPD, Georg Nüßlein (CSU) und Karl Lauterbach (SPD), entsprechend positioniert hatten, hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Debatte noch einmal kräftig angeheizt. In einem Anfang der Woche veröffentlichten Interview mit der „Bild“-Zeitung sprach sich auch Spahn für die Einführung der sogenannten „doppelten Widerspruchslösung“ in Deutschland aus. Ihr zufolge soll jeder als Organspender in Betracht kommen, der selbst oder dessen Angehörige einer Organspende nicht rechtzeitig widersprochen haben. Nur so könne die Organspende zum „Normalfall“ werden. Das berichtete Mitte der Woche die katholische Wochenzeitung „Die Tagespost“.

Wie das Blatt weiter schreibt, rief der Vorstoß Spahns viel Kritik hervor. So habe etwa der Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Peter Dabrock, im Interview mit dem „Deutschlandfunk“ von einem „tiefen Eingriff in das Selbstverfügungsrecht“ gesprochen. Eine solche Regelung mache den „menschlichen Körper zu einem Objekt staatlicher Sozialpflichtigkeit“. Der evangelische Theologe, der Organspenden grundsätzlich befürwortet und eigenen Angaben zufolge auch einen Organspendeausweis mit sich führt, sagte, ihm sei „wichtig, dass wir aus diesem Akt der Freiwilligkeit und der Solidarität keinen Pflichtakt machen, bei dem man aktiv widersprechen muss.“ Ähnlich äußerte sich auch der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch: „Kommt die Widerspruchlösung, kann von Organspende keine Rede mehr sein, denn Spenden sind immer freiwillig.“

Der Vorsitzende der „Ärzte für das Leben“, Paul Cullen, erklärte: „Was wir brauchen ist nicht die Erhöhung der Organspenderrate mit der Brechstange, sondern eine fundierte gesellschaftliche Diskussion über das ,notorisch umstrittene Hirntodkonzept’. Im übrigen mache der Minister sich „möglicherweise etwas vor, wenn er sein Heil in der Widerspruchslösung sucht.“ Weder in Schweden noch in Singapur habe deren Einführung die Zahl der Organspenden erhöht. In Brasilien, Lettland und Dänemark sei sie sogar zurückgegangen.

Die Bundesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL), Mechthild Löhr, bezeichnete die „drohende Einführung der Widerspruchslösung“ als „fundamentalen“ und „gefährlichen Richtungswechsel“, den die CDL „entschlossen“ ablehne. Mit ihr würde sich der Staat „ein generelles Verfügungsrecht über jeden Bürger zur Fremdnutzung seiner Organe anmaßen“. Aus der „Spende“ würde eine „vermeintliche ,Bürger-Pflicht’, der man nur durch klaren Widerspruch entkommen“ könne.

Bedenken äußerten auch Repräsentanten der katholischen Kirche. Der Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, sagte der „Katholischen Nachrichtenagentur KNA“, eine Organspende sei ein Akt von hohem moralischen Wert und eine besondere Form des Zeugnisses der Nächstenliebe über den Tod hinaus. Die erst vor sechs Jahren beschlossene Entscheidungslösung gewährleiste die Möglichkeit einer freien und informierten Entscheidung und respektiere das Selbstbestimmungsrecht. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, sagte dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“, „man kann die Organspende nicht einfach zur rechtlichen und moralischen Pflicht erklären. Eine Organentnahme ohne vorherige ausdrückliche Zustimmung des Betroffenen ist ein sehr weitreichender Eingriff in die Integrität und des Menschen und seines Körpers.“

Auch in der Politik selbst regt sich Widerstand. So erklärte die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP, Christine Aschenberg-Dugnus: „Die Widerspruchslösung missachtet das Selbstbestimmungsrecht der Bürger. Die Obfrau von Bündnis 90/Die Grünen, Kirsten Kappert-Gonther, sagte: „Wir brauchen dringend eine fraktionsübergreifende Debatte zur Widerspruchsregelung im Deutschen Bundestag.“ Bundesgesundheitsminister Spahn wisse beim Thema Organspende „offensichtlich selbst nicht mehr, was er will“. Spahn hatte erst vergangenen Freitag einen Gesetzentwurf vorgestellt, der die organisatorischen Abläufe in den Entnahmekliniken verbessern soll. Nun erkläre er, „solche Maßnahmen hätten in der Vergangenheit nichts gebracht“, wundert sich Kappert Gonther.


Österreich: Initiative „Fakten helfen“ gestartet

Wien (ALfA). In Österreich hat die „aktion leben“ die Initiative „Fakten helfen“ gestartet, die seriöses Wissen über die Zahl und die Hintergründe der in der Alpenrepublik durchgeführten Abtreibungen ermöglichen will. Das berichtet das Internetportal der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“. Der Grund: In Österreich gibt es keine Abtreibungsstatistik. „Es ist tatsächlich völlig absurd, nicht zu wissen, wie viele Abtreibungen es in Österreich jährlich gibt“, zitiert das Portal die Generalsekretärin der „aktion leben“, Martina Kronthaler. Ohne seriöse Informationen sei eine sinnvolle Präventionsarbeit kaum möglich.

Wie es in dem Bericht weiter heißt, begnüge sich Österreich bisher mit Schätzungen, die bei 30.000 Abtreibungen im Jahr begännen. Sollte die Schätzung realistisch sein, wäre Österreich ein Land mit einer sehr hohen Abtreibungsrate. Deutschland und die Schweiz wiesen im Vergleich dazu sehr niedrige Zahlen auf.

Laut Kronthaler unterstützen bislang fast 55.000 Bürgerinnen und Bürger das Anliegen einer anonymen Statistik und der wissenschaftlichen Erforschung von Motiven für Abtreibungen.


Termine

Freitag, 21.09.2018
Fachtagung Bundesverband Lebensrecht in Berlin
Beginn: 14.30 Uhr
Mehr Infos unter www.bundesverband-lebensrecht.de

Samstag, 22.09.2018
Marsch für das Leben in Berlin
Beginn: 13.00 Uhr
Mehr Infos unter www.bundesverband-lebensrecht.de

Freitag, 28.09.2018
„Keine Gewissensfreiheit für Ärzte? – Ein Chefarzt muss gehen, weil er nicht abtreiben will“
Infoabend des ALfA-Regionalverbandes Würzburg
Beginn: 20.00 Uhr
Ort: Landeskirchliche Gemeinschaft, Reisgrubenweg 1, 97070 Würzburg
Referenten: Thomas Börner, Facharzt für Gynäkologie, Uelzen
Rainer Beckmann, Richter am Amtsgericht Würzburg und stellv. Vorsitzender der Juristen-Vereinigung Lebensrecht

Dienstag, 9.10.2018
Gegen die Selektion von Menschen mit Behinderung!
Öffentliche Kundgebung der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) und die Christdemokraten für das Leben (CDL)
Redner u.a.: Mechthild Löhr, CDL-Bundesvorsitzende, Hubert Hüppe, Ex-MdB und langjähriger Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Professor Dr. Holm Schneider, Kinderarzt und Stellv. Vorsitzender der ALfA
Beginn: 15:00 Uhr
Ort: Vor dem Gebäude der Firma LifeCodexxx, Line-Eid-Str. 3, 78467 Konstanz

VorankündigungFreitag, 16.11.2018 bis Sonntag 18.11.2018Gewaltfreie Kommunikation im Kontext der SchwangerenberatungFortbildung für Beraterinnen und BeraterOrt: Haus Nazareth, 49196 Bad Laer (bei Osnabrück)Die Teilnehmerzahl ist auf 12 Personen begrenzt.Referentin: Sandra Sinder, seit 10 Jahren Konfliktberaterin bei der ALfA, Systemischer Coach (ECA und DVNLP-zertifiziert), Trainerin für Gewaltfreie KommunikationAnmeldung und weitere Information unter: monika.friederich@alfa-ev.deErläuterungen zum Seminar:Für eine Frau im Schwangerschaftskonflikt ist es von fundamentaler Bedeutung, dass wir es schaffen, eine empathische Beziehung, die auf Wertschätzung beruht und Vertrauen ermöglicht, aufzubauen. Doch wie gelingt uns das am besten? Manchmal sind wir unsicher, ob wir die richtigen Worte finden, haben möglicherweise Sorge, etwas falsch zu machen oder etwas Falsches zu sagen und fühlen uns in Anbetracht vielleicht begrenzter Handlungsmöglichkeiten nicht wohl. Es gibt eine Art Grammatik der hilfreichen Beratung von Frauen im Schwangerschaftskonflikt, mit der man als Beraterin noch besser werden und seine Möglichkeiten des Zugangs zu den Frauen noch erweitern kann.In diesem Seminar beleuchten wir, welche Haltungen, Worte und Ziele hier besonders hilfreich sind und erkennen Stolpersteine, die wir möglichst umgehen. Wir vertiefen das Hinhören oder „Dahinterhören“, das unser Zuhören noch erweitert, und berücksichtigen dabei, dass auch wir etwas brauchen, um für Frauen im Schwangerschaftskonflikt hilfreich zu sein.

ALfA e.V.Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V. - Geschäftsstelle
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