Hintergrundinfos zum Titelthema: Reform der Organspende

Organspende: das ist ein Thema, das polarisiert. Wie so häufig bei bioethischen Debatten steht ein tragisches Schicksal im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen und erscheint derjenige, der sich der scheinbar einfachsten Lösung verweigert, als Unmensch. Und ebenso häufig besteht diese scheinbar einfachste Lösung darin, sich von einem Rechtsgrundsatz abzuwenden – in diesem Fall der Prämisse, dass mangelnder Widerspruch nicht gleichzusetzen ist mit Einverständnis. Ist der Rechtsgrundsatz jedoch erst einmal aufgegeben, gilt er fortan auch in anderen Fällen nicht mehr. Es lohnt sich also, zu erforschen ob die Aufgabe des  Rechtsgrundsatzes tatsächlich die versprochene einfachste Lösung ist, oder aber vielmehr ein Versuch, Rechtsprinzipien aufzuweichen. Hintergründe und zusätzliche Informationen hierzu finden Sie an dieser Stelle.

Wie haben die Abgeordneten der Parteien abgestimmt? Das Ergebnis ist bemerkenswert: die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) propagierte Widerspruchslösung wird von einer Allianz aus Abgeordneten der Linken, Grünen und AfD abgelehnt, die jeweils mehrheitlich gegen Spahns Gesetzesvorlage gestimmt haben. Nur 89 Christdemokraten waren nicht bereit, der Parteilinie zu folgen. Dies ist insofern bemerkenswert, als sich beide großen christlichen Kirchen gegen diesen Vorschlag ausgesprochen hatten. Die genauen Ergebnisse sowie das Abstimmungsverhalten der einzelnen Abgeordneten sind hier zu finden.

Was passiert bei einer Organspende? Wie werden Angehörige informiert, welche Möglichkeiten des Abschiednehmens gibt es noch für sie, wie gehen sie damit um? In diesem lesenswerten Beitrag aus The European erfahren Sie mehr.

Woran liegt es, dass in Deutschland so viele Patienten vergeblich auf ein Organ warten? Während die Zahl der Spender deutlich nach oben gegangen ist (um über 13 %) ist die Zahl der tatsächlichen Spenden deutlich zurück gegangen. Die Hauptursache für den Organmangel ist also nicht die mangelnde Spendebereitschaft, sondern das Organisationsversagen der Kliniken. Zu diesem Schluss kommt eine bundesweite Sekundärdatenanalyse aller stationären Behandlungsfälle in Deutschland. Details hierzu im diesem Beitrag aus dem Deutschen Ärzteblatt. 

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