Organspende

Der deutsche Bundestag hat sich in ungewöhnlich knapper Folge innerhalb von wenigen Monaten zweimal mit Gesetzesentwürfen auseinandergesetzt, die die Organspende und Transplantationsmedizin in Deutschland regeln sollen. Krankenhäuser sollen mehr Zeit und Geld für Organtransplantationen bekommen, so soll die Zahl der Organspenden erhöht und mehr Menschen, die ohne Spenderorgan vermutlich sterben würden, ein Weiterleben ermöglicht werden.  Das ist Ziel einer Gesetzesänderung, die am 1. April 2019 in Kraft getreten ist. Am 16. Januar beschloss der Bundestag dann ein weiteres Gesetz, mit dem die Bereitschaft der Menschen, gegebenenfalls Organspender zu werden, gefördert werden und die Information über Organspenden verbessert werden sollen. Mit recht eindeutiger Mehrheit lehnte der Bundestag eine Widerspruchslösung ab, nach der jeder Mensch Organspender geworden wäre, der nicht explizit widersprochen hätte.

Wir dokumentieren hier die entsprechenden Bundestagsdrucksachen und weisen auf Informationen hin, die bei einer Entscheidung für oder gegen die Organspende hilfreich sein können.

Apl. Prof.in Dr.in Anna Bergmann lehrt als Medizin- und Kulturhistorikerin an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder. Sie befasst sich in ihrem Artikel für The European ausführlich mit Fragen im Bezug auf die Transplantationsmedizin, die nur selten den Weg in die Öffentlichkeit finden, und gibt Antworten, die unbequem sind.

Der deutsche Ethikrat hat sich umfassend zur Hirntoddiagnostik geäußert und seine Positionen in diesem Infobrief dargelegt. Neben einer Mehrheitsmeinung, die den Tod des Hirns als den Tod des Menschen begreift, gibt es ein Minderheitenvotum, das den Tod dieses einzelnen Organs nicht mit dem Tod des ganzen Menschen gleichsetzt, aber bereit ist, zugunsten des hohen Guts der Organspende von der „Dead Donor Rule“, nach der der Organspender tot zu sein hat, abzuweichen. Diesem Votum zufolge stirbt der Spender an der Organentnahme.

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